Die Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes wurde am 1. Mai 1939 von Adolf Hitler per Verordnung gestiftet.
Verordnung mini|Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes mini|Bandschnalle mini|Die traditionelle (nicht offizielle) Flagge des Memellandes diente als Vorlage für das Ordensband
Die Medaille konnte an Personen verliehen werden, die sich um die "Wiedervereinigung des Memellandes mit dem Deutschen Reich" besondere Verdienste erworben haben.Satzung der Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes vom 1. Mai 1939. In: Reichsgesetzblatt. Nr. 84 vom 4. Mai 1939, S. 863, Art. 1. Neben Angehörigen der Wehrmacht, Ordnungspolizei und NSDAP sowie Beamten, die bei Besetzung im Einsatz waren, erhielten auch memelländische Ex-Soldaten des Ersten Weltkrieges und Hinterbliebene gefallener Soldaten die Medaille.Veit Scherzer: Das Auszeichnungssystem der Wehrmacht. Scherzers Militaer-Verlag, Bayreuth 2015, ISBN 978-3-938845-62-2, S. 30
Die Verordnung Hitlers über die Stiftung der Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes hatte folgenden Wortlaut:
Satzunginhalt Vorschlagsberechtigung Die Vorschläge zur Verleihung der Medaille wurden vom Reichsminister des Innern (Wilhelm Frick), für Angehörige der Wehrmacht vom Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (Wilhelm Keitel) aufgestellt und Hitler durch den Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei (Otto Meissner) zur Genehmigung vorgelegt.Satzung der Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes vom 1. Mai 1939. In: Reichsgesetzblatt. Nr. 84 vom 4. Mai 1939, S. 863, Art. 3.
Verleihungspraxis Der Beliehene erhielt mit Aushändigung der Medaille ein Besitzzeugnis, welches vom Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei Meissner ausgestellt war. Die Medaille selber verblieb nach dem Tode des Inhabers seinen Hinterbliebenen als Andenken.Satzung der Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes vom 1. Mai 1939. In: Reichsgesetzblatt. Nr. 84 vom 4. Mai 1939, S. 863, Art. 4 und 5.
Aussehen, Beschaffenheit und Trageweise Die Medaille ist dunkelbronzefarben getönt und zeigt auf ihrer Vorderseite zwei männliche Gestalten mit der Flagge des Dritten Reiches und dem Hoheitszeichen. Die Rückseite trägt die Inschrift .Satzung der Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes vom 1. Mai 1939. In: Reichsgesetzblatt. Nr. 84 vom 4. Mai 1939, S. 863, Art. 2 Abs. 1. Umgeben ist die Umschrift von einem Eichenkranz. Anzumerken ist, dass die beiden männlichen Gestalten die Heimkehr des Memellandes symbolisieren. Dabei stellt die hintere Person auf dem Sockel das Großdeutsche Reich dar, welches die zweite Person (das Memelland), den Arm um deren Schulter legend, auf das Podest heraufholt. Getragen wurde die Medaille an einem grün-weiß-roten Bande (der Farben des Memellandes) auf der linken Brustseite.Satzung der Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes vom 1. Mai 1939: In: Reichsgesetzblatt. Nr. 84 vom 4. Mai 1939, S. 863, Art. 2, Abs. 2.
Verleihungszahlen Die Verleihungen der Medaille waren bis zum 31. Dezember 1940 abgeschlossen. Insgesamt sind 31.322 Medaillen verliehen worden.
Heute: Verfassungsfeindliches Abzeichen Die „Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes“ gehört zu den nationalsozialistischen Orden, deren Führung in Deutschland nach dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 in keiner Form mehr zulässig ist.Johannes Ottinger, S. 149.
Literatur Antonio Scapini: The Memel medal. B&D Publishing, 2013, ISBN 978-0-9893646-3-8. Antonio Scapini: Decorazioni distintivi e attestati di conferimento del Terzo Reich. Albertelli, 2012, ISBN 978-88-87372-99-1. Hans-Ulrich Krantz (Begr.): Orden und Ehrenzeichen in der Bundesrepublik Deutschland. 2. Auflage. vollständig neu bearbeitet von Johannes Ottinger. Mittler, Herford 1977, ISBN 3-87547-172-5.
Weblinks
Die Flaggen des Memellandes
Einzelnachweise
Kategorie:Orden und Ehrenzeichen (Nationalsozialismus) Kategorie:Memelland Kategorie:Zwischenkriegszeit Kategorie:Medaille