mini|Brigitte Macron (2017) Als () wird die Ehefrau oder Lebenspartnerin des amtierenden Staatspräsidenten der Französischen Republik bezeichnet. Die Bezeichnung ist derjenigen der aus den Vereinigten Staaten nachgebildet und wird erst seit der Präsidentschaft Nicolas Sarkozys offiziell verwendet. Zuvor wurden generische Bezeichnungen wie (deutsch Gattin des Staatspräsidenten) verwendet.

Die Aufgaben der Première dame sind nicht offiziell festgelegt. Es wird erwartet, dass sie an der Seite des Präsidenten Gastgeberin ist und verschiedene soziale Funktionen einnimmt. Ebenso wird sie bei der Auswahl der Gäste, der Festlegung der Sitzordnung und dem Empfang der Gäste bei offiziellen Anlässen tätig. Üblicherweise verfügt sie im Élysée-Palast, dem Amts- und Wohnsitz des Staatspräsidenten, über ein Büro und einen Sekretär. Über den Umfang ihres Budgets und ihres Mitarbeiterstabes wird zuweilen kontrovers diskutiert.

Première dame ist derzeit Brigitte Macron, Ehefrau von Staatspräsident Emmanuel Macron. Sie veröffentlicht regelmäßig eine Übersicht ihrer Tätigkeiten.

Ganz neu ist die Stellung einer Ersten Dame des Staates im Sinne des Protokolls aber auch in Frankreich nicht. Es gab sie bereits am Königshof der Bourbonen, wo der Monarch beim Cortège (feierlichen Einzug) die jeweilige première dame de l'état oder première dame du royaume führte, die auch an der Tafel zu seiner Seite (oder zur Seite des Staatsgastes) saß. Gewöhnlich war dies die Königin, in Ermanglung einer solchen aber auch bisweilen eine Schwiegertochter, Schwägerin oder Cousine des Monarchen (nach der Rangfolge ihrer dynastischen Stellung, parallel zur Thronfolge).So war Liselotte von der Pfalz, die Schwägerin des „Sonnenkönigs“, nach dem Tod von dessen Frau sowie seiner Schwiegertochter von 1690 bis zur Vermählung des Thronfolgers 1697 und erneut nach dem Tod des Sonnenkönigs 1715 als Mutter des neuen Regenten die erste Dame des Staates. Als der spätere Napoleon III. von 1848 bis 1852 französischer Staatspräsident war, fungierte als première dame des Junggesellen (und „Hausherrin“ im Élysée-Palast) seine Cousine Mathilde Bonaparte, die diese Stellung auch nach seiner Thronbesteigung 1852 behielt, nunmehr im Palais des Tuileries, bis er 1853 Eugénie heiratete. Siehe: E. A. Reinhardt: Napoleon der Dritte und Eugenie – Tragikomödie eines Kaisertums, Fischer Verlag, Berlin 1930, S. 29 f., 33 f., 94 ff. und 115 ff.

Literatur Delphine Le Guay: France-Empire, Paris 1995, ISBN 2-7048-0757-4. Bertrand Meyer-Stabley: Perrin, Paris 1995, ISBN 2-262-01063-3. Eckard Presler: Europas Auf eigenen Füßen. Militzke, Leipzig 1999, ISBN 3-86189-149-2. Elisabeth Chavelet: Laffont, Paris 2003, ISBN 2-221-09904-4. Christine Clerc: Grand livre du mois, Paris 2006, ISBN 978-2-286-02743-8. Janet Marx: Die First Ladys der Fünften Französischen Republik – von Yvonne de Gaulle bis Bernadette Chirac. Müller, Saarbrücken 2007, ISBN 978-3-8364-4904-5.

Weblinks

Brigitte Macron auf der Webpräsenz des Élysée-Palastes (deutsch)

Einzelnachweise

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