Der Deutsche Steuerberaterverband e. V. (DStV) vertritt als Spitzenorganisation die Angehörigen der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe auf nationaler und internationaler Ebene gegenüber Politik, Verwaltung und weiteren Stakeholdern. In seinen 15 Mitgliedsverbänden sind über 36.500 – überwiegend selbstständig in eigener Kanzlei oder Sozietät tätige – Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Rechtsanwälte sowie Berufsgesellschaften freiwillig zusammengeschlossen.
Ziele und Aufgaben Der DStV vertritt die Interessen seiner Mitgliedsverbände und dessen Mitgliedern besonders in steuer-, berufs- und europarechtlichen Fragen in Deutschland und Europa. Er unterstützt die Verbandsmitglieder durch Informationsangebote, Newsletter und Praxistipps. Die Fachzeitschrift Die Steuerberatung als Verbandsorgan informiert über berufsrelevante Themen. Mit dem Fachberater für vereinbare Tätigkeiten – einem Konzept des DStV und seiner Mitgliedsverbände – können Steuerberater Fachkompetenz in ihrem Spezialgebiet sichtbar machen.
Beim jährlichen Deutschen Steuerberatertag bringt der DStV Kolleginnen und Kollegen und Fachleute aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gerichtsbarkeit zusammen.
In Brüssel unterhält der Deutsche Steuerberaterverband e. V. (DStV) mit der Bundessteuerberaterkammer (BStBK) ein gemeinsames Büro als German Tax Advisers. Zusätzlich entsendet der DStV Vertreter in die europäischen Organisationen European Federation of Accountants and Auditors for SMEs (EFAA) und European Tax Adviser Federation (ETAF).
Organe Der DStV konstituiert sich aus der Mitgliederversammlung, dem Vorstand und dem Präsidium. Die Mitgliederversammlung setzt sich aus den Delegierten der Mitgliedsverbände zusammen. Alle Angelegenheiten des Verbandes unterliegen ihrer Beschlussfassung. Dem Vorstand obliegt es, unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Mitgliederversammlung, die Tätigkeit des Verbandes zu bestimmen. Er besteht aus je einem Vorstandsmitglied der Mitgliedsverbände.
Die Hauptaufgaben des DStV-Präsidiums sind die Leitung des Verbandes sowie die Ausführung der Beschlüsse der Mitgliederversammlung und des Vorstandes. Der fachlichen Unterstützung sowie als Beratungsgremium in Fragen des Praxisalltags dienen ein Steuerrechts- sowie ein Rechts- und Berufsrechtsausschuss. Darüber hinaus bestehen weitere Arbeitskreise wie zu den Themen Betriebswirtschaftslehre oder IT.
Dem Präsidium des Deutschen Steuerberaterverbands gehören an: Torsten Lüth (Präsident), Christian Böke, Stefan Dreßler, Gero Hagemeister, Carsten Nicklaus, Marcus Tuschen und Frank Urich.
Das Deutsche Steuerberaterinstitut e. V. (DStI), Fachinstitut des DStV, wird ebenfalls von einem Präsidium geleitet. Dem Präsidium des DStI gehören an: Torsten Lüth (Präsident), Frank Urich und Michael Weidenfeller.
