Die Weichritterlinge (Melanoleuca) gelten als gut erkennbare Blätterpilzgattung. Ihr wissenschaftlicher Name spiegelt die häufigste Färbung von Hut und Lamellen wider. So ist die Hutoberseite in der Regel dunkel gefärbt, die Lamellen hingegen weißlich.
Merkmale Die Hutform ist meist gewölbt, höchstens leicht gebuckelt oder minimal in der Mitte eingedrückt. Der Hut besitzt oberseits eine weißliche, braune oder graue Farbe. Die Lamellen sind normalerweise ausgebuchtet, am Stiel angewachsen und leicht herablaufend. Sie besitzen eine weiße bis ockergelbe Färbung mit teils rosa Schimmer. Das Sporenpulver ist weiß bis cremefarben. Der Stiel ist feinfasrig, teils rillig und häufig an der Basis verdickt. Fundorte sind grasige Wälder, Wegränder und Parkanlagen.
Arten In Europa kommen im engeren Sinn rund 80 Arten und Varietäten vor bzw. sind dort zu erwarten.
Weichritterlinge (Melanoleuca) in Europa Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Schierlings- oder Starkriechender Weichritterling Melanoleuca adstringens Kleinknolliger Weichritterling Melanoleuca amica Dunkelbrauner Weichritterling Melanoleuca arcuata Schwarzfüßiger Weichritterling Melanoleuca atripes Melanoleuca bataillei Kurzsporiger Weichritterling Melanoleuca brachyspora Gedrungener Weichritterling Melanoleuca bresadolae Kurzstieliger Weichritterling Melanoleuca brevipes Blasser Weichritterling Melanoleuca candida Melanoleuca castaneofusca Katalanischer Weichritterling Melanoleuca catalaunica Melanoleuca cavipes Graublättriger Weichritterling Melanoleuca cinereifolia Frühlings-Weichritterling Melanoleuca cognata Melanoleuca cognata var. robusta Melanoleuca congregata Melanoleuca contracta Melanoleuca crassotunicata Kurzfuß-Weichritterling Melanoleuca curtipes Später Weichritterling Melanoleuca decembris Trichterlings-Weichritterling Melanoleuca decembris var. pseudorasilis Melanoleuca diverticulata Bunter Weichritterling Melanoleuca electropus Heller Weichritterling Melanoleuca evenosa Ausgefranster Weichritterling Melanoleuca exscissa(beschrieben als „excissa“) Melanoleuca favrei Friesscher Weichritterling Melanoleuca friesii Melanoleuca furva Melanoleuca fusca Kleiner Gras-Weichritterling Melanoleuca graminicola Rillstieliger Weichritterling Melanoleuca grammopus Melanoleuca grammopus var. obscura Rauchgrauer Weichritterling Melanoleuca griseofumosa Heterozystiden-Weichritterling Melanoleuca heterocystidiosa Behaarter Weichritterling Melanoleuca humilis Melanoleuca intervenosa Iris-Weichritterling Melanoleuca iris Melanoleuca kavinae Melanoleuca krieglsteineri Graubrauner Weichritterling Melanoleuca kuehneri Dunkler Kurzstiel-Weichritterling Melanoleuca langei Weißblättriger Weichritterling Melanoleuca leucophylloides Gelbsporiger Weichritterling Melanoleuca luteolosperma Melanoleuca malenconii Gemeiner Weichritterling Melanoleuca melaleuca Südlicher Weichritterling Melanoleuca meridionalis Purpurbrauner Weichritterling Melanoleuca metrodiana Rosablättriger Weichritterling Melanoleuca metrodii Filzhütiger Weichritterling Melanoleuca microcephala Melanoleuca nauseosa Dunkler Weichritterling Melanoleuca nigrescens Ockerfleckender Weichritterling Melanoleuca nivea Gebirgs-Weichritterling Melanoleuca oreina Gestreifter Weichritterling Melanoleuca paedida Melanoleuca pallidicutis Melanoleuca parisianorum Kastanienbrauner Weichritterling Melanoleuca phaeopus(beschrieben als „phaeopodia“) Dunkelfleischiger Weichritterling Melanoleuca polioleuca Melanoleuca politoinaequalipes Melanoleuca privernensis Heller Kurzstiel-Weichritterling Melanoleuca pseudobrevipes Melanoleuca pseudoevenosa Schlankstieliger Weichritterling Melanoleuca pseudoluscina Melanoleuca pseudopaedida Glatter Weichritterling Melanoleuca rasilis Melanoleuca reae(beschrieben als „Reai“) Rotfüßiger Weichritterling Melanoleuca rufipes Grauer Weichritterling Melanoleuca schumacheri Blassgrauer Weichritterling Melanoleuca spegazzinii Steifstieliger Weichritterling Melanoleuca strictipes Wegrand-Weichritterling Melanoleuca stridula Rüblings-Weichritterling Melanoleuca stridula var. pallidipes Melanoleuca striimarginata Almen-Weichritterling Melanoleuca subalpina Melanoleuca subbrevipes Melanoleuca subexcentrica Bereifter Weichritterling Melanoleuca subpulverulenta Weißer Alpen-Weichritterling Melanoleuca substrictipes Flacher Weichritterling Melanoleuca tabularis Düsterer Weichritterling Melanoleuca tristis Braunrußiger Weichritterling Melanoleuca turrita Raustiel- oder Flockenstieliger Weichritterling Melanoleuca verrucipes Gelatinisierter Weichritterling Melanoleuca yucatanensis
Bedeutung Speisewert Alle Weichritterlinge gelten als ungiftig. Dies könnte jedoch auch daran liegen, dass selbst unter Wissenschaftlern die Artbestimmung häufig strittig ist. So könnten Giftpilze einfach noch nicht bekannt sein. Beim Almen-Weichritterling (M. strictipes Ondrej Ďuriška, Vladimir Antonín, Roberto Para und andere: Taxonomy, ecology and distribution of Melanoleuca strictipes (Basidiomycota, Agaricales) in Europe. in: CZECH MYCOLOGY 69 (1): 15–30, May 9, 2017 (ISSN 1805-1421, Digitalisat)) wird z. B. eine leichte Giftigkeit vermutet. Der Frühlings-Weichritterling (M. cognata) wird als Speisepilz verwendet, auch wenn er wie alle Arten dieser Gattung nicht besonders wohlschmeckend ist.
Quellen Literatur Rudolf Winkler: Artenliste Melanoleuca. 2006. Abgerufen am 25. Februar 2011. Walter Pätzold, Hans E. Laux: 1 mal 1 des Pilzesammelns. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart. 2004. ISBN 978-3-440-09692-5.
Einzelnachweise Eric Strittmatter: Die Gattung Melanoleuca. Auf: fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank. Abgerufen am 25. Februar 2011.
Weblinks
Georg Müller: Fotosammlung Melanoleuca. In: Bildergalerie von pilzepilze.de.
Kategorie:Ritterlingsverwandte