mini|Gottfried von Dryander.Büro des Reichstags (Hrsg.): Reichstags-Handbuch 1928. IV. Wahlperiode. Verlag der Reichsdruckerei, Berlin 1928. Gottfried Ernst Hermann von Dryander (* 30. November 1876 in Bonn; † 18. September 1951 in Urbino, Italien) war ein deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (DNVP).
Leben und Beruf Dryander wurde als Sohn des später nobilitierten Hofpredigers Ernst Dryander und dessen Ehefrau Magdalene Roedenbeck aus Trebnitz geboren. Nach dem Besuch des Stadtgymnasiums in Halle und dem Abitur 1895 am Wilhelms-Gymnasium Berlin studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten in Lausanne, Bonn, Leipzig und Berlin.Vgl. F. W. Bredt: Das Corps Hansea zu Bonn. Fünfzig Jahre seiner Geschichte. Verlag Albert Ahn, Köln 1899, S. 248. Er bestand 1899 das erste juristische Staatsexamen, promovierte im selben Jahr zum Dr. jur. und war ab 1901 als Regierungsreferendar in Potsdam tätig. 1904 legte er das zweite juristische Staatsexamen ab.
Dryander trat in den preußischen Staatsdienst ein, war seit 1904 als Regierungsassessor in Hadersleben tätig und wirkte seit 1905 als Landratsamtsverweser in Apenrade. 1913 wechselte er als Hilfsarbeiter zum Reichsamt des Innern. Er war seit 1914 Vortragender Rat Vgl. Heinrich Potthoff: Friedrich v. Berg als Chef des Geheimen Zivilkabinetts 1918. Erinnerungen aus seinem Nachlaß. In: Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Erste Reihe: Von der konstitutionellen Monarchie zur parlamentarischen Republik. Hrsg. Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Hrsg. Werner Conze, Erich Matthias, Droste-Verlag, Düsseldorf 1971, S. 37 f. im Geheimen Zivilkabinett und wurde später zum Geheimen Oberregierungsrat ernannt. Daneben fungierte er als Vertreter des Berliner Kabinettschefs im Großen Hauptquartier. Nach der Novemberrevolution arbeitete er bis Ende 1919 im preußischen Staatsministerium. Im Zuge der Auflösung des Geheimen Zivilkabinettes am 31. März 1920 wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Seit 1931 war Dryander dann als Oberwaltungsgerichtsrat in Berlin tätig, bis er im September 1941 in den Wartestand versetzt wurde. Von 1942 bis 1945 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und zeitweise Kurator des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW). Als Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche Brandenburg lehnte er 1933 die Übertragung des „Arierparagraphen“ auf Geistliche ab.
Familie Im März 1917 heiratete Gottfried von Dryander, damals noch bürgerlich, in Berlin die 1883 in Aachen geborene Margarete von Hoffmann, zweitjüngste Tochter der Johanna Schütte und des Verwaltungsjuristen Otto von Hoffmann. Margarete und Gottfried hatten eine Tochter Elisabeth, 1919 in Berlin geboren. DryanderGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1921. Jahrgang 15, Justus Perthes, Gotha Herbst 1920, S. 162 f. hatte zwei jüngere Schwestern, Katharina von Dryander war mit dem Theologen und ordentl. Prof. an der Universität Breslau, Konsistorialrat und Ehrendoktor der theol. Fakultät der Universität Greifswald Johannes Steinbeck verheiratet, Hildegard von Dryander mit dem Konsistorialrat und Pastor Walter Kähler zu Münster.
Abgeordneter Dryander war von 1921 bis 1924 Mitglied des Preußischen Landtages. Bei der Reichstagswahl im Mai 1924 wurde er in den Deutschen Reichstag gewählt, dem er bis 1930 angehörte.
Öffentliche Ämter Dryander amtierte von 1908 bis 1913 als Landrat des Kreises Hadersleben.
Literatur Bernhard Koerner (Hrsg.): Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien. (Ein Deutsches Geschlechterbuch). Band 7, Zeichnungen: Ad. M. Hildebrandt, Hrsg. Herold (Verein), W. T. Bruer, Berlin 1900/1899, S. 21–22. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1921. Jahrgang 15, Justus Perthes, Gotha Herbst 1920. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.). Teil B (Briefadel). 1938. Jahrgang 30, Justus Perthes, Gotha Herbst 1937.
Weblinks
Kurzbiographie in den Akten der Reichskanzlei
Einzelnachweise
Kategorie:Landrat (Kreis Apenrade) Kategorie:Landrat (Kreis Hadersleben) Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Weimarer Republik) Kategorie:Mitglied des Preußischen Landtags (Freistaat Preußen) Kategorie:DNVP-Mitglied Kategorie:Ministerialbeamter (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Nobilitierter (Preußen) Kategorie:Geboren 1876 Kategorie:Gestorben 1951 Kategorie:Mann