Mitgliedsverbände In den 15 Mitgliedsverbänden des DStV sind überwiegend selbstständig in eigener Kanzlei oder Sozietät tätige Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer sowie Berufsgesellschaften freiwillig zusammengeschlossen. Mitgliedsverbände des Deutschen Steuerberaterverbands sind:
Mitgliedsverband Sitz Präsident/PräsidentinLandesverband der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe Baden-Württemberg e. V. Stuttgart Hans-Joachim OettingerLandesverband der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe in Bayern e. V.München Stefan DreßlerSteuerberaterverband Berlin-Brandenburg e. V. Berlin Markus DeutschSteuerberaterverband im Lande Bremen e. V. Bremen Ralf HeitkampSteuerberaterverband Düsseldorf e. V.Düsseldorf Carsten NicklausSteuerberaterverband Hamburg e. V. Hamburg Andreas SchneierSteuerberaterverband Hessen e. V. Frankfurt am Main Frank Urich Steuerberater-Verband e. V. KölnKöln Gero HagemeisterSteuerberaterverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. Rostock Torsten LüthSteuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt e. V. Hannover und Magdeburg Christian BökeSteuerberaterverband Rheinland-Pfalz e. V. Mainz Christian RechSteuerberaterverband Sachsen e. V., Verband der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe Dresden Hans-Joachim KraatzSteuerberaterverband Schleswig-Holstein e. V., Verband der steuer- und wirtschaftsprüfenden Berufe Kiel Lars-Michael LanbinSteuerberaterverband Thüringen e. V. Erfurt Sebastian ZengSteuerberaterverband Westfalen-Lippe e. V. Münster Marcus Tuschen
Geschäftsstelle, Brüsseler Büro und Fachausschüsse
Geschäftsstelle Die Geschäftsstelle des DStV hat ihren Sitz im Haus der Verbände in Berlin-Mitte. Der Geschäftsführung des DStV gehören an: Norman Peters (Hauptgeschäftsführer) und Sylvia Mein (Geschäftsführerin). Die Geschäftsstelle unterteilt sich in die Abteilungen Steuerrecht, Berufs- und Europarecht, Veranstaltungen, Sekretariate und Interne Dienste.
German Tax Advisers Anfang des Jahres 2019 vereinbarten der DStV und die Bundessteuerberaterkammer, ihre Kräfte bei der Vertretung der Interessen des Berufsstands gegenüber den Institutionen der Europäischen Union zu bündeln und künftig in Brüssel unter der Bezeichnung German Tax Advisers gemeinsam aufzutreten. In diesem Zusammenhang bezogen der DStV und die BStBK im Februar 2020 im Wege einer Bürogemeinschaft Räumlichkeiten in der Rue de Montoyer 25 inmitten von Brüssels Europaviertel.
Fachausschüsse Der Rechts- und Berufsrechtsausschuss befasst sich mit den Entwicklungen der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen des steuerberatenden Berufes. Der Steuerrechtsausschuss begleitet aktuelle Gesetzgebungs- und Verwaltungsvorhaben und erarbeitet für das Präsidium fachliche Expertisen und Stellungnahmen an den Gesetzgeber, die Finanzverwaltung sowie an die Gerichtsbarkeit. Beide Ausschüsse erarbeiten Leitfäden und Arbeitshilfen für die Praxis. Mitglieder des DStV Präsidiums und der DStV Geschäftsführung treffen sich mit Vertretern der BStBK im Koordinierungskreis Europa zur Abstimmung der Europaarbeit in Brüssel.
Verbandspositionen
Steuerrecht Der DStV verfolgt das Ziel, die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Steuerpflichtige und Berufsträger zu verbessern, um Deutschland als attraktiven Wirtschaftsstandort zu gestalten. Dabei legt der DStV Wert auf die Einhaltung der Gleichmäßigkeit der Besteuerung und ein systematisch nachvollziehbares, praktikables Steuerrecht. Ebenso fördern Rechtssicherheit und Verlässlichkeit des Rechts das obige Ziel.
Gerade ein einfaches, verständliches Steuerrecht sorgt aus Sicht des DStV für größeres Verständnis und mehr Akzeptanz des Steuerpflichtigen, Abgabenlasten zu tragen. Zugleich verringert es die Haftungsrisiken für den Berufsstand. Der Abbau unnötigen bürokratischen Aufwands erleichtert für alle Verfahrensbeteiligten – Steuerpflichtige, steuerliche Berater und Finanzverwaltung – ein kooperatives und faires Besteuerungsverfahren.
Ebenso bedeutsam für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland ist die Stärkung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Gerade KMU sind es, die Innovation betreiben, neue Märkte erschließen und damit Arbeitsplätze schaffen. Dringend erforderliches Wirtschaftswachstum in Deutschland wird vor allem durch die Entlastung der KMU erreicht. Einen weiteren Beitrag würde der Abbau von im Ausland unbekannten Regelungen, wie z. B. der deutschen Gewerbesteuer leisten. Bestehende Investitionshemmnisse würden abgebaut.
