Martin ist ein männlicher Vorname und ein Familienname. Die weibliche Form des Namens lautet Martina. Der Nachname Martin ist in vielen Ländern verbreitet. In Frankreich zum Beispiel ist er der häufigste Familienname und auch im englischsprachigen Raum tragen viele diesen Nachnamen.
Herkunft und Bedeutung Der Name Martin kommt vom lateinischen Martinus. Martinus ist das Adjektiv zum römischen Kriegsgott Mars. Entsprechend bedeutet der Name „dem Gotte Mars gehörig“.Max Gottschald: Deutsche Namenkunde. Unsere Familiennamen nach ihrer Entstehung und Bedeutung. (1. Aufl. München 1932) 3. Aufl. 1954, Nachdruck Berlin 1971, S. 422.
Verbreitung Als christlicher Vorname verdankt der Name seine Beliebtheit dem heiligen Martin von Tours im 4. Jahrhundert. Ende des 19. Jahrhunderts war Martin ein mäßig genutzter Vorname in Deutschland. Seine Beliebtheit sank dann zunächst und stieg Ende der 1940er-Jahre stark an. Ab Ende der 1950er-Jahre war der Name unter den zwanzig am meisten vergebenen Jungennamen, gegen Mitte der 1980er sogar einige Male unter den zehn ersten. Mit Anfang der 1990er-Jahre nahm seine Beliebtheit dann schnell ab.Statistik „Beliebte Vornamen“
Der Name Martin kommt in Österreich seit 1984 jährlich in den Hitlisten vor. Bis 1990 lag er durchgehend in den Top-10 und bis 2010 in den Top-50. Seine Popularität geht aber stetig zurück. Im Jahr 2023 belegte er Rang 77. Von 1984 bis 2023 wurden etwa 22.200 Jungen so genannt. In der Schweiz wird der Name seit 1930 jedes Jahr bei der Namenswahl berücksichtigt. Von 1954 bis 1984 befand er sich dauerhaft in den Top-10 der Hitlisten. Seit Ende der 1990er Jahre liegt er nicht mehr in den Top-50. Von 1930 bis 2023 wurde der Name circa 40.500 Mal vergeben. Die Vergabe ist auch in Liechtenstein nachgewiesen.
In Frankreich wird der Name seit 1900 jedes Jahr vergeben. Seit 1988 befindet er sich durchgehend in den Top-100 und seit 2012 in den Top-50. Von bis 1930 bis 2023 wurde er rund 65.000 Mal gewählt. In den Niederlanden gehörte der Name von 1945 bis 1990 zu den 100 beliebtesten Jungennamen und von 1960 bis 1984 zu den Top-50. Von 1930 bis 2023 wurde er etwa 23.000 Mal vergeben. Der Vorname lag in Belgien von 1995 bis 2021 in den Top-100. In Italien zählt der Name seit 1999 zu den Top-100 der Vornamenscharts. Der Name befindet sich in Spanien seit 2002 in den Top-100 und seit 2014 in den Top-10 der Hitlisten. In den Jahren 2021 und 2022 belegte er die Spitzenposition.
Martin gehört in Ungarn seit dem Jahr 2000 stets zu den 50 beliebtesten Jungennamen. In Polen lag der Name bis kurz nach der Jahrtausendwende noch in den Top-100, seitdem lässt seine Beliebtheit nach. Der Name hatte in der Slowakei von 2000 bis 2002 den Spitzenplatz inne, seitdem geht seine Popularität leicht zurück. Im Jahr 2023 belegte er Rang 10. In Tschechien wird der Vorname seit 1935 jedes Jahr bei der Namenswahl berücksichtigt. Von 1967 bis 2007 lag er immer in den Top-10. Der Name befindet sich in Bulgarien seit 2012 unter den beliebtesten drei Jungennamen. In Slowenien liegt der Name seit dem Jahr 2000 regelmäßig in den Top-70 der Hitlisten.
Der Name befindet sich in Norwegen seit Anfang des 20. Jahrhunderts in den Top-100. Besonders beliebt war er in den 1990er Jahren, als er viele Jahre die Spitzenposition belegte. In Dänemark lag der Name von Mitte der 1980er Jahre bis kurz nach der Jahrtausendwende in den Top-100 der Hitlisten. Martin zählte in Schweden von Anfang der 1990er Jahre bis zum Jahr 2008 zu den 100 beliebtesten Jungennamen.
In England und Wales kommt der Name Martin seit 1996 alljährlich in den Hitlisten vor, jedoch ist er nur mäßig beliebt. Der Name zählte in Schottland von 1935 bis 2001 zu den 100 beliebtesten Jungennamen und von 1967 bis 1992 zu den Top-30. In Nordirland befand sich der Name von 1997 bis 2004 in den Top-100. In Irland lag er von 1964 bis 1982 dauerhaft in den Top-20 und bis 2023 in den Top-100.
Der Name war in den USA von 1880 bis 1970 durchgehend in den Top-100 anzutreffen. Seitdem lässt seine Beliebtheit stetig nach. Die Popularität von Martin geht auch in Kanada seit Anfang der 1980er Jahre stetig zurück. Von 1980 bis 1993 zählte er zu den Top-100. In Australien gehörte der Name von 1952 bis 1992 stets zu den 100 beliebtesten Jungennamen. Der Name befand sich in Neuseeland zwischen 1946 und 1981 dauerhaft in den Top-100 der Hitlisten. Besonders beliebt war er in den 1960er Jahren, als er zu den Top-50 gehörte.
Varianten
Kurzformen Mort, Mortl/Martl/Mascht (bairisch), Machtl (tirolerisch), Tinu, Marä (berndeutsch), Marty (englisch), Märtes (ripuarisch), Murtin, Märtu, Maddin (hessisch), Maddien (pfälzisch), Marte (allgäuerisch), Madlinga (Jenisch)
Namenstage 11. November, Martinstag; – Hl. Martin von Tours 13. April (katholisch: nicht gebotener Gedenktag), orthodox: 14. April – Hl. Martin I., Papst 3. November – Hl. Martin de Porres
Namensträger Einname Martin I. (649–653), Papst Martin I., König von Sizilien (1391–1409) Martin I., Martin II. (Sizilien) (1356–1410), König von Aragón und von Sizilien Martin IV. (1281–1285), Papst Martin V. (1417–1431), Papst Martin von Braga (≈515–579), Bischof Martin von Cochem (1634–1712), katholischer Priester Martin von Laon (lat. Martinus Laudunensis, Martinus Hibernensis, Martinus Scot(t)us; 819–875), aus Irland stammender Gelehrter und Leiter der Kathedralschule von Laon Martin von Meißen, Bischof Martin, Benediktinerabt in Münsterschwarzach Martin von Polheim († 1399), Benediktiner und Abt des Stiftes Kremsmünster Martin von Tours (≈316/17–397), dritter Bischof von Tours, Heiliger Martin von Troppau († 1278), Dominikanermönch Martin von Weißenburg (≈1470–1508), Magister, Konventherr und Abt des Klosters Reichenau Martin Truchsess von Wetzhausen (≈1435–1489), Hochmeister des Deutschordensstaates (1477–1489) Martinos († 641), byzantinischer Mitkaiser
Vorname
A Martin Albertz (1883–1956), deutscher Theologie und Widerstandskämpfer Martín Alund (* 1985), argentinischer Tennisspieler Martin W. Angler (* 1982), Autor Martin Armknecht (* 1962), deutscher Schauspieler Martín Astudillo (* 1977), argentinischer Fußballspieler
B Martin Bangemann (1934–2022), deutscher Politiker (FDP) Martin Beheim-Schwarzbach (1900–1985), deutsch-britischer Schriftsteller und Schachspieler Martin Böttcher (1927–2019), deutscher Filmkomponist und Dirigent Martin Brambach (* 1967), deutscher Schauspieler Martin Brauer (1971–2021), deutscher Schauspieler und Musiker Martin Brudermüller (* 1961), deutscher Manager, Vorstandsvorsitzender der BASF SE Martin Bühler (* 1976), Schweizer Politiker Martin Bundi (1932–2020), Schweizer Politiker (SP)
C Martín Cáceres (* 1987), uruguayischer Fußballspieler Martín Cárdenas (1899–1973), bolivianischer Botaniker Martin Clunes (* 1961), britischer Schauspieler Martín Cortés (* 1983), argentinischer Fußballspieler
D Martín Demichelis (* 1980), argentinischer Fußballspieler Martin Dulig (* 1974), deutscher Politiker (SPD) Martin Dutzmann (* 1956), deutscher Theologe
E Martin Ebner (* 1945), Schweizer Bankier und Investor Martin Ebner (* 1956), deutscher Theologe Martin Engler (* 1967), deutscher Sänger, Komponist, Schauspieler, Regisseur und Hörspielsprecher Martin Ericsson (* 1980), schwedischer Fußballspieler Martin Erlandsson (* 1974), schwedischer Golfer Martin Ermacora (* 1994), österreichischer Beachvolleyballspieler Martin Ertle (1641–1712), 38. Abt der Reichsabtei Rot an der Rot Martin Eyjólfsson (* 1971), isländischer Diplomat und Fußballspieler
F Martín Fiz (* 1963), spanischer Langstreckenläufer
G Martin Gabriel (1876–1932), US-amerikanischer Jazz-Musiker und Bandleader Martín Gálvez (* 1962), chilenischer Fußballspieler Martin Gjeding (* 1974), dänischer Handballschiedsrichter Martin Gruber (* 1970), deutscher Schauspieler Martin Gruber (* 1967), österreichisch-italienischer Regisseur
