Ochsenfurt ist eine Kleinstadt im unterfränkischen Landkreis Würzburg und liegt im südlichen Maindreieck. Die historische Altstadt verfügt über eine weitgehend erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage mit zahlreichen Türmen und Stadttoren. Ochsenfurt gehörte früher dem Domkapitel in Würzburg.

Geographie Geographische Lage Ochsenfurt gehört zum Landkreis Würzburg in Unterfranken.

Es liegt mit seiner Altstadt am linken Ufer des Mains westlich an der Südspitze des Maindreiecks, also südöstlich von Würzburg und südwestlich von Kitzingen. Dabei gibt die Stadt auch dem Würzburg-Ochsenfurter Maintal den Namen. Der bedeutendste der kleinen Mainzuflüsse in seiner Gemarkung ist der einen Kilometer mainabwärts der Altstadt von links mündende Thierbach. Weitere Bäche haben in die Hänge des Maintals Klingen eingeschnitten. Die Stadt ist von vielen Weinbergen umgeben und wirtschaftliches Zentrum der fruchtbaren Agrarregion Ochsenfurter Gau.

Gemeindegliederung mini|Fachwerkhäuser im Zentrum von Ochsenfurt. mini|Blick vom neuen Rathaus zum Klingentor. Die Gemeinde Ochsenfurt hat 16 Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Darstadt, Erlach, Goßmannsdorf a.Main, Hohestadt, Hopferstadt, Kleinochsenfurt, Ochsenfurt, Tückelhausen und Zeubelried. Die Gemarkung Ochsenfurt hat eine Fläche von 11,750 km². Sie ist in 4496 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2613,54 m² haben.

Ochsenfurt Über 60 % der Bevölkerung wohnen in der Kernstadt, die mit Stand Dezember 2023 7169 Einwohner zählte.Stadtteile und Einwohner auf ochsenfurt.de, abgerufen am 7. Juli 2020.

Hohestadt

Hohestadt liegt südwestlich und nahe der Kernstadt auf 275 m Meereshöhe am Rand der Hochfläche über den Tälern von Main und Thierbach. Es hat 599 Einwohner (Januar 2020). Am 1. Juli 1971 wurde Hohestadt als eines der ersten umliegenden Dörfer eingemeindet.

Neben dem Altort und der Siedlung mit den Blumennamen verfügt die Gemarkung über ein nicht unbedeutendes Gewerbegebiet mit u. a. folgenden Firmen: Maschinenfabrik Kinkele, Kneipp GmbH, Fa. Herrhammer, Triltsch Druck und digitale Medien.

Außerdem gibt es einen Kindergarten.

Tückelhausen

Tückelhausen liegt südwestlich von Ochsenfurt am Thierbach und wird von 295 Menschen (Januar 2020) bewohnt. Der Ort geht zurück auf das Kloster Tückelhausen des Kartäuserordens. Die Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Mit der Säkularisation 1803 wurde das Kloster aufgelöst, die Mönchszellen wurden in Wohnungen umgewandelt. Das Dorf besitzt noch eine klosterähnliche Struktur und ein Kartäuser-Museum. Am 1. Juli 1972 wurde Tückelhausen ein Stadtteil von Ochsenfurt.

Goßmannsdorf

Goßmannsdorf liegt flussabwärts von Ochsenfurt am linken Mainufer und hat einen Haltepunkt an der Eisenbahnlinie Treuchtlingen–Würzburg. Seit dem 1. Juli 1972 ist das Dorf ein Stadtteil von Ochsenfurt. Goßmannsdorf hat 1100 Einwohner (Januar 2020).

Darstadt

Der westlichste Gemeindeteil, Darstadt, hat 202 Einwohner (Januar 2020), liegt auf der Höhe des Ochsenfurter Gaus und wird vom Saarbach durchflossen, der sich am östlichen Dorfrand mit dem Muckenbach zum Schafbach vereinigt, der bei Goßmannsdorf in den Main mündet. Es gehört seit dem 1. Januar 1972 zur Stadt.

Hopferstadt

Hopferstadt ist der südlichste Gemeindeteil von Ochsenfurt und liegt auf der Hochfläche des Ochsenfurter Gaus. Es hat 640 Bewohner (Januar 2020). Als letztes Dorf wurde es am 1. Mai 1978 eingemeindet. Die bei Hopferstadt gelegene mittelneolithische doppelte Kreisgrabenanlage zählt zu den größten derartigen Anlagen in Deutschland.

Kleinochsenfurt

Kleinochsenfurt liegt etwas flussabwärts von Ochsenfurt am gegenüberliegenden Mainufer. Bis ins 13. Jahrhundert war es nicht eindeutig von Ochsenfurt getrennt. Am 1. Juli 1971 wurde es eingemeindet. Das Dorf grenzt direkt an die Stadt. In Kleinochsenfurt leben 1132 Einwohner (Januar 2020). Als örtliche Vereinigung besteht der Sportverein Kleinochsenfurt 1929/49 e. V.

