Sebastian Nübling (* 19. Juli 1960 in Lörrach). ist ein deutscher Regisseur und war Mitbegründer, Schauspieler und Musiker der freien Gruppe „Theater Mahagoni“.

Leben Nübling studierte Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim und lehrte später als Dozent. 1997 begann er mit der Realisierung eigener Projekte, darunter Gier von Sarah Kane am Theater Basel (2000), Die Schaukel von Eda Maazya am Jungen Theater Basel (2000) sowie John Gabriel Borkman von Henrik Ibsen (2001), das 2002 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.Irene Bazinger: Lauter alte Rechnungen. „John Gabriel Borkman“ aus Basel beendet das Theatertreffen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 115, 21. Mai 2002, S. BS1. Für sein Hooligan-Drama I furiosi nach dem Roman des italienischen Autors Nanni Balestrini am Staatstheater Stuttgart bekam er den ersten Preis des Hamburger Festivals „Politik im Theater“. Mit dieser Inszenierung setzte er sich auch überregional durch. 2006 inszenierte er mit Carmen an der Staatsoper Stuttgart seine erste Oper. Nübling arbeitet wiederholt mit dem britischen Dramatiker Simon Stephens zusammen, von dem er mehrere Stücke zur deutschen Uraufführung brachte; 2003 Reiher am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, 2007 zusammen mit dem Schauspiel Hannover am Deutschen Schauspielhaus Hamburg im Rahmen des Festivals Theaterformen Pornographie, später auch Ubu (2010) und Three Kingdoms (2011).

Auszeichnungen 2002 wurde er von der Zeitschrift Theater heute als Nachwuchsregisseur des Jahres ausgezeichnet und mit seiner Basler Inszenierung von John Gabriel Borkman (von Henrik Ibsen) wurde er zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Am Schauspiel Hannover inszenierte er Don Quixote nach Miguel de Cervantes, ferner die deutschsprachige Erstaufführung von Joanna Laurens' Die drei Vögel und Tom Lanoyes Mamma Medea, wobei er mit Wilde oder der Mann mit den traurigen Augen von Klaus Händl dann 2004 erneut zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Im selben Jahr erhielt er eine Nestroy-Nominierung für die „Beste Regie“. 2007 erfolgte eine weitere Nominierungen zum Berliner Theatertreffen mit Dido und Aeneas nach Henry Purcell und Christopher Marlowe (Theater Basel) mit einem Sparten übergreifenden Theaterabend. Hierfür erhielt er auch den 3sat-Preis. Abgerufen am 5. April 2024. für eine „zukunftsweisende Leistung“. Seine Inszenierung von Tennessee Williams’ Orpheus steigt herab wurde 2013 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Mit dieser Inszenierung belegte er in der Kritikerumfrage von Theater heute für die Spielzeit 2012/2013 zusammen mit drei weiteren Werken den geteilten Ersten Platz der Inszenierungen des Jahres.Spiegel online: Kritikerumfrage: Münchner Kammerspiele sind "Theater des Jahres", 5. September 2013 Seine Uraufführung von Und dann kam Mirna von Sibylle Berg am Maxim-Gorki-Theater in Berlin wurde mit dem Friedrich-Luft-Preis als „beste Berliner und Potsdamer Aufführung des Jahres 2015“ ausgezeichnet.Katrin Pauly: 'Und dann kam Mirna' mit Friedrich-Luft-Preis ausgezeichnet In: Berliner Morgenpost, 5. März 2016.

