HMS Orion war ein britischer Leichter Kreuzer der Leander-Klasse im Zweiten Weltkrieg.

Der Orion wurden 13 Battle Honours verliehen, nur die Warspite wurde häufiger geehrt, nahm aber auch an beiden Weltkriegen teil und wurde erstmals für die Teilnahme an der Skagerrakschlacht („Jutland“ 1916) ausgezeichnet. Die Orion wurde für die Einsätze „Atlantic“ 1939, „Calabria“ 1940, „Mediterranean“ 1940–44, „Matapan“ 1941, „Greece“ 1941, „Crete“ 1941, „Malta Convoys“ 1941, „Sicily“ 1943, „Salerno“ 1943, „Anzio“ 1944, „Aegean“ 1944, „Normandy“ 1944 und „South France“ 1944 ausgezeichnet.HMS ORION Leander-class Light Cruiser Neun weitere Battle Honours hatten schon die vorangegangenen Namensträger erworben, darunter auch „Jutland“ 1916 durch das Schlachtschiff Orion.

Vor dem Krieg Die Orion wurde auf der staatlichen Marinewerft in Devonport gebaut. Die Maschinen entstanden bei Vickers in Barrow-in-Furness. Die Kiellegung war am 26. September 1931, der Stapellauf fand am 24. November 1932 statt. Nach der Indienststellung am 18. Januar 1934 wurde sie in der Home Fleet eingesetzt. 1937 wurde sie zum Dienst in Amerika und Westindien zum 8. Kreuzergeschwader abkommandiert. Die Orion ersetzte die Dragon, die vom März 1930 bis zum Juli 1937 in der „8th Cruiser Squadron“ eingesetzt wurde. Auf der Station waren sechs der acht Kreuzer der Danae-Klasse zeitweise eingesetzt.Graham Watson: Between The Wars: Royal Navy Organisation And Ship Deployments 1919–1939, Royal Navy, inter-War Years. Zeitweise waren sogar fünf Schiffe der Klasse gleichzeitig dort stationiert.

Erster moderner Leichter Kreuzer auf der „North America and Westindies Station“ war seit Januar 1936 die Apollo, die aber nach einer Werftliegezeit im Herbst 1938 an Australien abgegeben und dort in Hobart umbenannt wurde. Flaggschiff des Verbandes war seit einigen Jahren der Schwere Kreuzer York. Im Januar 1939 stieß nach einer Modernisierung in der Heimat mit der Berwick ein weiterer Schwerer Kreuzer zum Geschwader und wurde neues Flaggschiff. Im September 1939 in „West Indies Command“ umbenannt, verfügte das Kommando neben den drei Kreuzern über zwei Sloops mit der Dundee der Shoreham-klasse und der ähnlichen Penzance der Hastings-Klasse. Im Stationsbereich befand sich auch noch der gerade von der Royal Australian Navy erworbene Kreuzer Perth ex Amphion der moderneren 2. Gruppe der Leander-Klasse, auf seiner Überführungs- und Ausbildungsfahrt nach Australien. Der Kreuzer erhielt die Erlaubnis, vorerst die britischen Kräfte in der Karibik zu unterstützen.

Zweiter Weltkrieg Bei Kriegsbeginn befanden sich die beiden Schweren Kreuzer (Berwick und York) in Kanada, die beiden Leichten Kreuzer (Orion und Perth) in der Karibik und die Sloops in Nassau (Bahamas).Royal Navy Ships, September 1939, 2. Foreign Stations. naval-history.net Die Penzance verlegte nach Curaçao, einem Schwerpunkt der deutschen Schifffahrt. Die Einheiten des Geschwaders versuchten, deutsche Handelsschiffe an der Rückkehr in ihre Heimat zu hindern. Der im September aus Tampico (Mexiko) ausgelaufene deutsche Tanker Emmy Friedrich ex BordererSS Emmy Friedrich (4372 BRT, Bj. 1904, 1930 Umbau zum Tankschiff in Deutschland) wurde in der Yucatánstraße durch die Orion und den kanadischen Zerstörer Saguenay gemeldet und versenkte sich selbst vor dem herbeigerufenen britischen Kreuzer Caradoc.Rohwer: Seekrieg, 23.10.1939 Westatlantik

Am 14. Dezember liefen der Passagierdampfer Columbus (32.581 BRT) des NDL und der Frachter Arauca (4354 BRT) zum Durchbruch in die Heimat von Veracruz (Mexiko) aus. Der australische Kreuzer Perth, der den Yucatankanal bewachte und dabei vom amerikanischen Kreuzer Vincennes und den US-Zerstörern Evans und Twiggs unterstützt wurde, konnte nicht rechtzeitig herankommen. Im Golf von Mexiko, der Floridastraße und bis auf die Höhe von Cape Hatteras wurde die Columbus ständig von zwei US-Zerstörern begleitet, die regelmäßig ausgetauscht wurden, und schließlich von dem Kreuzer Tuscaloosa abgelöst wurden. Die US-Schiffe meldeten in regelmäßigen Abständen offen ihre Positionen. Am 19. konnte der britische Zerstörer Hyperion aufschließen, worauf sich die Columbus selbst versenkte. Die Arauca, verfolgt von den Zerstörern Benham und Truxton, wurde am gleichen Tage auf der Höhe von Miami von drei US-Navy-Flugzeugen erfasst, die den britischen Kreuzer Orion heranführen. Noch in US-Hoheitsgewässern konnte sich die Arauca einem Aufbringungsversuch entziehen und Port Everglades anlaufen.Rohwer: Seekrieg, 14.–19.12.1939 Westatlantik

