mini|hochkant=1.35|Blick auf die Altstadt Ronneburg (amtlich Ronneburg/Thür.) ist eine Landstadt im thüringischen Landkreis Greiz.

Geographie Geographische Lage Ronneburg liegt östlich der kreisfreien Stadt Gera auf etwa . Im östlichen Stadtgebiet entspringt beim Ortsteil Raitzhain der unter anderem auch durch Ronneburg fließende Gessenbach, ein Zufluss der Weißen Elster.

Geologie Das heutige Stadtgebiet, vor allem der Schlossfelsen und das Gebiet der Siebenberge, wurde durch frühere Eruptionen geformt. Noch heute sind vereinzelt „Steinerne Rosen“ als Zeugnis der Geschichte am Schlossfelsen (Diabas) zu finden, die größten Exponate wurden jedoch durch einen Erdrutsch im Jahre 2010 zerstört.

Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind Großenstein, Hilbersdorf, Kauern, Korbußen, Paitzdorf und Rückersdorf im Landkreis Greiz, die Stadt Gera sowie Löbichau und Posterstein im Landkreis Altenburger Land.

Stadtgliederung Zu Ronneburg gehören die Ortsteile Grobsdorf und Raitzhain.

Zum Stadtgebiet gehört auch der frühere Ort und ehemalige Stadtteil Schmirchau.

Geschichte Ursprung des Stadtnamens Der Ursprung des heutigen Namens Ronneburg ist umstritten und konnte bis zum heutigen Zeitpunkt nicht eindeutig geklärt werden. Eine Version besagt, dass die Bezeichnung der Stadt aus der Lage der „Gesse“, eines kleinen Baches, der am Schloss entlang fließt, entstand. Früher war das Schloss Ronneburg noch kein Schloss, sondern eine Burg. Da das Gewässer an der Burg entlang floss, entstand der Ausspruch „Burg an der Rinne“ (mit Rinne war der Bach gemeint). Daraus entwickelte sich nach und nach erst Rinneburg und dann das heutige Ronneburg. Eine Alternative dazu ist, dass der Name aus den Teilen „Ronne“ („rona“ – mittelhochdeutsch für Baumstamm, Wurzel oder Klotz) und -burg oder auch -berg (vom Wort „bergen“, Bezeichnung für etwas „schützen“ oder „verbergen“) besteht und somit eine frühe Palisadenbefestigung, aus der die Burg entstand, beschreibt.

Stadtgeschichte mini|Schloss Ronneburg, Lithographie 1839 mini|Blick über den Baderteich auf das Schloss mini|Reuster Spitzkegelhalden bei Ronneburg (März 2004) Ronneburg wurde 1209 als Besitz der Vögte von Weida erstmals erwähnt, gehörte ab 1244 zu Plauen und erhielt 1304 Stadtrecht. 1327 schloss Heinrich von Reuß den Ronneburger Vertrag ab, ein Bündnis mit anderen Vögten gegen die Wettiner. Nach dem darauf folgenden Vogtländischen Krieg wurde Ronneburg wettinisches Lehen.

1517 wurde Ronneburg Eigentum der von den Ernestinern belehnten Wildenfelser, kam nach dem Schmalkaldischen Krieg 1548 zunächst zum Kurfürstentum Sachsen und 1554 wieder an die Ernestiner. Infolge der Erbteilungen ging es 1603 an Sachsen-Altenburg, 1672 an Sachsen-Gotha, 1680 an Sachsen-Eisenberg, 1707 an Sachsen-Gotha-Altenburg und schließlich 1826 zum Herzogtum Sachsen-Altenburg.

Ronneburg besitzt eine fast zweihundertjährige Tradition als Radiumbad und Kurort.Die Eulenhofer Quelle mit Abbildung der „Urquelle“ auf www.ronneburg.de Im 17. Jahrhundert waren beim Bergbau zunächst „störende“ Mineralquellen festgestellt worden. Die mit Urquelle, Rasenquelle, Schwefelquelle und Eulendorfer Quelle bezeichneten Quellen wurden um 1766 gefasst und an den Ortsrand abgeleitet. Hier entstand dann um 1770 eine barocke Kuranlage mit Lusthäusern, Esplanade und einem Park. In der Gründungsphase um 1767 verfasste der Fürstlich Sächsische Hofmedicus Georg Heinrich Königsdörfer eine Abhandlung über die Nützlichkeit einer Ronneburger Badekur. Zu den zufriedenen Besuchern der Kuranlage gehörte auch Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Infolge der gesteigerten Bergbauaktivitäten versiegten die Mineralquellen, der Kurbetrieb hatte somit seine Existenzgrundlage verloren. Das Jahr 1953 markiert den Beginn des Uranerzbergbaus durch die SDAG Wismut.

