Die Los Angeles Lakers (ehemals Minneapolis Lakers) sind eine professionelle Basketball-Mannschaft der nordamerikanischen National Basketball Association (NBA). Das Team errang insgesamt 17 Meistertitel der NBA, einen der National Basketball League (NBL) und gewann zudem das World Professional Basketball Tournament in seiner letzten Austragung. Mit den 17 Meistertiteln sind sie nach den Boston Celtics (18) das erfolgreichste Franchise der NBA.

Der Teamname „Lakers“ (zu deutsch grob „die an den Seen wohnen“ oder „die von den Seen leben“) geht darauf zurück, als die Lakers noch in Minneapolis spielten: Der Bundesstaat Minnesota hat den Spitznamen „Land der 10 000 Seen“. Nach dem Umzug an die Westküste behielt das Team den Namen bei.

Seit 1967/68 sind die Team- und Trikotfarben Gold und Lila, zuvor trugen die Lakers Weiß und Königsblau und die Minneapolis Lakers Taubenblau und Gelb. Dazu kommen Sondertrikots, die es seit 2002 in weiß gibt und die traditionell sonntagmittags und sonntagnachmittags getragen werden. Die Lakers waren bis zur Änderung der Heimtrikotregelung 2017/18 das einzige NBA-Team, dessen Heim-Trikot nicht weiß war.

Geschichte 1947–1968: Beginn in Minneapolis, Umzug nach Los Angeles mini|links|Guard Jerry West Seit den Gründungstagen der NBA gehörten die Lakers zu den erfolgreichsten Basketball-Teams im Mittleren Westen und traten ihr in ihrer dritten Saison bei, was den Niedergang der NBL rapide beschleunigen sollte. Damals noch in Minneapolis beheimatet, formten die Lakers mit ihrem Center George Mikan die erste Dynastie, als sie fünf Meisterschaften zwischen 1949 und 1954 gewannen. Nach dem fünften Titelgewinn erklärte Mikan seinen Rücktritt, die darauffolgende erfolglose Phase der Lakers währte nur kurz. 1958 drafteten sie Elgin Baylor und zwei Jahre darauf Jerry West. Im selben Jahr zog der Verein auf Veranlassung seines neuen Eigentümers, des Unternehmers und Politikers Robert Short, von Minneapolis an die Westküste, nach Los Angeles. In Minneapolis stand Eishockey höher in der Gunst des Publikums und Short versprach sich in Kalifornien größere Profite.Torsten Meyer: Reise durch die Stadt der Engel. 2015, ISBN 978-3-7386-2083-2. Trotz der zwei Superstars Baylor und West – beide wurden 1996, zum 50. Geburtstag der Liga, unter die 50 besten Spieler der NBA-Geschichte gewählt – waren die Lakers nicht in der Lage, die Übermacht der Boston Celtics in den 1960er Jahren zu brechen, die zwischen 1957 und 1969 elf Meisterschaften gewannen.

1968–1973: Die Wilt-Chamberlain-Ära 1968 holten die Lakers Wilt Chamberlain, den herausragenden Center der Liga. Doch trotz dieser Verstärkung unterlagen sie in den kommenden drei Jahren auf dem Weg zum Titel. Erst 1972 gewannen die Lakers ihre erste Meisterschaft in Los Angeles, ironischerweise ohne Elgin Baylor, der verletzungsbedingt in der Mitte der Saison seinen Rücktritt erklärte. Dafür hatte jedoch Gail Goodrich maßgeblich Anteil am Gewinn der Meisterschaft. 1973 unterlag das Team erneut im NBA-Finale, woraufhin Wilt Chamberlain zurücktrat. Ein Jahr später folgte ihm Jerry West und die Lakers waren gezwungen, um Goodrich ein neues Team aufzubauen.

1976–1996: Abdul-Jabbar, Worthy und „Magic“-Johnson-Ära, der „Showtime-Express“ mini|links|Center Kareem Abdul-Jabbar 1976 gelang es den Lakers erneut, den besten Center der Liga zu verpflichten, in diesem Fall Kareem Abdul-Jabbar von den Milwaukee Bucks, bis dato dreimaliger MVP der Liga. Abdul-Jabbar gewann in den zwei Jahren darauf die Auszeichnung des wertvollsten Spielers der Liga, die Meisterschaften für die Lakers blieben aus. Die Lakers bauten das Team weiter um. 1977 kam Jamaal Wilkes von den Golden State Warriors. 1979 kamen die Lakers durch einen geschickten Trade mit den New Orleans Jazz an das Recht, im Draft als erstes Team wählen zu dürfen. Die Wahl fiel auf Earvin „Magic“ Johnson, der die Lakers schon in seiner ersten Saison zum ersehnten NBA-Titel führte. 1982 gewannen die Lakers erneut die Meisterschaft. Im Draft 1982 erhielten die Lakers, nach einer vorher getroffenen Abmachung mit den Cleveland Cavaliers erneut das erste Wahlrecht. Mit dem ersten Pick wählten sie James Worthy aus. In den 1980er-Jahren begründeten Abdul-Jabbar, Johnson und Worthy, aufgrund der spektakulären Spielweise, den „Showtime-Express“. Weitere wichtige Spieler dieser Zeit waren A. C. Green, Byron Scott und Michael Cooper. Trainiert wurde das Team von Pat Riley. Bis 1988 kamen drei weitere Meisterschaften (1985, 1987, 1988) hinzu. 1989 unterlagen die Lakers überraschend deutlich gegen die Detroit Pistons. Im selben Jahr trat Abdul-Jabbar nach 20-jähriger Profi-Karriere zurück. Nachdem man 1990 die Playoffs gegen die Phoenix Suns verloren hatte, trat Trainer Pat Riley zurück. Magic Johnson führte das Team im Alleingang noch ein weiteres Mal 1991 ins Finale, unterlag dort Michael Jordans Chicago Bulls. Wenige Monate später verkündete Johnson aufgrund einer HIV-Infektion sein Karriereende. Johnsons plötzlicher Rücktritt versetzte die Lakers in einen Schockzustand, aus dem sie sich erst nach einigen Jahren erholten. Mit den Jahren verließen wichtige Schlüsselspieler die Lakers oder traten zurück. James Worthy als letzter verbliebener Teil des Showtime-Express erklärte 1994 seinen Rücktritt. Magic Johnson übernahm 1994 die Lakers für kurze Zeit als Trainer, scheiterte jedoch mit dem Playoffeinzug und wurde durch Del Harris ersetzt. Im gleichen Jahr holte man über den Draft Eddie Jones. Mit Spielern wie Jones und Nick Van Exel, gelang es den Lakers in den kommenden beiden Jahren in die Playoffs einzuziehen. Del Harris wurde 1994 dafür mit den Coach of the Year Award ausgezeichnet. Ebenfalls gab Magic Johnson 1996 ein kurzes Comeback im Lakersdress und absolvierte 32 Spiele, ehe er seine Karriere endgültig beendete.

1996–2004: Beginn der Kobe-Bryant- und Shaquille-O’Neal-Ära mini|Shaquille O’Neal gewann mit den Lakers drei Meisterschaften 1996 gelangen dem damaligen General Manager Jerry West zwei Verpflichtungen, die die Lakers auf einen Schlag zum Titelaspiranten machten. Zuerst tradete er den Center des Teams, Vlade Divac, für den Draft-Pick der Charlotte Hornets, Kobe Bryant. Wenige Tage später verpflichtete er Shaquille O’Neal von den Orlando Magic, der damals – wie vor ihm Chamberlain und Abdul-Jabbar – der dominanteste Center der NBA war. Weiterhin verpflichtete man Derek Fisher über den Draft und Robert Horry. Bis zur Saison 1998/99 schied dieses hochtalentierte Team immer früh in den NBA-Playoffs aus, worauf sich der Teambesitzer Jerry Buss erstmals dazu durchrang, einen echten Startrainer zu verpflichten.

Vor der Saison 1999/2000 ersetzte Phil Jackson, sechsfacher Champion mit den Bulls, Harris als Headcoach. Mit Jackson kam der Erfolg zurück. Shaquille O’Neal, der nach Jordans Rücktritt 1999 ohnehin schon der beste Spieler der NBA war, steigerte sich erneut und wurde fast einstimmig zum wertvollsten Spieler des Jahres (MVP) gewählt. Bis 2002 gewannen die Lakers drei Meisterschaften in Serie, einen sogenannten Threepeat. Dieser Erfolg hielt die beiden Stars des Teams, Bryant und O'Neal, trotz ihrer gegenseitigen Antipathie zusammen. Nachdem die Lakers 2002/03 frühzeitig in den Playoffs verloren hatten und 2003/04, obwohl hoch favorisiert, in den NBA-Finals den Detroit Pistons unterlegen waren, trennten sich die Wege der beiden Superstars. Die Lakers entschieden sich, Kobe Bryant zu halten, und so wurde Shaquille O’Neal, unter anderem in Austausch für Lamar Odom, zu den Miami Heat geschickt.