Im Februar 1940 überführte die Orion die Asche von John Buchan, dem verstorbenen Generalgouverneur von Kanada, zurück nach Großbritannien. Die Überfahrt von Halifax nach Devonport sicherte gleichzeitig die als Truppentransporter eingesetzte Duchess of Bedford. Am 14. März verließ der Kreuzer Devonport um zum Geschwader in Westindien zurückzukehren. Schon am 1. April verließ die Orion wieder Bermuda, um in der Mediterranean Fleet Flaggschiff des Befehlshabers der Zerstörer zu werden. Der Kreuzer wurde der „7th Cruiser Squadron“ in Alexandria zugeteilt, wo schon das Schwesterschiff Neptune, die australische Halbschwester Sydney sowie die moderneren Kreuzer Liverpool und Gloucester der Town-Klasse Dienst taten und der Kriegsbeitritt Italiens an der Seite des Deutschen Reichs täglich erwartet wurde.

Einsatz im Mittelmeer Als Italien am 10. Juni 1940 in den Krieg eintrat, war die Orion das Flaggschiff von Vizeadmiral Tovey, dem Befehlshaber der „Light Forces“ und stellvertretenden Befehlshaber der Mediterranean Fleet. Am 11. erfolgte der erste Vorstoß der Flotte aus Alexandria mit fast allen einsatzbereiten Kräften gegen den italienischen Libyen-Verkehr südlich an Kreta vorbei nach Bengasi und Tobruk. An den kleineren Vorstößen gegen bestimmte Küstenorte nahm der Kreuzer als Flaggschiff des stellvertretenden Oberbefehlshaber nicht teil.Rohwer: Seekrieg, 10.6.1940 Italien / Mittelmeer und 11.– 14.6.1940 Mittelmeer Am 12. Juni konnte das italienische U-Boot Bagnolini den britischen Kreuzer Calypso südlich von Kreta versenken.

Am 20./21. Juni 1940 war die Orion als Flaggschiff Toveys an der letzten gemeinsamen britisch-französischen Operation im Mittelmeer beteiligt. Neben den Kreuzern Neptune und Sydney sowie den Zerstörern Stuart, Decoy, Dainty und Hasty nahm auch das französische Schlachtschiff Lorraine an der Beschießung von Bardia teil, die in der Nacht zum 21. durchgeführt wurde, aber nur geringe Schäden verursachte.Rohwer: Seekrieg, 20.– 21.6.1940 Mittelmeer In der Operation MA.3 liefen zum Monatsende zwei britische Konvois von Alexandria nach Malta, gesichert durch Toveys 7. Kreuzer-Geschwader und seine fünf Kreuzern Orion, Neptune, Sydney, Liverpool und Gloucester. Gleichzeitig lief ein italienisches Nachschub-Unternehmen mit den Zerstörern Espero, Ostro und Zeffiro zwischen Tarent und Tobruk, das von der britischen Luftaufklärung erkannt wurde. Sie führte das 7. Kreuzer-Geschwader heran. Die Espero stellte sich dem britischen Verband, um die Flucht der beiden anderen Zerstörer zu decken und sank nach Treffern der Sydney. Der Munitionsverbrauch der britischen Kreuzer, die schon auf sehr großer Distanz das Feuer eröffnet hatten und lange keine Treffer erzielten, warf akute logistische Probleme auf, da nur noch 800 Schuss 15,2-cm-Munition vorhanden waren.Rohwer: Seekrieg, 27.– 30.6.1940 Mittelmeer

