Aného oder Anecho, vormals Klein-Popo und Kleinpopo ( oder Popovi), ist mit etwa 28.000. Einwohnern die achtgrößte Stadt Togos. Sie befindet sich im Südosten des Landes, unmittelbar an der Grenze des Nachbarstaates Benin an einer großen Lagune zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Togosee in der Region Maritime. Die Hauptstadt Lomé ist etwa 45 Kilometer entfernt. mini|hochkant=1.1|Blick auf die Lagune von Aného
Geschichte mini|links|Häuptlingshaus in Anecho, ca. 1910 mini|Plan der Stadt mit Umgebung im Jahr 1897. Ursprünglich war der Ort, an dem es einen portugiesischen Sklavenmarkt gab, unter dem Namen Popovi bekannt. Zu Beginn der deutschen Kolonialherrschaft im Jahr 1884 wurde Anecho kurzzeitig von den Franzosen besetzt. Im Tausch gegen Kapitaï und Koba, das spätere Conakry in Guinea, wurde die Stadt im Grenzvertrag vom 24. Dezember 1885 Deutschland zugeschlagen.Wilfried Westphal: Geschichte der deutschen Kolonien. Bindlach: Gondrom, 1991, S. 197, ISBN 3-8112-0905-1. Von 1885 bis 1897 war Sebe, ein kleiner, an der Nordseite der Lagune gelegener Ort bei Anecho, Sitz der Zentralverwaltung der deutschen Kolonie Togo, In: Deutsches Kolonial-Lexikon. 1920, Band III, S. 328. aus dessen größerer, östlicher Hälfte später der Staat Togo entstand. Nachdem Sebe 1897 den Hauptstadtstatus an Lomé hatte abgeben müssen, erlebte Aného einen allmählichen Niedergang, der durch Erosionserscheinungen an den Küsten verstärkt wurde.
Um 1900 hatte Klein-Popo etwa 5000 Einwohner, wovon 24 aus Deutschland und drei weitere aus anderen Ländern Europa eingereist waren. Es gab einige stattliche zweistöckige Häuser und zahlreichen Hütten sowie Zollamt, Krankenhaus, wesleyanische Mission mit Schule und Kirche, katholische Mission mit Schule, Handelskammer, Post- und Telegraphenstation, sieben Faktoreien mit 15 offenen Verkaufsstellen, drei einheimische Händler mit sechs Läden und großen Pflanzungen von Kaffeebäumen und Kokospalmen in der Umgebung. In der offenen Reede fanden Seeschiffe 1 km vom Strand guten Ankergrund, doch herrschte vor der Küste stets heftige Brandung. Die Dampfer der Woermannlinie verkehren zu dieser Zeit hier dreimal monatlich.Meyers Großes Konversations-Lexikon: Klein-Popo.
Zum 1. Januar 1905 erfolgte die Umbenennung zum heutigen Ortsnamen. Im selben Jahr erhielt der Ort durch die Bahnstrecke Lomé–Aného einen Bahnanschluss.
Wirtschaft, Tourismus und Sehenswertes Die Stadt lebt überwiegend von Landwirtschaft und Fischfang. In der Stadt und der Umgebung finden sich diverse Bauwerke aus der deutschen Kolonialzeit.
Religionen Aného ist in religiöser Hinsicht eine vom Voodoo und vom Christentum geprägte Stadt.
Kirchen Erwähnenswerte Gebäude sind die 1895, also zur deutschen Kolonialzeit, entstandene protestantische Kirche und die 1898 erbaute Kathedrale St. Peter und Paul des Bistums Aného der römisch-katholischen Kirche.
Voodoo Aného ist zugleich ein Zentrum des Voodoo entlang des westafrikanischen Pilgerweges Voodoo Trail, der Lomé mit Ouagadougou in Burkina Faso verbindet..
Sehenswürdigkeiten mini|Deutscher Friedhof in Aného Im Stadtteil Adido gibt es einen alten deutschen Friedhof mit sehr gut erhaltenen Gräbern, deren Inschriften gut zu lesen sind und so ein Stück Kolonialgeschichte erzählen. Ebenfalls sehenswert ist ein kleines Museum, das mit Bildern und Gegenständen aus der deutschen Kolonialzeit bestückt ist.
Persönlichkeiten Kwassi Bruce (1893–1964), Pianist Emmanuel Bob-Akitani (1930–2011), Politiker Élisabeth Pognon (* 1937), Juristin
Partnerschaften Nachdem sich die Stadt Nürnberg im Rahmen des Action Développement Togo um eine Partnerschaft mit Aného bemühte, wurden am 12. September 2025 die offiziellen Verträge zu einer Städtefreundschaft unterzeichnet.Lacs 1 und Tchaoudjo 1 (Togo) auf nuernberg.de, abgerufen am 11. November 2025
Literatur Meyers großes Taschenlexikon in 24 Bänden. BI-Taschenbuchverlag 1992, Band 1, S. 296. Norbert Eder: TOGO inkl. Sahara Durchquerung, Verlag Martin Velbinger, Gräfelfing/München, 1992, ISBN 3-88316-049-0
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Togo
Kategorie:Ort in Afrika Kategorie:Voodoo-Wallfahrtsort Kategorie:Togo (Kolonie)