H Martin Harnik (* 1987), österreichischer Fußballspieler Martin Heidegger (1889–1976), deutscher Philosoph Martin Heipertz (* 1976), deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Politiker und Schriftsteller Martin Heller (1952–2021), Schweizer Kulturunternehmer, Ausstellungsmacher, Kurator und Autor Martin Henderson (* 1974), neuseeländischer Schauspieler Martin Hetzer (* ≈1967), österreichischer Molekularbiologe Martin Hinteregger (* 1992), österreichischer Fußballspieler
I Martin Imboden (1893–1935), Schweizer Fotograf
J Martín Jaite (* 1964), argentinischer Tennisspieler
K Martin Kabrhel (* 1982), tschechischer Pokerspieler Martin Kaupp (* 1962), deutscher Chemiker und Hochschullehrer Martin Kaymer (* 1984), deutscher Berufsgolfer Martin Kienzle (* 1992), deutscher Handballspieler Martin Luther King (1929–1968), US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler Martin Kirchhoff (1860–1929), deutscher Landrat und Rittergutsbesitzer Martin Kolozs (* 1978), österreichischer Schriftsteller, Journalist und Verleger Martin Kremmer (1895–1945), deutscher Architekt Martin Krenn (* 1970), österreichischer Künstler und Hochschullehrer Martin Kruse (1929–2022), deutscher lutherischer Theologe und EKD-Ratsvorsitzender
L Martin Landau (1928–2017), US-amerikanischer Schauspieler, Oscarpreisträger Martin Landsberg (≈1455–1523), deutscher Buchdrucker in Leipzig Martin Lang (* 1968), deutscher Kanute, Europa- und Weltmeister Martin Langen (1866–1926), deutscher Lyriker und Dramatiker Martin Langner (* 1966), deutscher Klassischer Archäologe und Hochschullehrer Martin Lassahn (* 1961), deutscher Elektrotechniker und Hochschullehrer Martin Lauer (1937–2019), deutscher Leichtathlet und Schlagersänger Martin Lenz (* 1971), deutscher Musiker und Schriftsteller Martin Linzer (1931–2014), deutscher Theaterkritiker und Dramaturg Martin Lohmann (1957–2025), deutscher Publizist und Journalist Martin Lücke (* 1975), deutscher Historiker, Didaktiker und Hochschullehrer Martin Luther (1483–1546), deutscher Theologe und Reformator Martin Lüttge (1943–2017), deutscher Schauspieler und Regisseur
M Martin Mann (* 1944), deutscher Schlagersänger Martin Mende (1898–1982), deutscher Unternehmer, Radio- und Fernsehgerätebau Martin Merz (≈1425–1501), deutscher Mathematiker und Geschützmeister Martin Metz (1933–2003), rumäniendeutscher Kirchenmusiker und Komponist Martin Metz (* 1983), deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) Martin Michel (1759–1824), deutscher Landwirt, Wunderheiler und Exorzist Martin Moll (* 1961), österreichischer Historiker und Hochschullehrer Martin Möll (1972–2019), Schweizer Fotograf, Autor und Musiker Martín Montoya (* 1991), spanischer Fußballspieler Martin Mosebach (* 1951), deutscher Schriftsteller Martin Münch (* 1961), deutscher Komponist und Pianist Martin Münz (1779–1849), deutscher Arzt, Anatom und Hochschullehrer
N Martin Niemöller (1892–1984), deutscher Theologe und Kirchenführer Martin Niemöller (* 1935), deutscher Jurist und Richter
O Martin Ødegaard (* 1998), norwegischer Fußballspieler Martin Oschatz (* 1987), deutscher Chemiker und Hochschullehrer Martin Ostermeier (* 1970), deutscher Schauspieler
P Martin Pappenheim (1881–1943), österreichischer Neurologe und Psychiater Martin Pollack (1944–2025), österreichischer Journalist, Schriftsteller und literarischer Übersetzer
Q Martin Quaas (* 1974), deutscher Physiker, Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer
R Martí Rafel (* 1964), spanischer Freestyle-Skier Martin Reichert (1973–2023), deutscher Journalist und Buchautor Martin Rickelt (1915–2004), deutscher Schauspieler Martin Ruland, der Ältere (1532–1602), deutscher Arzt, Alchemist und Gräzist Martin Ruland, der Jüngere (1569–1611), deutscher Arzt und Alchemist
S Martin Sallmann (* 1963), Schweizer evangelischer Theologe und Hochschullehrer Martin Schenkel (1968–2003), Schweizer Schauspieler und Sänger Martin Schleich (* 1982), deutscher Pokerspieler