Jucu () ist eine Gemeinde im Kreis Cluj in der Region Siebenbürgen in Rumänien. Die Gemeinde besteht aus fünf Dörfern; Gemeindesitz ist Jucu de Sus (ungarisch Felsőzsuk oder Oláhzsuk), welcher seit 1968 mit Jucu de Jos vereint ist.Geschichte der Gemeine auf deren Webdarstellung, abgerufen am 19. März 2011.

Geographische Lage mini|links|Lage der Gemeinde Jucu im Kreis Cluj Im Zentrum des Kreises Cluj befindet sich die Gemeinde am Someșul Mic (Kleiner Somesch) – einem Quellfluss des Someș –, im Westen des Siebenbürgischen Beckens. Im historischen Stuhlbezirk Mocs (heute Mociu) des Klausenburger Komitats, an der Bahnstrecke Apahida–Dej und der Europastraße 576 liegt die Gemeinde etwa 18 Kilometer nördlich der Kreishauptstadt Cluj-Napoca (Klausenburg); die Kleinstadt Gherla befindet sich ca. 25 Kilometer nördlich von Jucu entfernt.

Geschichte Der Ort Jucu de Sus wurde erstmals 1325 urkundlich erwähnt.Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2. Auf Grund von archäologischen Funden auf dem Areal von Jucu de Sus (ein Grab in der Nähe des Bahnhofes) ist nach Angaben von I. Marţian die Geschichte der Besiedlung der Region jedoch bis in die Jungsteinzeit oder Bronzezeit zurückzudatieren. Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden nach Angaben von Endre Orosz, Márton Roska, Gábor Finály u. a. weitere zahlreiche archäologische Funde gemacht, darunter auch Obsidian und Feuerstein der Jungsteinzeit.Repertoriul Arheologic al României – Jucu de Sus, abgerufen am 19. März 2011 (rumänisch).

Im Mittelalter war der Ort ein ungarisches Dorf. Seit etwa 1660 ist der Ort Jucu de Sus von mehrheitlich rumänischer Bevölkerung besiedelt. Der Großgrundbesitzer László Suky (1741–1791) stiftete die unitarische Kirche des Dorfes. Die Adelsfamilie Suky war eine der einflussreichsten und wohlhabendsten in Siebenbürgen.

Einwohnerentwicklung Nachfolgend die Einwohnerentwicklung der Gemeinde: für 2002: Jucu 2002.

Die höchste Anzahl der Rumänen (5027) wurde 1956, die der Ungarn (983) 1941, die der Deutschen (29) – 14 davon in Gădălin – 1900 und die der Roma (109) 1850 gezählt. Darüber hinaus bezeichnete sich 1890 ein Einwohner, 1941 fünf als Ukrainer und einer als Slowake. 2002 lebten in der Gemeinde Jucu de Sus noch 4086 Menschen, davon waren 3524 Rumänen, 516 Ungarn, ein Deutscher, 43 Roma und zwei andere.

Wirtschaft Nokia in Jucu Im Sommer 2007 wurde mit der Schaffung eines Industriegebietes begonnen, in welches der rumänische Staat etwa 33 Millionen Euro investierte.Kathrin Lauer: Nokia zieht nach Rumänien, bei sueddeutsche.de, am 17. Mai 2010. Der Handyhersteller Nokia nahm hier im Februar 2008 seine Produktion auf. Von den 159 Hektar des Industriegebiets nutzt Nokia 90 Hektar.Handelsblatt am 17. Januar 2008: NOKIA IN RUMÄNIEN: Freude im „Silicon Valley“ von Jucu. Die Produktionsstätte Nokia-Werk Cluj ersetzte das zur Schließung vorgesehene Nokia-Werk Bochum. Der Leiter des Werkes in Jucu John Gerry sagte aber, dass der zeitliche Zusammenfall nur zufällig wäre und in Jucu vor allem Handys für den osteuropäischen Markt produziert würden..

Im Zuge der Entstehung des Industrieparks und damit zusammenhängender Bodenspekulationen wurde im Jahre 2007 der Bürgermeister Petre Coste wegen Korruptionsvorwürfen suspendiert und verhaftet.Ziua de Cluj: Bürgermeister Petre Coste wegen Korruption verhaftet, 28. Juli 2007 (rumänisch).

Nokia gab im September 2011 bekannt, dass der Standort in Rumänien zum Jahresende 2011 geschlossen wird. (englisch).

Rundfunksender In Jucu befindet sich ein Mittelwellensender des rumänischen Rundfunks. Er strahlt auf der Frequenz 909 kHz das vierte Programm mit 200 kW Sendeleistung aus und verwendet als Sendeantenne einen 165 Meter hohen Sendemast. Daneben wird noch ein zweiter Sender mit 950 kW auf 1152 kHz betrieben. Hierfür existieren zwei weitere Sendemasten ().

Persönlichkeiten

George Bariț (1812–1893), Historiker, Journalist und Gründer der ersten rumänischsprachigen Presse in Siebenbürgen.

Weblinks

Jucu auf der Website des Kreises Cluj Jucu bei ghidulprimariilor.ro

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1325