mini|hochkant|Jens Spahn (2025) Jens Georg Spahn (* 16. Mai 1980 in Ahaus) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Er war von 2015 bis 2018 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen und anschließend im Kabinett Merkel IV Bundesminister für Gesundheit. Er war von 2014 bis 2026 Mitglied des CDU-Präsidiums und von 2021 bis 2022 einer der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden. Von Mai 2025 bis zu seinem Rücktritt im Juli 2026 war er Fraktionsvorsitzender der Fraktion der CDU/CSU im Deutschen Bundestag.

Herkunft, Ausbildung und Privates Jens Georg SpahnMoritz von Uslar: 79 Fragen an Jens Spahn in ZEITMagazin Nr. 22/2017 29. Mai 2017, online abgerufen am 2. September 2017. und seine beiden jüngeren Geschwister wuchsen als Kinder Georg Spahns (1947–2024) im Dorf Ottenstein auf, einem Ortsteil von Ahaus im Kreis Borken im Norden des Westmünsterlandes. Nach dem Abitur 1999 an der Bischöflichen Canisiusschule in Ahaus, auf canisiusschule-ahaus.de absolvierte Spahn eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Westdeutschen Landesbank in Münster, die er 2001 mit dem IHK-Abschluss beendete., auf jens-spahn.de, abgerufen am 2. April 2018 Danach war er Angestellter bis zu seinem Einzug in den Bundestag nach der Bundestagswahl 2002. Spahn wurde ausgemustert; er leistete weder Wehrdienst noch Wehrersatzdienst.Berliner Morgenpost.de vom 6. August 2018: Welcher Politiker hat gedient und wer nicht (abgerufen am 30. August 2025).

Spahn studierte von 2003 bis 2017 neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen und erwarb 2008 den Bachelor of Arts, 2017 den Master of Arts.

Im Jahr 2012 wurde er von Friends of Europe unter die „40 under 40 – European Young Leaders“ gewählt. Spahn absolvierte das „Young Leader Program“ für aufstrebende Führungskräfte in Politik und Wirtschaft, ein Partnerprojekt der Atlantik-Brücke und des American Council on Germany.Jens Spahn von der CDU, „Young Global Leader“. faz.net vom 14. Januar 2017 (abgerufen am 8. Juni 2017). Im Juni 2017 nahm Spahn an der Bilderberg-Konferenz in Chantilly teil.Bilderberg-Konferenz Der Mythos von der geheimen Weltregierung, faktenfinder.tagesschau.de vom 4. Juni 2017 (abgerufen am 8. Juni 2017).

Sein „erstes und letztes Interview“ über seine Homosexualität gab er 2012 dem Spiegel-Magazin. Er sagte, er definiere sich als Politiker nicht über das Schwulsein und mache demnach „keine schwule Klientelpolitik“, sondern wolle „als Gesundheitsexperte die Probleme unserer Zeit lösen“.„Meine Art zu lieben“. In: Der Spiegel, 19. November 2012. Die Bezeichnung queer lehnt Spahn ab.

Spahn lebt in Berlin-Dahlem. Im Jahr 2017 heiratete Spahn auf Schloss Borbeck in Essen Daniel Funke. Die Trauung nahm der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen vor. Funke ist seit Oktober 2025 Head of Public & Corporate Affairs bei Peek & Cloppenburg. Zuvor war er über 15 Jahre bei der Burda-Media-Gruppe tätig – als Hauptstadtbüroleiter der Burda Magazine Holding sowie als Leiter des Bunte-Hauptstadtbüros.Hubert Burda Media: Daniel Funke künftig Chef-Lobbyist, Ilka Peemöller übernimmt das „Bunte“-Hauptstadtbüro. In: Meedia.de, 4. September 2019.

Spahn ist römisch-katholisch und war in seiner Jugend Ministrant.Jens Spahn über Katholizismus und Politik „Gott wird sich etwas dabei gedacht haben“, auf domradio.deJens Spahn: Glaube ist keine Privatsache katholisch.de, vom 19. September 2017Pro und Contra: Braucht das Kabinett die Katholiken? katholisch.de, vom 17. März 2018 2020 sagte er im Interview mit dem Magazin Focus: „Die Kirche ist ein Teil von mir, auch wenn sie mich manchmal ärgert“, da er als homosexueller Mann oft im Konflikt zur Kirche stehe.