2004–2007: Neuaufbau Der Weggang von O’Neal zu den Heat riss ein größeres Loch als erwartet und Kobe Bryant allein gelang es nicht, dieses zu kompensieren. In der Saison 2004/05 fanden die Playoffs zum ersten Mal nach 1994 wieder ohne die Lakers statt. Überraschenderweise kehrte nach der Saison Phil Jackson als Trainer der Lakers zurück. In der Saison 2005/06 gelang es den Lakers jedoch, aufgrund des wiedererstarkten Kobe Bryant, in die Playoffs zu kommen, wo sie gegen den Titelfavoriten Phoenix Suns nur knapp unterlagen.

Im Jahr darauf, der Saison 2006/07, erlitten die Lakers eine empfindliche Niederlage gegen die Dallas Mavericks. Das Team verlor vor eigenem Publikum 72:108. Diese Heimniederlage ist die höchste in der Geschichte des Vereins.Rekord-Triumph gegen Los Angeles. In: Sportbild. 13. März 2007 https://web.archive.org/web/20140202115112/http://www.bild.de/sport/2007/sport/triumph-sieg-lakers-1521414.bild.html

In den Playoffs 2007 verlief es ähnlich wie die Saison zuvor. Sie kämpften sich auf Platz sieben im Westen und traten erneut gegen die Phoenix Suns an. Sie verloren die Serie jedoch mit 1:4.

2007–2011: Rückkehr zur Spitze, Verpflichtung von Pau Gasol mini|Barack Obama gratuliert den Lakers zum Titelgewinn 2009 In der Saison 2007/08 erspielten sie sich Platz eins in der Western Conference und zogen in die Finals ein, wo sie jedoch den Boston Celtics unterlagen. Seit der NBA-Saison 2007/08 gehören die Lakers wieder zu den besten Teams der NBA. Das verdanken sie vor allem der positiven Entwicklung ihres Center Andrew Bynum und dem Trade von Pau Gasol, der im Februar 2008 von den Memphis Grizzlies kam.

In der Saison 2008/09 erreichten sie die Finals. Diese wurden mit 4:1 gegen die Orlando Magic gewonnen. Als wertvollster Spieler dieser Serie wurde Kobe Bryant zum Finals-MVP gewählt.

In der Saison 2009/10 zogen die Lakers zum dritten Mal in Folge in die Finals ein, wo sie, wie schon zwei Jahre zuvor, auf die Boston Celtics trafen. Diesmal entschieden die Lakers die Serie mit 4:3 für sich, und Kobe Bryant wurde erneut zum Finals-MVP gewählt. mini|links|Mike Brown war von 2011 bis 2012 Headcoach der Lakers

In der Saison 2010/11 starteten die Lakers erneut als Favorit in die Saison. Nach einer verhältnismäßig guten Saison, qualifizierten sich die Lakers für die Playoffs. Nach dem Sieg in der ersten Runde gegen die New Orleans Hornets, schied die Mannschaft enttäuschend gegen die Dallas Mavericks, um den deutschen Star Dirk Nowitzki, mit 0:4 aus. Mit dem Ausscheiden endete die Ära von Phil Jackson bei den Lakers. Jackson hatte die Lakers zu fünf Meisterschaften geführt.

Vor der Saison 2011/12, die aufgrund des Lockouts erst am 25. Dezember begann, unterband David Stern (NBA Commissioner) per Veto einen Trade, bei dem Pau Gasol und Lamar Odom im Tausch für Chris Paul zu den New Orleans Hornets wechseln sollten (die NBA selbst war von Dezember 2010 bis 2012 Eigentümer der Hornets). Als dieser Trade nicht zustande kam, wurde Jason Kapono von den Philadelphia 76ers verpflichtet. Des Weiteren verließ Lamar Odom das Team in Richtung Dallas zu den Mavericks. Dies geschah, weil dieser, nachdem er erfahren hatte, dass die Lakers ihn abgeben wollten, um Chris Paul zu bekommen, einen Wechsel gefordert hatte.ESPN LA, Lamar Odom wechselt nach Dallas.

Kurz vor Ende der Trade-Deadline schickten die Lakers Derek Fisher zusammen mit ihrem Firstround Pick nach Houston zu den Rockets im Tausch für Power Forward/Center Jordan Hill. Des Weiteren wurden Luke Walton und Jason Kapono mit dem 2012er Firstround Pick zu den Cleveland Cavaliers geschickt und die Lakers erhielten im Gegenzug den Point Guard Ramon Sessions sowie Christian Eyenga.

Die Lakers konnten die reguläre Saison auf dem dritten Platz der Western Conference abschließen und trafen in der ersten Runde der Playoffs auf die Denver Nuggets. Die Serie gewannen die Lakers mit 4:3 in Spielen. Im Conference-Halbfinale schieden sie gegen die Oklahoma City Thunder mit 1:4 in Spielen aus.

2012–2016: Saison mit Dwight Howard, Neuaufbau, Kobe Bryants letzte Jahre