Zeubelried

Zeubelried liegt auf der Hochfläche des Maindreiecks nördlich von Ochsenfurt und hat 161 Einwohner (Januar 2020). Es wurde am 1. Juli 1971 eingemeindet. Bekannt in der Umgebung ist das Zeubelrieder „Linsenspitzer-Fest“, welches immer am dritten Wochenende im August stattfindet. Veranstalter ist die Freiwillige Feuerwehr und die über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannte Musikkapelle „Die Zeubelrieder“. An den beiden Festtagen besuchen mehrere tausend Menschen den Dorfplatz.

Erlach

Erlach liegt 3 km nördlich von Ochsenfurt auf der Hochfläche des Maindreiecks und ist der nördlichste Gemeindeteil von Ochsenfurt. Es gehört seit dem 1. Juli 1972 zur Stadt. Erlach hat 346 Einwohner (Januar 2020).

Name mini|Ansicht von Ochsenfurt (Mitte 20. Jahrhundert) Ochsenfurt ist einer von wenigstens sieben nach Furten benannten Orten am Main: Haßfurt, Schweinfurt, Ochsenfurt, Lengfurt, Kirschfurt, Trennfurt und Frankfurt. Und es ist einer von zwei nach Tieren benannten Furtorten an diesem Fluss. Ochsen waren früher sowohl als Zugtiere wie auch als Fleischlieferanten von Bedeutung. Der entsprechende englische Ortsname ist Oxford, im Griechischen Bosporus.

Geschichte mini|Ansicht von Ochsenfurt (1623) Bis zum 19. Jahrhundert Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 725, als im Auftrag von Bonifatius ein Kloster in der Stadt gegründet wurde, in dem u. a. Thekla von Kitzingen Äbtissin war. Möglicherweise befand sich bis ins 11. Jahrhundert in Ochsenfurt ein Königshof. Um 1295 wanderte der Besitz der Stadt vom Tafelgut des Würzburger Bischofs in den Besitz des Würzburger Domkapitels. Die Mauern und Türme stammen aus dem 14. Jahrhundert. Seit dieser Zeit war die Stadt Teil des Hochstifts Würzburg, das auch zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Erst mit dem Bau der Brücke 1512 gewann Ochsenfurt auch wirtschaftliche Bedeutung. 1525 kam es während der Bauernkriege zu Aufständen. Das neue Rathaus wurde bereits 1497 fertiggestellt. Die St.-Andreas-Kirche wurde 1288 geweiht. In Ochsenfurt existierte ein mittelalterliches Leprosorium, das vermutlich im 14. Jahrhundert gegründet wurde.

Ochsenfurt fiel 1803 zunächst an Bayern, 1806 an das Großherzogtum Würzburg, mit dem es aber 1813 wieder an Bayern zurückfiel.

20. Jahrhundert Die Wirtschaftsentwicklung führte zu einem Wandel am Arbeitsmarkt. Berufe wie derjenige der Sandschöpfer,Claudia Schuhmann: Neues Buch über das harte Leben der Ochsenfurter Sandschöpfer, Main-Post, Regionalausgabe Würzburg-Land, 19. Januar 2022, abgerufen am 29. September 2023. Hilfstätigkeiten in der Flussschifffahrt sowie landwirtschaftliche Arbeitsplätze verschwanden. An ihre Stelle traten zunehmend Industriearbeitsplätze sowie Arbeitsplätze in der Dienstleistung (Verwaltung, Tourismus). Als im Zweiten Weltkrieg die amerikanischen Truppen näher rückten, hatte der Volkssturm mit Baumsperren Tore der Stadtbefestigung gesichert. Als die baldige Abreise des Kreisleiters Stoll ruchbar wurde, zogen am 29. März 1945 (Gründonnerstag) zahlreiche Frauen zur Kreisleitung, verlangten die Öffnung der Stadttore und die kampflose Übergabe der Stadt. Am Nachmittag räumten sie am Bollwerk, wie das befestigte Tor am Mainufer genannt wurde, trotz angedrohter Erschießungen alle Barrikaden. Erst lockerten die Kinder unbemerkt das Erdreich, holten Steine aus dem Boden; dann entfernten die Frauen die Steine mit einer menschlichen Kette und suchten mit Seilen die gelockerten Stämme heraus; zum Schluss unterstützten die Männer aus Ochsenfurt mit Gewehren die Zivilcourage der Frauen. Als die Naziverwaltung flüchtete, plünderten sie ein Vorratslager im Keller der NSDAP-Kreisleitung; mehrere Männer entschärften eingelagerte Panzerfäuste. Der Mittelbogen der alten Mainbrücke wurde am 31. März 1945 durch ein Pionier-Kommando der Wehrmacht gesprengt.Bericht zum Kriegsende bei Ochsenfurt Die Stadt wurde kampflos übergeben, so dass die Altstadt unzerstört blieb. Am Ostersonntag war die Stadt von den Amerikanern besetzt. Den mutigen Frauen von Ochsenfurt widmete der ehemalige Bürgermeister Peter Wesselowsky (SPD) ein Denkmal am Bollwerk.Joachim Käppner Der Aufstand der Frauen, Süddeutsche Zeitung Nr. 74, 28./29. März 2020, S. 55

