Die Nihon Keizai ShimbunDie Schreibung als Shimbum (jap. ) ist zwar orthographisch veraltet, jedoch als feststehender Begriff von großer Bekanntheitsgrad weiterhin im Alltag genutzt. Die Schreibung Shinbun () hingegen ist die eigentlich korrekte Schreibung nach der Hepburn-Umschrift für die japanische Schrift. Siehe auch shinbunsha () beim Begriff Nihon Keizai Shinbunsha (jap. , Schriftzug als Unternehmenslogo in Kyūjitai: , dt. „Japanische Wirtschaftszeitung“), meist als Nikkei abgekürzt, ist eine landesweit und in einer internationalen Ausgabe erscheinende japanische Tageszeitung mit einer Auflage von rund 3 MillionenAuflage Morgenausgabe (2011): , In: nikkei.co.jp, abgerufen am 21. Juni 2019. (japanisch). Damit liegt sie an Rang 4 hinter der Yomiuri Shimbun, der Asahi Shimbun und der Mainichi Shimbun. Besonders beliebt ist die Nikkei bei Gutverdienern und Uniabsolventen; sowohl beim durchschnittlichen Einkommen der Abonnenten, wie auch beim Anteil der Akademiker belegt sie innerhalb Japans den ersten Rang. Wie die anderen großen Tageszeitungen in Japan erscheint die Nikkei mit einer Morgen- und einer Abendausgabe. Ihr Schwerpunkt liegt auf Politik, Wirtschafts- und Börsennachrichten.

Die Nikkei wurde 1876 als Chūgai bukka shimpō sōkan (, dt. „Neue Zeitung für Preise im In- und Ausland“) von Mitsui Bussan herausgegeben. Seit 1971 veröffentlicht sie den Nikkei-Aktienindex (Nikkei 225) (, nikkei heikin kabuka), der aus den Kursen ausgewählter Unternehmen der Tokioter Börse berechnet wird. Daneben werden noch weitere Aktienindizes veröffentlicht, darunter seit Oktober 1982 der Nikkei 300, ein nach Kapitalisierung gewichteter Index von wichtigen Dividendenpapieren, die in der Ersten Sektion an der Tokioter Börse gehandelt werden. Zu Beginn im Jahr 1982 hatte dieser Index den Wert 100.

Seit April 2010 sind vom Betreiber jegliche Internetlinks auf die Seite der Zeitung untersagt. Nur in Ausnahmefällen wird nach Übermittlung einer detaillierten Begründung die Erlaubnis zum Verlinken der Hauptseite erteilt.

Die jüngste Strategie der Nikkei zielt auf eine stärkere internationale Präsenz ab. 2014 eröffnete die Nikkei eine neue Asienzentrale in Bangkok und verfügt heute über ein Netzwerk von 36 Übersee-Büros mit 230 Mitarbeitern. In Deutschland ist man in Berlin und in Frankfurt vertreten, die Europazentrale befindet sich in London. Außerdem unterhält die Nikkei Partnerschaften mit einer Reihe renommierter internationaler Zeitungen, darunter auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die regelmäßig Artikel der Nikkei ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht.

Unternehmensgruppe mini|„Nikkei“-Zeitung (ganz rechts) – Kiosk am JR West-Bahnhof, Himeji 2009 Herausgegeben wird die Nikkei von der Kabushiki kaisha Nihon Keizai Shinbunsha (, ), die Hauptbüros in Tokio und Osaka unterhält. Zum Unternehmen gehören neben der Nikkei u. a.: die Zeitungen Nihon Keizai Shimbun () – täglich Nikkei Sangyō Shimbun () – wochentags Nikkei Veritas () – sonntags Nikkei Marketing Journal – Nikkei MJ – () – dreimal pro Woche Nikkei Asia (, englisch)Nikkei Asia (), englisches Medium, alter Name bis zum 30. September 2020 war Nikkei Asian Review () – montags Nikkei Weekly (, englisch) – eingestelltNikkei Weekly (), englisches Medium, seit dem 30. September 2013 eingestellt. Financial Times (englisch)Die britische Zeitung Financial Times () gehört seit der Übernahme am 23. Juni 2015 wie das Hauptblatt Nihon Keizai Shimbun zum japanischen Medienkonzern Nikkei Inc. () – täglich

die Fernsehsender TV Tōkyō für den Großraum um die Präfektur Tokio TV Ōsaka für die Präfektur Osaka TV Aichi für die Präfektur Aichi TV Hokkaidō für die Präfektur Hokkaidō TVQ Kyūshū für die Präfektur Fukuoka TV Setouchi für die Präfekturen Kagawa und Okayama BS Japan (digitaler Satellitensender) Nikkei CNBC Japan

der Radiosender Radio Nikkei ()

die Verlags- und Publikationsunternehmen Nikkei Publishing () Nikkei BP – Nikkei Business Publications, Inc – () Nikkei Science () Nikkei National Geographic ()

sowie eine Reihe weiterer Unternehmen im Print- und Produktions-, Daten- und Informationsservice, Werbungs-, Marketing-, Verkaufs- und Bildungsbereich als auch im Dienstleistungs- und Forschungsbereich.

Am 23. Juli 2015 gab die Mediengruppe Nikkei den Abschluss einer Vereinbarung mit der britischen Mediengruppe Pearson zum Kauf der Wirtschaftszeitung Financial Times für einen Preis von 844 Mio. Pfund (1,2 Mrd. Euro) bekannt und stach damit Axel Springer aus.

Literatur S. Noma (Hrsg.): Nihon keizai shimbun. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993, ISBN 4-06-205938-X, S. 1085.

Anmerkungen

Siehe auch Japanische Medien Liste japanischer Zeitungen

Weblinks

Offizielle Website – Nihon Keizai Shimbun (japanisch) Offizielle Website – Nikkei Asia (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Zeitung (Japan) Kategorie:Wirtschaftszeitung Kategorie:Zeitungsverlag Kategorie:Verlag (Japan) Kategorie:Japanischsprachige Tageszeitung Kategorie:Ersterscheinen 1876