Von gewisser regional-, aber auch wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Relevanz ist der Ronneburger Schnallensturm von 1841, ein Aufstand der Ronneburger Weber gegen die zunehmende Automatisierung ihres Gewerbes. Anlass war der Versuch der Fa. Hennig & Volcker, mechanische Webstühle einzusetzen, der in deren Zerstörung durch die wütenden Handweber mündete. Vom Ronneburger Schnallensturm ist ein Lied überliefert, das Ronneburger Schnallenlied: Seht ihr auf jenem Hügel die alte Hütte stehn? Da drinnen stehn Maschinen solln von sich selber gehen. Die wollen wir nicht haben, die von sich selber gehn, drum woll’n wir sie zerschlagen, das könn’ wir frei gestehn.Am sechsundwanz’gen abends, im kühlen Monat März, das Bier, das war so labend, wir alle hatten Herz. Es schlug die Uhr halb neun, da war’n wir alle da. Wir stellten uns in Reih’n, und was, ach was geschah!Nun ging’s mit Axt und Hammer nach jener Hütte hin. Oh weh! Oh weh! Welch Jammer, die guten, schön’ Maschin’! … Da hörte man ein Krachen, ein Bravorufen auch, so mancher musste lachen, doch manchen ärgert’s auch.

In den Jahren des Zweiten Weltkrieges mussten mehr als 100 Frauen, Jugendliche und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern bei der Rüstungsfirma Hering Zwangsarbeit verrichten.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 118, ISBN 3-88864-343-0

Während der DDR-Zeit war der Uranabbau der wichtigste Wirtschaftszweig der Region. Die Stadt Gera und die Umgebung verdankt ihm einen nicht unerheblichen Teil ihres Wachstums. Zeitweise wurden elf Prozent des weltweit abgebauten Urans in Ronneburg gefördert.

1990 wurde der Uranabbau eingestellt. Es wurde mit der Flutung der Stollen und der Rekultivierung der Tagebaue begonnen. Diese Rekultivierungsmaßnahmen waren sogar EXPO-Projekt im Jahr 2000. Kennzeichen der Landschaft um Ronneburg waren die vier charakteristischen Spitzkegelhalden, deren Einebnung am 5. Juni 2004 begann und abgeschlossen ist.

Ziel dieser Rekultivierungsmaßnahmen war es, die Uranerzbergbaufolgelandschaft zu sanieren. Auf einen Teil der ehemaligen Bergbauflächen wurde die so genannte Neue Landschaft Ronneburg geschaffen, die 2007 gemeinsam mit dem ebenfalls neu gestalteten Stadtpark von Ronneburg Bestandteil der Bundesgartenschau 2007 war. Auf diese Weise ist ein Gürtel von Grünflächen entstanden, der sich vom Zentrum der Stadt Gera bis ins Zentrum von Ronneburg erstreckt.

Seit 1998 (publiziert) ist die Stadt Ronneburg Namensgeberin für das auf der Absetzerhalde des Urantagebaus Lichtenberg erstmals entdeckte Mineral Ronneburgit.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Grobsdorf, Naulitz und Schmirchau eingegliedert.Karte der Thüringer Landesanstalt für Umwelt, Naulitz wurde am 1. Juli 1994 in die Stadt Gera umgegliedert.

Einwohnerentwicklung Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg durch die Bergbauaktivität die Einwohnerzahl stark an. Der Grund für den ungewöhnlich starken Rückgang bis 1990 war die Erweiterung der Plattenbausiedlungen in Gera, Schmölln und Altenburg.

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1955 31. Dezember): 1831 bis 1960 1831: 4.476 1890: 6.055 1895: 6.195 1933: 7.852 1939: 7.620 1946: 9.189 1950: 8.909 1955: 12.753 1956: 13.185 1960: 11.9871964 bis 2003 1964: 12.079 1970: 10.984 1974: 10.116 1994: 6.531 1996: 6.386 1998: 6.146 2000: 5.924 2001: 5.808 2002: 5.748 2003: 5.6142004 bis 2013 2004: 5.577 2005: 5.515 2006: 5.410 2007: 5.367 2008: 5.270 2009: 5.212 2010: 5.134 2011: 5.048 2012: 4.902 2013: 4.9292014 bis 2023 2014: 4.964 2015: 4.989 2016: 5.015 2017: 4.994 2018: 5.026 2019: 5.011 2020: 4.953 2021: 4.949 2022: 5.012 2023: 5.034ab 2024 2024: 4.971 Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Stadtrat Nach der Kommunalwahl vom 26. Mai 2024 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen: Partei Sitze RWG 11 (+11) CDU 9 (−3) FDP 0 (−5) DIE LINKE 0 (−3)

Der Ronneburger Stadtrat setzte sich bis 2014 aus 20 Abgeordneten zusammen. Nach der Wahl am 25. Mai 2014 verringerte sich diese Zahl auf 16, da die Einwohnerzahl Ronneburgs unter 5000 sank.

