The Deal – Eine Hand wäscht die andere (Originaltitel The Deal) ist eine US-amerikanisch-kanadische Filmkomödie aus dem Jahr 2008. Regie führte Steven Schachter, der auch – gemeinsam mit William H. Macy – das Drehbuch anhand eines Romans von Peter Lefcourt schrieb. William H. Macy und Meg Ryan spielen die Hauptrollen im Film, LL Cool J, Elliott Gould und Jason Ritter sind in tragenden Rollen besetzt.

Auf dem seinerzeitigen Filmplakat war zu lesen: „A different kind of romantic comedy. They stole the show… and the studio wants it back.“ (frei übersetzt: Eine etwas andere romantische Komödie. Sie stiehlt allen die Show… und das Studio will sie zurück).The Deal Abb. Filmplakat in der IMDb Das in Deutschland gezeigte Plakat zum Film wies Macys Figur die Attribute „Loser“, „Rücksichtslos“ und „Geldgeil“ und Ryans Figur die Attribute „Super-Zicke“, „Gnadenlos“ und „geizig“ zu.

Handlung Der einst erfolgreiche, inzwischen desillusionierte Filmproduzent, Charlie Berns ist so tief gesunken, dass er über Selbstmord nachdenkt. Kurz bevor er drauf und dran ist, sein Vorhaben umzusetzen, bringt ihn sein Neffe auf eine geniale Idee für ein neues Filmobjekt. Die Hauptfigur darin soll der erfolgreiche schwarze Actionstar Bobby Mason spielen, der erst kürzlich zum Judentum konvertiert ist. Mason ist dafür bekannt, sehr anspruchsvoll zu sein, wenn es um seine Filmrollen geht.

Charlie verspricht seinem Neffen, dass er das von diesem geschriebene Drehbuch, eine Biografie über Benjamin Disraeli, auf jeden Fall noch verfilmen werde. Um seinen Worten Taten folgen zu lassen, unterschreibt er einen ihm vom Studio vorgelegten Vertrag, der Produktionskosten in Höhe von 100 Millionen Dollar beinhaltet, ohne das Drehbuch überhaupt gelesen zu haben. Auch besteht das Studio darauf, dass der bekannte Actionstar, der Afroamerikaner Bobby Mason, die Hauptrolle übernehmen müsse. Ohne eine Mitwirkung Masons werde man die Produktion nicht finanzieren. Nur er als Zugpferd garantiere, dass man Charlie ein hohes Budget für den Film bewillige.

Charlie muss auf Geheiss des Studios mit Deidre Hearn von der Produktionsfirma zusammenarbeiten, die als Super-Zicke verschrien ist, und auf seinen Nerven herumtrampelt. Als Mason dann gekidnappt wird, wird das Projekt gestoppt. Was niemand für möglich gehalten hätte, Charlie und Deidre tun sich zusammen und beschließen, die Dreharbeiten fortzusetzen, selbst gegen den Willen des Studios. Natürlich wird gleichzeitig auch fieberhaft nach Mason gesucht, was zu allerlei Komplikationen und einigem Chaos führt. Es stellt sich nämlich heraus, dass die Entführung von Mason durch radikale, ultraorthodoxe Entführer erfolgte, die ihn verschleppt haben, weil sie mit seiner exzentrischen und unkonventionellen Interpretation der historischen jüdischen Figur im Film nicht einverstanden sind. Tatsächlich gelingt es Charlie und Deidre jedoch Mason aufzuspüren und aus den Händen seiner Entführer zu befreien. Das wiederum führt zu einem anderen riesigen Problem. Charlie hat nicht nur die Dreharbeiten ohne Mason fortgeführt, sondern auch das Drehbuch komplett umgeschrieben, um den Film ohne seinen fehlenden Hauptdarsteller fertigstellen zu können. Die historische Biografie ist von Charlie kurzerhand in einen Action- und Liebesfilm verwandelt worden.

Zum Glück für Charlie Berns wendet sich für ihn alles zum Guten, trotz seiner extremen Abweichungen vom ursprünglichen Drehbuch. Das Studio ist nämlich, was für Charlie ein Glücksfall ist, von dem Ergebnis seiner Arbeit begeistert, der den Film in ein Action-Epos mit dem Titel Ben and Bill umgewandelt hat. Die Beziehung zwischen Disraeli und seinem politischen Widersacher William Gladstone wird darin sehr frei und actiongeladen interpretiert.

