Olsberg ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Hochsauerlandkreis. Sie wird von der Landesstatistik als Große Landgemeinde eingestuft (PDF-Datei; 215 kB) und nimmt den Rang eines Grundzentrums ein.https://landesplanung.nrw.de/system/files/media/document/file/Anlage%201%20LEP%20Zentrale%20Orte%20in%20NRW.pdf Der Ort liegt im oberen Ruhrtal. Neben dem höchsten Berg von Nordrhein-Westfalen, dem Langenberg mit , der im Nordnordwesten an den Stadtteil Bruchhausen grenzt, gibt es mehr als 50 über 500 Meter hohe Berge im Stadtgebiet.Homepage von Olsberg, abgerufen am 6. November 2010. Olsberg ist seit 1961 Kneipp-Kurort und heute staatlich anerkanntes Kneipp-Heilbad.Anerkennung der Stadt Olsberg als Kneipp-Heilbad. Verfügung der Bezirksregierung Arnsberg vom 15. Dezember 2016 (MBl. NRW. 2017 S. 4)

Geografie Geografische Lage mini|Stadtansicht von Süden

Olsberg liegt im Tal der Ruhr zwischen dem Naturpark Arnsberger Wald im Nordwesten und dem Naturpark Diemelsee im Osten. Südlich schließt sich das Rothaargebirge an.

Die Lage der Stadt Olsberg im östlichen Hochsauerland ist durch meist bewaldete Höhen und von Wasserläufen durchflossene Wiesentäler gekennzeichnet. Die Kernstadt liegt in einem breiten Tal, in dem die von Süden kommende junge Ruhr ihren Lauf nach Westen wendet und kurz hinter der Kernstadt das Stadtgebiet verlässt. Dort liegt mit die niedrigste Stelle des Stadtgebiets.

Der Kernbereich von Olsberg ist umgeben von bewaldeten Höhen, dem Langer Berg (555 m) im Norden, dem Eisenberg (606 m) im Osten, sowie dem Olsberg (703 m) und der Steinhelle (613 m) im Süden. Die höchste Erhebung Nordrhein-Westfalens befindet sich mit dem Langenberg (843 m) im äußersten Südosten des Stadtgebiets an der Grenze zu Hessen.

mini|Straße in Olsberg

Im Stadtgebiet mündet der von Osten kommende Gierskoppbach in die Ruhr. Flussaufwärts der Gierskopp folgen in einem weiten Rechtsbogen die Stadtteile Elleringhausen und Bruchhausen. Markanter Punkt am Rand des Tals ist der 721 m hohe Istenberg mit den Bruchhauser Steinen, vier großen Porphyrfelsen. Über den Istenberg und dem südlich benachbarten Hömberg (730 m) verläuft ein Abschnitt der Rhein-Weser-Wasserscheide. Dies bedeutet, dass die östlich verlaufende Schmalah über Hoppecke und Diemel zur Weser strebt, während die westlich fließende Gierskopp über die Ruhr zum Rhein fließt.

Südlich der Olsberger Kernstadt mündet die westlich der Ruhr nordwärts fließende Neger in die Ruhr. In ihrem Tal liegen die Stadtteile Brunskappel und Wulmeringhausen, im Ruhrtal die Stadtteile Wiemeringhausen und Assinghausen.

Im Tal der ganz im Westen des Olsberger Stadtgebiets nordwärts fließenden Elpe befinden sich die ehemaligen Bergwerkssiedlungen Elpe und Heinrichsdorf. Kurz bevor die Elpe das Stadtgebiet verlässt, liegt östlich der Stadtteil Gevelinghausen.

Im Norden des Stadtteils Antfeld befindet sich der Antfelder Forst. Dieser bis zu etwa 550 m hohe Höhenzug gehört zu den Ostausläufern des Naturparks Arnsberger Wald.

Nachbargemeinden Olsberg grenzt im Süden an Winterberg, im Westen an Bestwig und im Osten an Brilon. Diese Gemeinden liegen wie Olsberg selbst im Hochsauerlandkreis. Im Norden grenzt Olsberg an das zum Kreis Soest gehörende Rüthen. Im Südosten hat Olsberg ein kurzes Stück eine gemeinsame Grenze mit dem hessischen Willingen (Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Stadtgliederung Die Stadt Olsberg ist in zwölf Ortschaften gegliedert: Antfeld, Assinghausen, Bigge, Bruchhausen, Brunskappel, Elleringhausen, Elpe/Heinrichsdorf, Gevelinghausen, Helmeringhausen, Olsberg, Wiemeringhausen und Wulmeringhausen. (PDF-Datei; 84 kB)

Von der Gesamtfläche von 11.787 ha entfallen (Stand 2009) 1372 ha auf Siedlungs- und Verkehrsflächen. 2512 ha werden landwirtschaftlich genutzt. Der größte Teil des Stadtgebiets von 7835 ha sind Waldflächen.