Am 15. Juli 2026 machten Spahn und sein Ehemann Daniel Funke öffentlich, dass sie in den Vereinigten Staaten durch Leihmutterschaft ein Kind bekommen haben. Der biologische Vater ist Daniel Funke. Zu den Folgen siehe Leihmutterschaftsaffäre um Jens Spahn.

CDU-Politiker und öffentliche Ämter Parteiämter und Kommunalpolitik (seit 1995) mini|Jens Spahn auf dem CDU-Bundesparteitag in Köln (2014) Spahn trat 1995 in die Junge Union und 1997 in die CDU ein. Er war von 1999 bis 2006 Kreisvorsitzender der JU Borken und wurde 2005 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Borken. Seit 2024 war er zudem Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Münsterland.

Von 1999 bis 2009 gehörte Spahn dem Rat der Stadt Ahaus an. In den Jahren 2009 bis 2015 war er Kreistagsmitglied im Kreis Borken., auf kreis-borken.de

Am 19. August 2026 gab Spahn im Zuge der Leihmutteraffäre bekannt, dass er beim Wahlparteitag am 15. September 2026 nicht erneut für den Vorsitz des CDU-Bezirksverbands Münsterland kandidieren werde. Auch den Vorsitz des Bezirksverbandes gab er im August 2026 auf.Spahn gibt Parteiposten auf, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. August 2026, S. 4.

Bundestagsabgeordneter (seit 2002) Am 26. Oktober 2001 wurde Spahn auf der Wahlkreisversammlung der CDU in Metelen überraschend mit 55 gegen 45 Stimmen gewählt, um als Direktkandidat der CDU in diesem Bundestagswahlkreis anzutreten. Sein Borkener CDU-Kreisverband hatte auf der Versammlung einen geringeren Stimmenanteil von 46 Stimmen gegenüber dem Steinfurter CDU-Kreisverband mit 54 Stimmen. Sein Gegenkandidat war Benno Hörst aus Ochtrup. Nach seinem ersten Einzug in den Bundestag 2002 war er nach Anna Lührmann der zweitjüngste Abgeordnete des 15. Bundestags sowie der jüngste der CDU/CSU-Fraktion.

Jens Spahn zog seit 2002 stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Steinfurt I – Borken I in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2021 erhielt er 40 Prozent der Erststimmen.

Er wurde im November 2005 stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Gesundheit. Er war Mitglied in der Koalitions-Arbeitsgruppe von CDU/CSU und SPD, die die Gesundheitsreform 2007 vorbereitete. Damals regierte die erste große Koalition. Spahn wurde nach der Bundestagswahl 2009 Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit (bis 2015) und zugleich gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion.

2006 war er Gründungsmitglied einer fraktionsübergreifenden Gruppe von jungen Bundestagsabgeordneten, die sich für die Verankerung der Generationengerechtigkeit als Staatsziel ins Grundgesetz eingesetzt hat., auf generationengerechtigkeit.de

Bis Juli 2015 war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und bis 2018 stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss. Er gehörte bis 2017 außerdem der „Jungen Gruppe“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an.

Spahn wurde am 14. November 2014 Vorsitzender des Bundesfachausschusses Gesundheit und Pflege der CDU. Dem rund 40-köpfigen Gremium gehören Vertreter der Landesverbände und der Vereinigungen der CDU an. Der Ausschuss erarbeitet die gesundheitspolitischen Positionen der CDU.Spahn schreibt Gesundheitspolitik Apotheke ad hoc. Abgerufen am 20. November 2014.

Wegen der rot-gelb-grünen Koalitionsbildung nach der Bundestagswahl 2021 musste Spahn am 8. Dezember 2021 sein Amt als Bundesminister für Gesundheit an Karl Lauterbach (SPD) abgeben. Während der Regierungszeit der Ampelkoalition war er einfaches Mitglied in den Ausschüssen Gesundheit und Haushalt sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz und Energie und im Wirtschaftsausschuss. Vom 13. Dezember 2021 bis zum 5. Mai 2025 war Spahn einer der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und in dieser Funktion für die Themen Wirtschaft, Klima, Energie, Mittelstand und Tourismus zuständig.

Nach der Bundestagswahl 2025 formierte sich eine schwarz-rote Koalition. Diese wählte Friedrich Merz zum Bundeskanzler. Spahn wurde am 5. Mai 2025 als Nachfolger von Merz zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt und im Mai 2026 für die übrige Zeit der laufenden Legislatur wiedergewählt. Am 18. Juli 2026 trat er von dem Amt zurück. Zudem war er ordentliches Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses von Bundestag und Bundesrat.