In der Seeschlacht bei Punta Stilo (Kalabrien) am 9. Juli führte Tovey auf der Orion seine fünf Kreuzer als Vorhut der Mittelmeerflotte unter Admiral Cunningham auf der Warspite, die in dem 105-minütigen Gefecht einen schweren Treffer auf dem italienischen Schlachtschiff Giulio Cesare erzielte. Admiral Campioni brach darauf das Gefecht ab.Rohwer: Seekrieg, 6.–11.7.1940 Mittelmeer Seeschlacht bei Punta Stilo (Kalabrien) Um von einer Konvoi-Unternehmung in der Ägäis abzulenken, erschienen am 23. Juli der Kreuzer Orion und die australischen Zerstörer Vampire und Vendetta vor Kastelorizo. Dies wiederholten sie mit den Ocean Boarding Vessels ChaklaSS Chakla († 1942) und Fiona am 26. vor der Rückkehr des Konvois, um einen Landeversuch vorzutäuschen.Rohwer: Seekrieg, 21.–30.7.1940 Mittelmeer Ab dem 29. August überführte die Royal Navy mit der Operation Hats die Force F mit dem Schlachtschiff Valiant, dem Flugzeugträger Illustrious und den Flakkreuzern Calcutta und Coventry von Gibraltar durch das Mittelmeer nach Alexandria. Während die Force H mit dem Schlachtkreuzer Renown, dem Träger Ark Royal, einem Kreuzer und zwölf Zerstörern den Überführungsverband bis zur Straße von Sizilien sicherte, wurde er südlich von Sizilien von der Mittelmeerflotte mit zwei Schlachtschiffen, dem Träger Eagle, fünf Kreuzern (darunter Orion) und 13 Zerstörern aufgenommen. Diese hatten gleichzeitig den Versorgungskonvoi MF.2 mit drei Frachtern für Malta sowie die Zerstörer Jervis, Juno, Dainty und Diamond, die künftig aus Malta eingesetzt werden sollten, gesichert. Die mit fünf Schlachtschiffen, 13 Kreuzern und 39 Zerstörern ausgelaufene italienische Flotte konnte die britischen Verbände infolge unzulänglicher Luftaufklärung nicht fassen und kehrte vorzeitig um. Angriffe italienischer Ju-87-Stukas auf wenige britische Einheiten misslangen; die aufgestellten U-Boote entdeckten die britischen Schiffe nicht.Rohwer: Seekrieg, 29.8. – 6.9.1940 Mittelmeer, Operation Hats Die detachierten Orion und Sydney mit den Zerstörern Decoy und Ilex beschossen in der Nacht zum 4. September die Insel Scarpanto/Karpathos des Dodekanes. Ein Angriffsversuch der italienischen Schnellboote MAS 536 und MAS 537 in der Straße von Kaso wurde abgewehrt und MAS 537 von der Ilex versenkt.Rohwer: Seekrieg, 3./4.9.1940 Mittelmeer

Ab dem 28. September war die Orion erneut als Konvoisicherung (für MB5) zusammen mit Sydney und York, zwei Schlachtschiffen, dem Träger Illustrious und elf Zerstörern von Alexandria nach Malta im Einsatz; gesichert wurden die mit Truppen für Malta beladenen Kreuzer Liverpool und Gloucester. Der Verband wurde am 29. erfolglos von Bombern und Torpedoflugzeugen angegriffen. Als britische Aufklärer der Illustrious die italienische Flotte sichteten, waren nur neun Swordfish-Flugzeuge startklar, die wegen der feindlichen Luftüberlegenheit nicht zum Einsatz kamen. Dennoch dreht die italienische Flotte am 30. wegen fehlender Luftsicherung ab. Am 30. liefen die als Truppentransporter genutzten britischen Kreuzer allein weiter nach Malta und traten am 1. Oktober wieder zur Flotte.Rohwer: Seekrieg, 28.9.– 3.10.1940 Mittelmeer, Operation MB.5 Am 2. Oktober wurden auf dem Rückmarsch Orion und Sydney erneut detachiert, die in der Nacht zum 3. Oktober Maltezana auf Stampalia/Astypalea beschossen. Die beiden Kreuzern erreichten am Abend den Einsatzhafen.Rohwer: Seekrieg, 2.10.1940 Mittelmeer

Während des nächsten Versorgungskonvoi MB.6 für Malta mit vier Transportern ab dem 8. Oktober gehörte Orion zum Hauptverband der verschiedene Operationen sichernden Mediterranean Fleet. In der Endphase der Operation griff der Träger Illustrious Leros an. Den rückmarschierenden Trägerverband mit zwei Kreuzern und vier Zerstörern griffen am Abend des 14. Oktober SM.79-Torpedobomber an und trafen die Liverpool im Vorschiff, die von Orion und Calcutta nach Alexandria einschleppt werden musste und bis Januar 1942 ausfiel.Rohwer: Seekrieg, 8.– 14.10.1940 Mittelmeer, Operation MB.6 Vom 25. bis 28. Oktober erfolgte ein weiterer Vorstoß in die Ägäis zur Sicherung eines Konvois zwischen Alexandria und Griechenland. Dabei sicherten die beiden älteren Schlachtschiffe Malaya und Ramillies und der Träger Eagle den Vorstoß bis zur Kaso-Straße und Flugzeuge der Eagle griffen den Flugplatz von Maltezana auf Stampalia/Astypalea an. Die Kreuzer Orion und Sydney stießen mit den Zerstörern Jervis und Juno bis vor die Dardanellen zur Bekämpfung von Schiffen mit Konterbande vor.Rohwer: Seekrieg, 25.–28.10.1940 Mittelmeer