Von zentraler Bedeutung ist der Kernstadtbereich bestehend aus den ehemaligen Gemeinden Bigge und Olsberg. Dort lebt etwa die Hälfte aller Einwohner, und in diesem Bereich konzentrieren sich Einkaufsmöglichkeiten, Verwaltung, Infrastruktureinrichtungen und ähnliches. Städtebaulich eine Besonderheit ist, dass Anfang der 1980er Jahre zwischen den alten Siedlungskernen Bigge und Olsberg auf einer Industriebrache ein neues Stadtzentrum entstanden ist. Dadurch gewann Olsberg auch über die Gemeindegrenzen hinaus an Bedeutung. Die Stadt kommt so der Funktion eines Mittelzentrums nahe.Elisabeth Nieder: Olsberg. In: Sauerland 2/2009, S. 69

Klima

In Olsberg herrscht ein nebelarmes Mittelgebirgsklima. Innerhalb des Stadtgebietes gibt es auf Grund der unterschiedlichen Höhenlagen Differenzen bei den Niederschlagsmengen von 900 mm bis 1400 mm im Jahresmittel. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen zwischen fünf und acht Grad Celsius.Ulrike Peyrer: Olsberg. In: Der Hochsauerlandkreis, Band 6 aus der Reihe „Städte und Gemeinden in Westfalen“. Ardey-Verlag, Münster 1999, ISBN 3-87023-100-9, S. 123.

Im Stadtteil Brunskappel, der auf 413 m ü. NN liegt, wurde im Zeitraum 1961 bis 1990 vom Deutschen Wetterdienst im Jahresdurchschnitt eine Niederschlagsmenge von 1141 mm gemessen. Es zeigten sich im Schnitt im Januar und Dezember die höchsten Niederschlagsmengen mit 112 mm und 124 mm. Die niederschlagsärmsten Monate waren der Februar und September mit 78 mm.Deutscher Wetterdienst (Messstation Olsberg-Brunskappel): Mittelwerte Olsberg-Brunskappel für den Zeitraum 1961–1990

Geschichte mini|Blick vom Feldstein nach Norden auf Goldstein (rechts) und Bornstein im NSG Bruchhauser Steine

Zumindest zeitweise besiedelt waren Teile des heutigen Stadtgebiets bereits in der vorrömischen Eisenzeit. Die Wallburg Bruchhauser Steine wird auf die Zeit vom 6. bis 3. Jahrhundert vor Christus datiert.

Mittelalter Urkundlich erwähnt wurden verschiedene Ortsteile der heutigen Stadt teilweise schon im 11. und 12. Jahrhundert. Der Ort Olsberg wurde erstmals 1281 erwähnt. In dieser Zeit gab es noch die Siedlungsplätze Gierskopp, Drönkhausen, Duinkhausen, Bodinghausen und Olsberg. Im 16. und 17. Jahrhundert siedelten immer mehr Bewohner in den größer werdenden Dörfern der Gegend, wie z. B. in Olsberg, um leichter Schutz zu finden. Dadurch fielen die meisten der genannten Wohnplätze wüst.

Begütert waren im heutigen Stadtgebiet die Edelherren von Grafschaft. Sie besaßen Güter in den Pfarreien Neger (ein weiterer wüster Ort), Brunskappel und Assinghausen. Zusammengefasst waren die Besitzungen in der Vogtei Brunskappel. Eine Landesherrschaft konnten sie aber gegen die Erzbischöfe von Köln nicht aufbauen.Josef Rüther: Heimatgeschichte des Kreises Brilon. Münster 1956, S. 62. Ein Großteil des heutigen Stadtgebietes gehörte im Mittelalter zum sogenannten Assinghauser oder Freien Grund. Die Herrschaft über das Freigericht gehörte bis zum Ende des 13. Jahrhunderts den Grafen von Arnsberg. Zur Zeit von Graf Gottfried IV. fiel das Freigericht an die benachbarten Grafen von Waldeck. Als Gerichtsstätte war der Freistuhl in Assinghausen von großer Bedeutung.

Frühe Neuzeit mini|Kropff’sches Haus, erbaut 1701

Da auch die Kölner Erzbischöfe Anspruch darauf erhoben, blieb der Assinghauser Grund bis ins 17. Jahrhundert zwischen Kurköln und Waldeck umstritten. Im 17. Jahrhundert setzten sich die Kölner durch. Damit gehörte das Gebiet um Olsberg endgültig zum Herzogtum Westfalen.

Stark betroffen war das Gebiet um Olsberg von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges. Vor allem seit 1637 wurde die Gegend durch schwedische und hessische Soldaten verheert. Die Schatzungsforderungen im Assinghauser Grund mussten 1638 erheblich verringert werden, da Dreiviertel der Einwohner tot oder völlig verarmt waren. Am Ende des Krieges sollen in der Gegend hunderte Gebäude zerstört gewesen sein. Viele Höfe in den heute zur Stadt gehörenden Gemeinden lagen über Jahre wüst. Einige Orte wurden nicht wieder besiedelt.Josef Rüther: Heimatgeschichte des Kreises Brilon. Münster 1956, S. 75.