Und so geht am Ende alles so aus, wie Charlie und Deidre sich das vorgestellt haben – und das nicht nur in finanzieller Hinsicht. Allerdings passiert auf der anderen Seite etwas, womit beide nicht gerechnet haben, sie verlieben sich nämlich bis über beide Ohren ineinander, obwohl sie zuvor festgestellt hatten, dass sie absolut nicht zueinander passen würden.

Produktion Dreharbeiten Der Film wurde ab März 2007 in Prag in der Tschechischen Republik sowie in Kapstadt Südafrika und der südafrikanischen Provinz Westkap gedreht. Weitere Filmaufnahmen fanden in den Waterfront Studio in Kapstadt sowie in Los Angeles in Kalifornien statt.The Deal Drehorte in der IMDb. Abgerufen am 20. Januar 2008. Als Produktionsfirmen traten die Peace Arch Entertainment Group, Muse Entertainment Enterprises, Dog Pond Productions in Zusammenarbeit mit Sydnyk Works und Berk/Lane Entertainment auf. Weiter beteiligt waren Moonlighting Films, Société de Développement des Entreprises Culturelles (SODEC), Canadian Film or Video Production Tax Credit (CPTC) sowie das Departement of Trade and Industry of South Africa. In Deutschland erfolgte der Verleih des Films über EuroVideo.

Soundtrack Una furtiva lagrima aus Gaetano Donizettis Opera buffa L’elisir d’amore, vorgetragen von Sipho Fubesi Hlohonolofatsa von Lucas Deon Bok und Nozipho Konate, vorgetragen vom Gospel-Chor Soweto Gospel Choir Sway von Pablo Beltrán Ruiz und Norman Gimbel, vorgetragen von Vinx Get On Down von Stephen Lang, Jamie Dunlap & Scott Nickoley, vorgetragen von TC Moses Pata Pata von Miriam Makeba & Jerry Ragovoy, vorgetragen von Miriam Makeba Ain’t Nothing Like the Real Thing von Ashford & Simpson, vorgetragen von Fish Fry Music Povedajú Ludé, vorgetragen vom ‚Urpin‘ Folklore Ensemble (vom Album Songs and Dances from Slovakia) Mexican Waif, geschrieben und vorgetragen von Murray Anderson Robbie Bop, geschrieben und vorgetragen von Robbie Jansen Quintenquartett aus dem 3. Satz von Joseph Haydns Streichquartett op. 76, Nr. 2 in d-Moll Good Friends Are Hard to Find, geschrieben und vorgetragen von Ed Harcourt

Synchronisation Die deutsche Fassung oblag der Synchronfirma City of Voices in Berlin. Die Dialogregie lag bei Engelbert von Nordhausen.

RolleDarstellerSynchronsprecher Charlie Berns William H. Macy Bodo Wolf Deidre Hearn Meg Ryan Ulrike Möckel Bobby Mason LL Cool J Ingo Albrecht Lionel Travitz Jason Ritter Jeffrey Wipprecht Maya Natasha Reese-Davies Anita Hopt Nigel Bland John Carson Peter Groeger

Veröffentlichung und Ertrag Die Weltpremiere des Films fand am 22. Januar 2008 auf dem Sundance Film Festival statt. Am 7. März 2008 wurde er dann auf dem Nashville Film Festival vorgestellt, am 4. April 2008 auf dem Sarasota Film Festival, am 5. April 2008 auf dem Philadelphia International Film Festival, am 14. Juni 2008 auf dem Maui Film Festival, am 21. Juni 2008 auf dem Nantucket Film Festival, am 10. Juli 2008 auf dem Just For Laughs Film Festival in Kanada, am 30. Juli 2008 auf dem Traverse City Film Festival in den Vereinigten Staaten und am 26. Oktober 2008 auf dem Tallgrass Film Festival in den Vereinigten Staaten. In Russland wurde der Film erstmals im November 2008 veröffentlicht. Am 14. Februar 2009 wurde der Film erneut in den Vereinigten Staaten gezeigt, und zwar auf dem San Diego Jewish Film Festival und am 25. Oktober 2009 auf dem Philadelphia Jewish Film Festival. In Portugal wurde der Film im November 2009 veröffentlicht, in Polen, Schweden, Finnland, Ungarn, Island, Brasilien, in den Niederlanden, in Norwegen, Australien, Argentinien, Japan, Italien und Frankreich erschien er jeweils auf DVD, ebenso am 3. Dezember 2009 in Deutschland. In Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden war er zudem über das Internet abrufbar. Ebenfalls veröffentlicht wurde er in Indien, Irland, Litauen, Neuseeland, Rumänien, Slowenien, Südafrika, Spanien und im Vereinigten Königreich.The Deal Premierendaten in der IMDb. Abgerufen am 20. Januar 2008.