Ergebnisse der Kommunalwahlen von 1994 bis 2024

+Sitzverteilung im Ronneburger Stadtrat (Stimmenanteile in %) Fraktion 1994 1999 2004 2009 2014 2019 CDU 8 Sitze (38,6 %) 8 Sitze (41,0 %) 8 Sitze (36,0 %) 7 Sitze (36,1 %) 10 Sitze (60,6 %) 12 Sitze (61,9 %) SPD 6 Sitze (29,5 %) 5 Sitze (25,5 %) 4 Sitze (18,3 %) 4 Sitze (20,9 %) 1 Sitz (7,6 %) – FWG* 2 Sitze (11,4 %) 2 Sitze (8,7 %) 4 Sitze (19,7 %) 4 Sitze (20,0 %) 2 Sitze (12,0 %) – Die Linke** 3 Sitze (16,3 %) 4 Sitze (19,8 %) 4 Sitze (21,4 %) 4 Sitze (16,6 %) 2 Sitze (14,7 %) 3 Sitze (14,3 %) FDP 1 Sitz (4,1 %) 1 Sitz (5,1 %) 0 Sitze (4,5 %) 1 Sitz (6,6 %) 1 Sitz (5,2 %) 5 Sitze (23,8 %) Wahlbeteiligung 70,9 % 54,6 % 51,5 % 55,4 % 52,8 % 57,1 % * 1999 und 2004: FWG-R     ** bis 2004: PDS

Bürgermeister Von 1990 bis 2012 war Manfred Böhme Bürgermeister der Stadt Ronneburg. Er war jahrelang für die CDU gewählt, verließ jedoch 2011 die Partei. Während seiner Amtszeit war er wegen unsachgemäßer Verwendung von Fördergeldern und dem Umgang mit der Auftragsvergabe in die Kritik geraten. Am 1. Juli 2012 übernahm Krimhild Leutloff (CDU) das Amt und führte dies bis 2024. Daraufhin wurde André Ruderisch (parteilos) in das Amt gewählt.

Wappen

Städtepartnerschaften Eine offizielle Städtepartnerschaft besteht seit 2003 zu Hauteville-Lompnes im Französischen Jura, wobei erste Kontakte im August 1995 geknüpft wurden.

Eine offizielle Städtefreundschaft wurde im Jahr 1991 durch Vertreter von Münzenberg in Hessen und Ronneburg sowie im selben Jahr zwischen Ronnenberg in Niedersachsen und dem Thüringer Ronneburg unterzeichnet. Weiterhin bestehen freundschaftliche Verhältnisse zu den Städtepartnern von Ronnenberg, das sind Duclair in Frankreich und Swarzędz in Polen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Das Ronneburger Rathaus mini|Stadtkirche mini|Die Holzbrücke Drachenschwanz über das Gessental in der Neuen Landschaft Ronneburg mini|hochkant|Das neue Schloss in Ronneburg Museen Im vorderen Teil des Schlosses befindet sich das Stadt- und Schulmuseum der Stadt Ronneburg, welches durch den Heimatverein Ronneburg e. V. betreut wird.

In einem Gebäude neben der Bogenbinderhalle befindet sich das „Bergbaumuseum Ronneburg“, mit einem Schaubergwerk im Keller des Gebäudes, das sich der Geschichte des Uranerzbergbaus und der gegenwärtigen Landschaftsumgestaltung verschrieben hat.

Das Technische Denkmal „Schacht407“ des ehemaligen Materialschachtes 407 befindet sich ca. 2 km vom Schaubergwerk entfernt. Hier können die übertägigen Anlagen, wie das Maschinenhaus und das Schachtgebäude besichtigt werden. Für dessen geführte Besichtigung ist eine vorherige Anmeldung im Schaubergwerk erforderlich.

In der so genannten Neuen Scheune neben dem Rittergut in der Neuen Landschaft befindet sich das Museum der Wismut GmbH Objekt90. Dieses zeigt ebenfalls die Geschichte des Bergbaus der Region in moderner Art und Weise.

Bauwerke