Im 17. und 18. Jahrhundert zählte man in Olsberg 41 Vollspann- und 10 Halbspannbauern. Hinzu kamen drei beerbte und sechs unbeerbte Kötter. Im Assinghauser Grund war die Durchschnittsparzelle im 19. Jahrhundert mit drei Morgen sehr klein. Der Grund war die dort im Gegensatz zu vielen Teilen des Herzogtums Westfalen geltende Realteilung im Erbrecht.Josef Rüther: Heimatgeschichte des Kreises Brilon. Münster 1956, S. 96.

Seit dem Mittelalter wurde in der Gegend Eisenerz gefördert und verhüttet. Im 17. Jahrhundert gab es in verschiedenen Orten des heutigen Stadtgebietes Hüttenwerke. So gab es 1629 zwei Hütten in Bigge, eine in Olsberg und eine in Bruchhausen. Hinzu kamen verschiedene Hammerwerke. Die meisten Betriebe mussten im 19. Jahrhundert der industriellen Konkurrenz weichen. Durch Spezialisierung erfolgreich anpassen konnte sich die Olsberger Hütte.Josef Rüther: Heimatgeschichte des Kreises Brilon. Münster 1956, S. 157–159.

19. und 20. Jahrhundert mini|Die Olsberger Hütte, Gemälde von Engelbert Seibertz, 1832

Der Raum der heutigen Stadt Olsberg war zu Beginn der Revolution 1848/1849 im Vergleich zu anderen Orten Schauplatz ungewöhnlich heftiger ländlicher Unruhen. In Bigge und Assinghausen wurde gedroht, die Häuser der Grundherren anzuzünden. In Bruchhausen kam es zu offenen Gewalttätigkeiten. Eine Menschenmenge zog zum Renteigebäude des Schlosses Bruchhausen, sang Revolutionslieder und rief nach Freiheit und Gerechtigkeit. Das Gebäude wurde gestürmt, Fenster und Mobiliar wurde zerschlagen und Akten und Rechnungsbücher verbrannt.Wilfried Reininghaus, Axel Eilts: Fünfzehn Revolutionsmonate. Die Provinz Westfalen vom März 1848 bis Mai 1849. In: Wilfried Reininghaus, Horst Conrad (Hrsg.): Für Freiheit und Recht. Westfalen und Lippe in der Revolution 1848/49. Aschendorff, Münster 1999, ISBN 3-402-05382-9, S, 32–73, hier S. 33.

Wegen der Gewerbebetriebe gab es im 19. Jahrhundert in einigen Ortsteilen neben der landwirtschaftlichen einen großen Teil der Bevölkerung, der gewerblich tätig war. In Bigge etwa gab es 1892 8 Landwirte, 40 Angehörige des Gesindes, 6 Tagelöhner, 40 Beschäftigte in Industrie und Bergbau, 46 Handwerker, 20 Berufstätige in Handel und Verkehr, 12 Personen in Dienstleistungsberufen und 26 Witwen.Westfälisches Staatsarchiv Münster, Kreis Brilon 1107.

Insbesondere gestützt auf die hochspezialisierten Former der Olsberger Hütte, entwickelte sich Bigge-Olsberg zu einer Hochburg der christlichen Gewerkschaftsbewegung. Ein Großteil der Arbeiter war seit 1903 im Christlichen Metallarbeiterverband organisiert. Im Jahr 1910 kam es zu einem erbittert geführten Streik. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Olsberg Sitz eines hauptamtlichen Gewerkschaftssekretärs.Jens Hahnwald: „Schwarze Brüder in rotem Unterzeug“ … Arbeiter und Arbeiterbewegung in den Kreisen Arnsberg, Brilon und Meschede 1889–1914. In: Karl-Peter Ellerbrock, Tanja Bessler-Worbs (Hrsg.): Wirtschaft und Gesellschaft im südöstlichen Westfalen. Gesellschaft für Westfälische Wirtschaftsgeschichte, Dortmund 2001, S. 224–275, hier S. 266–267.

Seit 1909 wird Olsberg mit Strom versorgt. In den Jahren 1927 bis 1928 wurde ein Stausee gebaut.Wilfried Rosenkranz: Der Bau des Olsberger Stausees und des Kraftwerkes Steinhelle.

Parteipolitisch war Olsberg eine Zentrumshochburg. Im Jahr 1930 wurde eine NSDAP-Ortsgruppe gegründet, die bald sehr aktiv wurde. Sie griff von hier aus auf den südlichen Teil des Kreises Brilon über. Im Jahr 1932 sprach August Wilhelm von Preußen, ein prominentes Mitglied der NSDAP, auf einer großen Parteiversammlung. Als Protestrufe laut wurden, ging die SS mit Gewalt gegen die Gegner vor.Alfred Bruns: Das Gau Westfalen-Süd. In: Das Hakenkreuz im Sauerland. Schmallenberg 1988, S. 45f.