Diese Grundüberzeugungen spiegeln sich erkennbar im Engagement des DStV wider. Sei es etwa zu Fragen der Modernisierung des Besteuerungsverfahrens, zur Grundsteuer, zu den Themen Kassengesetz oder Anzeigepflicht für Steuergestaltungen. Sie sind für den DStV die Leitlinien in Gesprächen mit den maßgeblichen Entscheidungsträgern aus Politik und Finanzverwaltung oder in seiner Funktion als Sachverständiger bei Hearings im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags.
Berufsrecht Das Berufsbild der Steuerberater wird permanent vielschichtiger und komplexer. Das Aufgabengebiet der Berufsangehörigen erstreckt sich heute von der Buchhaltung über die Erstellung von Steuererklärungen und Jahresabschlüssen bis hin zur betriebswirtschaftlichen und strategischen Beratung von Unternehmen. Für seine Mandanten ist der Steuerberater häufig erster Ansprechpartner und engster Vertrauter zugleich.
Der DStV ist regelmäßig Gesprächspartner für Politik, Wirtschaft und Verwaltung, wenn es um die Beurteilung aktueller berufspolitischer Entwicklungen und rechtlicher Fragestellungen etwa im Bereich des Berufszugangs und der Berufsausübung der steuerberatenden und prüfenden Berufe geht.
Der DStV setzt sich dafür ein, dass die herausgehobene Stellung der steuerberatenden und prüfenden Berufe im rechtsstaatlichen Gefüge sowie die Vielschichtigkeit und Komplexität bei der Berufsausübung von einem praxisgerechten Rahmen berufsrechtlich flankiert werden. Dies gilt etwa für die besondere gesetzliche Stellung des Steuerberaters als unabhängiges Organ der Steuerrechtspflege. Daneben kommt bereits aus Gründen des Verbraucherschutzes der herausgehobenen Qualität der Berufsausübung durch permanente fachliche Fortbildung der Berufsträger und ihrer Mitarbeiter in den Kanzleien eine besondere Bedeutung zu. Gleiches gilt für den gesetzlich normierten Schutz des Berufsgeheimnisses als Ausdruck der besonderen Vertrauensstellung, von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern zu ihren Mandanten.
Zur Unterstützung bei der Berufsausübung stellt der DStV den Berufsangehörigen auch zahlreiche Informationen und Arbeitshilfen für die Praxis zur Verfügung, wie Hinweise zum Datenschutz oder Musterverfahrensdokumentation zum Ersetzenden Scannen.
Europarecht Der Einfluss europäischer Politik und Gesetzgebung auf das Berufsbild und die Beratungspraxis von Steuerberater und Steuerberaterinnen nimmt stetig zu. Bei der anstehenden Umsetzung der EU-Hinweisgeberrichtlinie (Schutz von Whistleblowern) befürchtet der DStV eine Aufweichung der Verschwiegenheitspflichten von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern gegenüber steuerlich beratenden Rechtsanwälten. Rechtsanwälte und Ärzte sind als Berufsgeheimnisträger nach der neuen Richtlinie weiterhin geschützt.
Seit 2018 betreibt die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland. Streitgegenstand sind die Vorbehaltsaufgaben im Steuerberatungsgesetz, die von der EU-Kommission als „inkohärent“ und „unverhältnismäßig“ bewertet werden. Sie ist weiter der Meinung, dass die Vorbehaltsaufgaben des steuerberatenden Berufs nicht so kompliziert seien, dass sie nur von Spezialisten wie Steuerberatern ausgeführt werden können. Der DStV bewertet die Sichtweise der EU-Kommission als „einseitig“, schließlich sei der steuerberatende Beruf komplex und müsse hohen Qualitätsansprüchen und Erwartungen an den Verbraucherschutz Rechnung tragen.
Fortbildungen
Deutsches Steuerberaterinstitut e. V. (DStI) Das Deutsche Steuerberaterinstitut e. V. (DStI) ist das Fachinstitut des DStV. Das DStI ist Veranstalter des Deutschen Steuerberatertags, der Seminarreihe Prüfungswesen und der Aus- und Fortbildung von DStV-Fachberatern. Daneben bietet es ein breites Spektrum an die gesamte Steuerberaterkanzlei unterstützenden Serviceverträgen.
Fachberater (DStV e. V.)