Am 28. Juni 1953 kam es mit dem Fall Ochsenfurt im Zusammenhang mit der Einweihung der neuen Zuckerfabrik in Ochsenfurt zu einem Konfessionsstreit um die Teilnahme des evangelischen Dekans Wilhelm Schwinn bei der Segnung der Zuckerfabrik.Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976) – Anwalt Gottes und der Menschen. Don Bosco, München 2001, S. 98–102.Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner zum 100. Geburtstag – „Des ist unnr Kardinal“. (= Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach. Band 4). Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2013, S. 157–160.Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976). (= Eine Nachlese zu seinem 100. Geburtstag 2013. Band 2 / Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach. Band 5). Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2015, S. 81–84.Stephan Mokry: Kardinal Julius Döpfner und das Zweite Vatikanum – Ein Beitrag zur Biografie und Konzilsgeschichte. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2016, S. 157–159. Die Angelegenheit löste ein nationales Echo in der Presse aus.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Ochsenfurt aufgelöst. Seitdem gehört die Stadt zum Landkreis Würzburg.

21. Jahrhundert 2014 fand in Ochsenfurt der 9. Tag der Franken statt unter dem Motto Franken – hier schlägt Main Herz.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1971 die Gemeinden Hohestadt, Kleinochsenfurt und Zeubelried eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kam Darstadt hinzu. Erlach, Goßmannsdorf am Main und Tückelhausen folgten am 1. Juli 1972. Zuletzt kam Hopferstadt am 1. Mai 1978 hinzu.

Einwohnerstatistik Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 11.525 auf 11.319 um 206 Einwohner bzw. um 1,8 %. 1996 hatte die Stadt 12.013 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Konfessionsstatistik Laut der Volkszählung 2011 waren 59,9 % der Einwohner römisch-katholisch 20,3 % evangelisch, und 20,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Ochsenfurth Religion, Zensus 2011 Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1,5 Prozentpunkte gesunken. Mit Stand Juni 2025 hatte Ochsenfurt 12.258 Einwohner davon 43,4 % (5.326) katholische Kirchenmitglieder, 15,4 % evangelische und 41,2 % (5.048) gehörten entweder eine andere oder gar keine Glaubensgemeinschaft an.Bürgerversammlung Stadt Ochsenfurt Statistik 2025, abgerufen am 10. Januar 2026

Politik

Stadtrat Nach der Kommunalwahl am 8. März 2026 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

Parteien und Wählergemeinschaften2026AnteilSitzeCSUChristlich-Soziale Union in Bayern31,68FWUWG – Freie Wähler Ochsenfurt30,87SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands26,06GrüneBündnis 90/Die Grünen11,63Gesamt100,024Wahlbeteiligung in %67,1

Bürgermeister mini|Neues Rathaus mit Monduhr Erster Bürgermeister ist seit 2026 Bert Eitschberger (SPD). Bei der Wahl vom 8. März 2026 erreichte er bei fünf Bewerbern 27,9 % der StimmenBürgermeisterwahl 2026: Wahlergebnis vom 8. März 2026. In der Stichwahl setzte sich dann gegen den von 2014 bis 2026 amtierenden Bürgermeister Peter Juks (UWG) mit 54,0 % der abgegebenen Stimmen durchMain-Post: Ochsenfurt: SPD-Kandidat Bert Eitschberger gewinnt Stichwahl klar – Amtsinhaber Peter Juks abgewählt (22. März 2026)..

Vorgänger von Peter Juks war zwischen 2008 und 2014 Rainer Friedrich (CSU)Main-Post: Rainer Friedrich in Ochsenfurt zum Bürgermeister gewählt (16. März 2008).. Von 1984 bis 2008 war Peter Wesselowsky (SPD) amtierender Bürgermeister der Stadt Ochsenfurt.kreis-bruex.de: Bundesverdienstkreuz am Bande für Peter Wesselowsky.

Die konstituierende Sitzung des neuen Stadtrats fand am 12. Mai 2026 statt. Dabei wurden folgende Personen als Stellvertreter des Ersten Bürgermeisters gewählt: