mini|Kaptölpel (Morus capensis) auf Bird Island, Lamberts Bay, Südafrika Vogelinsel (engl. Bird Island) ist der Haupt- oder Beiname zahlreicher Inseln mit auffallend hoher Anzahl von Vogelpopulationen. Manche Inselgruppen tragen ebenfalls diese Bezeichnung. Es gibt Vogelinseln sowohl in Binnengewässern (Seen, Flüsse etc.) als auch in Meeren; auf letzteren finden sich überwiegend Seevogelpopulationen.
Zum Begriff der Vogelinsel mini|Basstölpel (Morus bassanus) auf der Île Bonaventure, Quebec mini|Little Skellig, Irland, mit den charakteristischen Vogelschissen (Basstölpel) Der Namenszusatz geht stets auf die große Anzahl dort einst oder heute noch vorkommender Vögel zurück, die diese Inseln als Rückzugsgebiet, Brutplatz oder auch auf längeren Vogelzügen als Rastplatz nutzen. Bei etlichen Inseln ist nachweislich, dass sie ihren Namen vom Entdecker oder Benenner schlicht wegen der auffallenden Population bekommen haben, für zahlreiche weitere Inseln findet sich – neben amtlichen Ortsnamen – die Bezeichnung auch als Beiname, oder nur als allgemeine Charakterisierung.im Sinne etwa: Friends of Maine's Seabird Islands (‚Freunde der Seevogelinseln Maines‘), im Maine Coastal Islands National Wildlife Refugenicht aber etwa die Sea Bird Island, British Columbia: Diese heißt nach einem Schiff, vergleiche :en:Sea Bird Island (British Columbia)
Eine besondere Bedeutung gewinnt die Begrifflichkeit dann im Zuge des großmaßstäblichen Guanoabbaus im 19. Jahrhundert (als Düngemittel), wo sie ergiebige, lohnende Vorkommen bezeichnet: Viele Meeresvögel besiedeln einzelne Inseln explizit als Kolonie, und lassen andere, nahegelegene Inseln unberührt.ein bekanntes Beispiel ist die Insel im südafrikanischen Bird Island Nature Reserve, die 2005 von der Brutkolonie zugunsten einer Nachbarinsel verlassen wurde, und – wegen ihrer touristischen Bedeutung – durch eine Lockmaßnahme wiederbesiedelt werden konnte Tatsächlich wird der Begriff heute auch in der Ökologie im Sinne einer Ökosystem-Kategorie (in Zusammenhang mit Guano-induzierter Bodenbeschaffenheit) gebraucht,etwa in den Arbeiten von Wendy B. Anderson und Gary A. Polis: mit (See-)Vogelinsel als ,. In: und „Nicht-Vogelinsel“ (non-bird island) als unkolonisierte Insel. So beschreibt ein Standardwerk:
Letzteres gilt analog für Vogelinseln der Binnengewässer. Etliche der typischen Vogelinseln wurden in den letzten Jahrhunderten entvölkert, etwa durch Ratten, Schlangen, Hauskatzen als Neozoen.
Beispiele „Vogelinsel“ – oder in analoger Bildung – benannt sind beispielsweise folgende Inseln, hier teils mit jeweiligen charakteristischen Vogelarten und Population (Angabe oft Brutpaare) genannt:
Aves, Venezuela (span. ‚Vögel‘) – div. Seevögel, auch Suppenschildkröte Bird Island, Australien – Whitsunday Islands, Teil des pazifischen Great Barrier Reef; Nationalpark Bird Island, Gambia – Flussinsel im Gambia; 15.000–20.000 Kormorane, Afrika-Schlangenhalsvogel, Silberreiher u. a. Bird Island, Südafrika – Kaptölpel, Kormorane, Brillenpinguine, auch Seebären; Naturreservat Bird Island, Seychellen – 750.000 Rußseeschwalben, Feenseeschwalbe u. a., auch Meeresschildkröten, früher Seekühe (Île aux Vaches, ‚Kuh-Insel‘); privat Bird Island, Südgeorgien, Antarktis – 50.000 Goldschopfpinguine, div. Albatrosse, 500 Riesensturmvögel; auch 65.000 Seebären Iōtorishima, Japan – Okinawa ehem. Bird Island, heute Nihoa, Hawaii (haw. ‚Zahn‘) – Nihoagimpel, Nihoa-Rohrsänger (beide endemisch), Tristram-Wellenläufer. Bulwersturmvogel, Blaunoddis, Bindenfregattvögel, Schwarzfußalbatrosse, u. a. Île aux Oiseaux, eigentlich Île Rouzic, Frankreich (französisch) – eine der Sept Îles, 20.000 Basstölpel, Papageitaucher, Trottellummen, Tordalken, Krähenscharben, Austernfischer, div. Möwen; auch Kegelrobben; Naturschutzgebiet Kuş Adası (heute Arter), Türkei – im Vansee Kuşadası, Türkei (tr.) – Ägäis bei Kuşadası Minami-Torishima (Marcus Island), Japan (jap. ‚südliche Vogelinsel‘) – heute militärisch , China – im Qinghai-See; Naturschutzgebiet Okinotorishima (Parece Vela, Douglas Reef), Japan (jap. ‚Vogelinsel im offenen Meer‘) – Atoll Seabird Island, heute Yerba Buena, Kalifornien (span. ‚Gute Kräuter‘) – hist. auch Wood Island ‚Waldinsel‘, Goat Island ‚Ziegeninsel‘, heute besiedelt Torishima ( Izu-Torishima), Japan – Izu-Inseln; Kurzschwanzalbatrosse, Schwarzfußalbatrosse, u. a.; Nationalpark Torishima ( Kume-Torishima), Japan – Okinawa, heute militärisch Torishima, Japan Vogelfreistätte Flachwasser- und Inselzone im Altmühlsee, Deutschland – im Altmühlsee; Naturschutzgebiet Vogelinsel, Deutschland – im Elfrather See; Vogelschutzgebiet Vogelinsel, Vauglinsel, Deutschland – vor Hiddensee Vogelraupfi, Schweiz (schwzdt. raupfi ‚Futterstätte‘) – Flussinsel der Aare; Kiebitze, Flussregenpfeifer, Eisvögel, u. a.; Naturschutzgebiet
Bekannte „Vogelinseln“ (nur als Charakterisierung oder allenfalls ortsüblichem Beinamen) sind beispielsweise Île Bonaventure (Quebec/Kanada), Runde (Norwegen), Little Skellig (Irland), Trischen (Deutschland), u.v. a.m.
Spezielle Vögel Boatswain Bird Island, St. Helena – namengebend: Rotschnabel-Tropikvögel; strenges Vogelschutzgebiet Kormoraninsel, Deutschland – zwischen Sylt und Föhr Kormoraninsel, Deutschland – Wasservogelreservat Wallnau/FehmarnWallnau-Webcam: Nicht ruhig, aber ungefährlicher …, wallnau.nabu.de Möweninsel, Deutschland – bei Schleswig Pelican Island – mehrere Inseln Pinguininsel – mehrere Inseln Pfaueninsel – Landschaftspark an der Berliner Havel Schwalbeninsel, Österreich – bei Stopfenreuth im Nationalpark Donau-AuenFluss-Seeschwalbe - Sterna hirundo, donauauen.at
Als Necknamen, nach dem Wappentier: Kiwi-Insel für Neuseeland
Siehe auch
Vogelinsel – dort zu den Sprachvarianten Vogelschutzgebiet, mit zahlreichen geschützten Inseln
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Flurname !
nl:Birdeiland