Inszenierungen (Auswahl) 1997: Die Nächte der Schwestern Brontë von Susanne Schneider, junges theater basel 1998: Disco Pigs von Enda Walsh, junges theater basel 2000: Die Schaukel von Edna Mazay, junges theater basel 2000: Gier von Sarah Kane, Theater Basel 2000: Don Quixote von Lutz Hübner nach Miguel de Cervantes, Schauspielhaus Hannover 2001: John Gabriel Borkman von Henrik Ibsen, Theater Basel 2001: I Furiosi von Sebastian Nübling und Daniel Wahl, Theaterhaus Stuttgart 2002: Die drei Vögel von Joanna Laurens am Schauspielhaus Hannover 2002: Romeo und Julia von William Shakespeare, Theater Basel 2002: Mamma Medea von Tom Lanoye, Schauspielhaus Hannover 2003: Reiher von Simon Stephens, Württembergisches Staatstheater Stuttgart und junges theater basel 2003: (wilde) – der mann mit den traurigen augen von Klaus Händl, Schauspielhaus Graz 2003: King Lear von William Shakespeare, Theater Basel 2004: Don Karlos von Friedrich Schiller, Münchner Kammerspiele 2004: Leenane-Trologie von Martin McDonagh, Theater Basel 2004: Reiher von Simon Stephens, junges theater basel 2004: Edward II. von Christopher Marlowe auf der Pernerinsel Hallein, Salzburger Festspiele und Theater Basel. 2004: Was ihr wollt von William Shakespeare, Schauspielhaus Hannover 2005: Virus! frei nach Euripides, Württembergisches Staatstheater Stuttgart im Rahmen des Festivals Theater der Welt 2005: Die Krönung Richards II. von Hans Henny Jahnn, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2006: Dunkel lockende Welt von Klaus Händl, Münchner Kammerspiele 2006: Dido und Aeneas von Christopher Marlowe und Henry Purcell (Musik), Theater Basel 2007: Pornographie von Simon Stephens, Schauspielhaus Hannover im Rahmen des Festival Theaterformen 2007: Gespenster von Henrik Ibsen, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin 2007: Next Level Parzival von Tim Staffel, Salzlager der Kokerei Zollverein (Essen) im Rahmen der Ruhrtriennale (junges theater basel) 2008: Hass von Mathieu Kassovitz, Münchner Kammerspiele 2008: Macbeth von William Shakespeare, Schauspielhaus Zürich 2008: Furcht und Zittern von Händl Klaus und Lars Wittershagen, Salzlager der Kokerei Zollverein (Essen) im Rahmen der Ruhrtriennale 2008: Mütter.Väter.Kinder von Sebastian Nübling, Theater Freiburg 2009: Kritische Masse von Oliver Bukowski, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2009: Dear Wendy von Lars von Trier, Theater Basel und junges theater basel 2009: Judith/Juditha Triumphans nach Friedrich Hebbel/Antonio Vivaldi auf der Pernerinsel Hallein, Salzburger Festspiele 2009: Der Revisor von Nikolaj Gogol, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2010: Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams, Münchner Kammerspiele 2010: Ubu von Simon Stephens, Schauspiel Essen 2010: Punk Rock von Simon Stephens, junges theater basel 2011: Ödipus und seine Kinder nach Sophokles, Aischylos und Euripides, Schauspielhaus Zürich (Schiffbau/Halle) 2011: Alpsegen von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel, Münchner Kammerspiele 2011: Three Kingdoms von Simon Stephens, Münchner Kammerspiele 2011: S A N D Tanztheater mit Schauspielhaus Zürich (Box, Schiffbau) und junges theater basel 2012: Volpone von Ben Jonson, Schauspielhaus Bochum 2012: Orpheus steigt herab von Tennessee Williams, Münchner Kammerspiele 2012: Wie es euch gefällt von William Shakespeare, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2013: Morning von Simon Stephens, junges theater basel 2013: Die Letzten von Maxim Gorki, Schauspiel Köln 2013: Die Klasse von François Bégaudeau, Theater Basel und junges theater basel 2013: Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen von Sibylle Berg, Maxim-Gorki-Theater Berlin 2014: Carmen Disruption von Simon Stephens, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2015: Und dann kam Mirna von Sibylle Berg, Maxim-Gorki-Theater Berlin 2016: In Formation von Guy Krneta, Schauspielhaus Zürich 2018: Sweatshop - Deadly Fashion, Schauspielhaus Zürich 2019: Herzstück, Maxim-Gorki-Theater Berlin

Weblinks Die Zeit: „Zwischen den Lagern. Der Regisseur Sebastian Nübling macht traditionelles Theater – und attackiert es gekonnt“ vom 12. Februar 2004

Sebastian Nübling bei Theapolis Einzelnachweise

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