Fort-Louis (, 1915–1918 und 1940–1944 Ludwigsfeste) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).
Lage Die Gemeinde Fort-Louis liegt an der Mündung der Moder in den Rhein an der Grenze zu Deutschland und 19 Kilometer östlich von Haguenau. Die Gemeinde grenzt im Süden an Dalhunden, im Westen an Stattmatten, Rountzenheim-Auenheim und Rœschwoog, im Nordwesten an Roppenheim, im Norden an Neuhaeusel und im Westen an die deutschen Gemeinden Hügelsheim und Rheinmünster (Ortsteile Söllingen und Greffern).
Geschichte Im Jahr 1686 befahl König Ludwig XIV. von Frankreich den Bau einer FestungHistorische Karten als Digitalisate: 1 und 2 von ULB Düsseldorf im unteren Elsass, unmittelbar an der Grenze zur Markgrafschaft Baden. Sie wurde ab 1687 innerhalb von zehn Jahren auf einer Insel des damals noch nicht regulierten Rheins nach Plänen von Sébastien Le Prestre de Vauban und dem Festungsbauingenieur Jacques Tarade errichtet. Die mittelalterliche Pfalz im rund zwanzig Kilometer entfernten Haguenau wurde dem Erdboden gleichgemacht und die brauchbaren Steine für den Bau der neuen Festung am Rhein verwendet.Peter Koblank: Die verschwundene Königspfalz von Haguenau. Auf den Spuren einer staufischen Wasserburg im Elsass. In: stauferstelen.net, letzter Abschnitt zu Fort-Louis, aufgerufen am 20. April 2026. mini|links|Église Saint-Louis, 1971 eingeweiht Zwei vorgelagerte Forts wurden als Brückenköpfe an den gegenüberliegenden Rheinufern gebaut, das Fort Alsace auf elsässischer Seite und das Fort Marquisat am badischen Ufer. Südlich des Fort Carré genannten Hauptforts entstand auf der Insel gleichzeitig das regelmäßige Straßenraster der Gemeinde Fort-Louis, deren Besiedlung der König mit Privilegien förderte. Das Fort Marquisat (frz. für Markgrafschaft) musste nach dem Frieden von Rijswijk 1697 zwischenzeitlich aufgegeben werden, endgültig nach dem Rastatter Frieden von 1714. Die Hauptfestung wurde 1793 im Ersten Koalitionskrieg erstürmt und 1815–18 weiter zerstört.
Seit der Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert liegen Fort und Gemeinde auf der linken Rheinseite. Am Rheinufer liegt der Polder Moder. Überreste der Festung sind noch heute vorhanden.
Um 1970 herum wurde eine moderne Mairie Das Baudatum des Rathauses ergibt sich aus der Analyse historischer Luftbildserien des Institut national de l’information géographique et forestière (IGN) über Géoportail. In den Orthophotos der 1960er-Jahre ist am Standort des heutigen Rathauses kein Gebäude erkennbar, während es in den Aufnahmen um 1970 bereits besteht; aufrufbar über: https://www.geoportail.gouv.fr/ und eine Kirche neu erbaut.Eglise, Offices et Cultes. In: Commune de Fort-Louis, 2022, (französisch), aufgerufen am 20. April 2026.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2014 2023 Einwohner 137 158 169 167 223 239 288 303 285 Quellen: Cassini und INSEE
Sehenswürdigkeiten Reste des Forts Kirche Saint-Louis, 1971 eingeweiht vom Straßburger Erzbischof Jean-Julien Weber.
Literatur Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Éditions, Band 1, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 145–147. Ernst Gutmann: Die ehemalige französische Festung Fort Louis. In: Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden, 86. Jahresband, 2006, S. 313–320; (Digitalisat von der UB Freiburg).
Weblinks
. In: uffried.fr, französisch, (PDF; 4 S., 120 kB). Hans-Ulrich Barth (H.U. B.): Reliefkarte und historische Pläne. In: Commune de Fort-Louis, 2012, (französisch, deutsch). „Die Reliefkarte kann im Rathaus während der Öffnungszeiten oder nach Vereinbarung besichtigt werden.“Öffnungszeiten des Rathauses. In: Commune de Fort-Louis, (französisch), aufgerufen am 20. April 2026.
Einzelnachweise
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