Im September 2026 gehörte er dem Haushaltsausschuss an.

Mitglied des CDU-Präsidiums (seit 2014) Beim CDU-Bundesparteitag 2014 in Köln wurde Spahn in das CDU-Präsidium gewählt und verdrängte damit den damaligen Gesundheitsminister Hermann Gröhe. In seiner Kandidatur betonte Spahn die Wichtigkeit einer „Verjüngung der Partei“.

Im Jahr 2018 wurde Spahn auf dem CDU-Bundesparteitag in Hamburg mit 89 Prozent der Stimmen erneut ins Präsidium gewählt. Am 16. Januar 2021 wurde er beim digitalen Parteitag zum stellvertretenden CDU-Vorsitzenden gewählt, allerdings mit dem schlechtesten Ergebnis aller Kandidaten. Im Januar 2022 wurde er erneut ins Präsidium der CDU gewählt, ohne jedoch weiterhin stellvertretender Parteivorsitzender zu sein.

Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesfinanzminister (2015–2018) Von 2015 bis 2018 war Spahn Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen.

Bundesminister für Gesundheit (2018–2021) Am 14. März 2018 wurde Jens Spahn von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Bundesminister für Gesundheit ernannt.Das neue Kabinett auf einen Blick, spiegel.de, abgerufen am 14. März 2018 Er löste Hermann Gröhe (CDU) in diesem Amt ab. Spahn war der jüngste Minister im Kabinett Merkel IV. Am 8. Dezember 2021 wurde die Regierung Merkel von der Ampel-Koalition unter Olaf Scholz abgelöst, und auf Spahn folgte Karl Lauterbach (SPD).

Bewerbung um den CDU-Vorsitz Ende Oktober 2018 gab Spahn bekannt, beim nächsten Bundesparteitag der CDU neben der späteren Siegerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz für das Amt des Parteivorsitzenden zu kandidieren. Bei der Wahl am 7. Dezember 2018 erhielt er im ersten Wahlgang 157 Stimmen (rund 15,7 Prozent) und unterlag damit den beiden anderen, die in eine Stichwahl gingen.P. Sieben: Merkel-Nachfolge: Annegret Kramp-Karrenbauer ist neue CDU-Vorsitzende. In: DerWesten, abgerufen am 7. Dezember 2018 Die Süddeutsche Zeitung sah Spahn trotz der Niederlage als „wahren Gewinner“ der Wahl. Am 25. Februar 2020 gab er bekannt, nicht selbst für die Nachfolge Kramp-Karrenbauers zu kandidieren, sondern Armin Laschet zu unterstützen.

Positionen, Regierungsarbeit und Kritik Grundsätzliche Haltung und öffentliche Wahrnehmung Spahn wird zum konservativen Flügel der CDU gezählt. Einem Porträt der ZEIT zufolge bezeichnete er sich 2017 selbst als „liberal-konservativ“. Er gab an, er wolle „gegen Rechtsradikale und rechte Parolen genauso kämpfen wie gegen einen rechten Islam“.

Spiegel-Redakteur Florian Gathmann kritisierte Spahn als „Populisten“, da er sich neben einem Vollverschleierungsverbot und der Einschränkung der doppelten Staatsbürgerschaft auch für die Einführung eines Islamgesetzes aussprach und öffentlich gegen sogenannte „Muskelmachos“ oder „Großstadthipster“ polemisiere.CDU-Politiker-Spahn – Die Methode Spahn, Spiegel Online vom 24. August 2017 Letztere seien laut Spahn durch die allgegenwärtige Verwendung des Englischen in deutschen und europäischen Großstädten – was er als elitäre Distinktion bezeichnete – als „das augenfällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung“ zu werten.Jens Spahn kritisiert „elitäre Hipster“, Zeit Online vom 23. August 2017, abgerufen am 24. August 2017 Sowohl im Kontext seiner Aufnahme in das Ministerkabinett als auch seiner Kandidatur um den CDU-Vorsitz wurde Spahn von Pressestimmen als „Provokateur“ bezeichnet. Auch Spahns Biograf Michael Bröcker bescheinigte diesem eine Taktik, welche harte Provokation, etwa auf Parteitagen, umfasse. „Er ist aus Überzeugung Hardliner in der Integrationspolitik“ und weiß, „dass seine Vorstöße populär sind.“