Der Film wurde von der EuroVideo Medien GmbH am 3. Dezember 2009 mit einer deutschen Tonspur auf DVD und Blu-ray herausgegeben.The Deal – Eine Hand wäscht die andere Abb. DVD-Hülle

Der weltweite Bruttoertrag des Films betrug laut Box Office in der IMDb 207.405 kanadische Dollar.

Unterschiede zwischen Romanvorlage und Film Im Roman ist das von Lionel Travitz geschriebene Drehbuch über Disraeli eher staubtrocken und der Historie entsprechend. Durch die Hollywood-Maschinerie wird daraus ein absurder Action-Thrilller mit dem Titel Lev Disreali: Freedom Fighter. Im Film wird daraus ein Action-Epos mit dem Titel Ben and Bill, das die Beziehung zwischen Disraeli und seinem politischen Widersacher William Gladstone sehr frei und actiongeladen interpretiert. Im Roman reist das Filmteam ins krisengebeutelte Jugoslawien beziehungsweise nach Osteuropa, um dort aus Kostengründen zu drehen. Im Film werden die Dreharbeiten aus praktischen und produktionstechnischen Gründen nach Kapstadt in Südafrika verlegt. Im Roman leidet die Produktion unter einem wahnsinnigen polnischen Regisseur, was zu endlosen, kreativen Konflikten am Set führt. Im Film liegt der Fokus stärker auf dem direkten Duell und der Dynamik zwischen dem Produzenten Charlie Berns und der Studio-Aufpasserin Deidre Hearn. Der Roman wird als eine sehr bissige, zynische und temporeiche Farce auf das Hollywood-System wahrgenommen, bei der fast niemand ungeschoren davonkommt. Im Film wird der extreme Zynismus etwas abgemildert und die Liebesgeschichte zwischen den Charakteren von William H. Macy und Meg Ryan mehr in den Vordergrund gestellt, wohl auch, um dem Kinopublikum ein klassischeres, versöhnlicheres Happy End zu bieten. Vorstehende Ausführungen werden von Beteiligten in einem 17-minütigen Make-of zum Film bestätigt.

Kritik Die Organisatoren des Sundance Film Festivals bescheinigten der „kleinen Screwball-Satire“ einen Charme, der aus der Chemie zwischen Meg Ryan und William H. Macy resultiere. Des Weiteren wurde ausgeführt, dass der Regisseur „zahlreiche Stereotype“ Hollywoods thematisiere. Und in der Zeitschrift The Gazette war zu lesen „Zwerchfellerschütternd komisch“.The Deal – Eine Hand wäscht die andere Abb. DVD-Hülle in der IMDb

Der Filmdienst stellte fest: „Prominent besetzte Satire auf das Filmgeschäft, dessen Drehbuch von einem profilierten Darsteller geschrieben wurde (u.a. Magnolia), der demnach weiß, wie der Hase im Filmgeschäft läuft und warum er manchen merkwürdigen Haken schlägt. – Ab 16.“

Cinema meinte, „selbst wenn man einiges“, was der Film zeige, „nicht glauben mag“, „Spaß“ mache „der Film allemal.“ Die Cinema-Redaktion zog das Fazit: „Für Hollywood-Begeisterte ist diese unterhaltsame und böse Insiderkomödie ein Must-See.“

Wedotv Movies schrieb: „Eine temporeiche Hollywood-Satire über Egos, Entführungen und den verrücktesten Filmcrew-Ersatz aller Zeiten.“