Das Karlsgymnasium München-Pasing – übliche Abkürzung „KGP“ – grenzt an den Pasinger Stadtpark in München und zählt etwa 700 Schüler (Stand 2024/25).
Geschichte Gründung Die Schule wurde im Jahre 1910 als königlich humanistisches Progymnasium Pasing mit 87 Schülern gegründet, der auf die gegenüberliegende Lehrerbildungsanstalt abgestimmte Jugendstilbau (Architekt Joseph Lang, Gebäudeschmuck Joseph Floßmann) 1909/10 errichtet.
Zeit nach dem Ersten Weltkrieg Nach der Revolution 1918/19 war die Schule auch für Mädchen zugänglich. 1920/21 begann der stufenweise Ausbau zu einem humanistischen Gymnasium (1925/26 erstes Abitur), der einen Erweiterungsbau notwendig machte. Die Tradition humanistischer Bildung riss auch während des Dritten Reiches nicht ab. Die Schule wurde jedoch in dieser Zeit schrittweise in die „Deutsche Oberschule für Jungen“ umgewandelt. In diese Zeit fällt auch der Umzug an den Schererplatz, um der Übungsschule der Hans-Schemm-Hochschule (Lehrerbildungsanstalt) Platz zu schaffen.
Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Schulgebäude zunächst das Hauptquartier der UNRRA für die Amerikanische Besatzungszone eingerichtet. 1946 kam es zur Neugründung der Schule als „Humanistisches Gymnasium Pasing“ am Schererplatz 3 und der Umwandlung der „Oberschule für Jungen“ in eine „Oberrealschule“ (späteres Max-Planck-Gymnasium). 1963 erfolgte der Umzug in das angestammte Gebäude am Stadtpark und die Annahme des heutigen Schulnamens. In den 1970er und 1980er Jahren wurde das Gebäude kontinuierlich erweitert, um steigende Schülerzahlen bewältigen zu können. Seit Beginn des Schuljahres 2007/08 steht im Süden des Schulgeländes ein Neubau mit Cafeteria und Lern- und Übungsräumen. Für Ende 2019 ist die Fertigstellung eines Erweiterungskomplexes vorgesehen.
Angebot Der Besuch des Gymnasiums steht Jungen und Mädchen offen.
Zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 traten mehr als 100 Fünftklässler, die auf fünf Klassen verteilt wurden, neu in die Schule ein.
Aufgrund eines Mangels an Klassenräumen wird der Unterricht, vor allem in der Oberstufe, des Öfteren in das nahe gelegene Bertolt-Brecht-Gymnasium ausgelagert. Im Herbst 2009 traten zum letzten Mal Schüler der 12. Jahrgangsstufe in die Kollegstufe des alten neunjährigen Gymnasiums ein. Für die späteren Jahrgänge galt das achtjährige Gymnasium in seiner humanistischen und sprachlichen Ausprägung: beginnend mit Latein ab der 5., Englisch ab der 6. und Griechisch bzw. Französisch ab der 8. Klasse. Seit dem Schuljahr 2017/18 wird wieder neunjährig unterrichtet (neues G9). Latein kann durch Italienisch als spätbeginnende Fremdsprache ersetzt werden ab der 11. Klasse.
Es bestehen zahlreiche Wahlfachangebote aus den verschiedensten Bereichen. Hervorzuheben ist das vergleichsweise große Angebot im musikalischen Bereich, so zum Beispiel die Einrichtung einer Streicherklasse im Schuljahr 2007/08. Seit der Umstellung auf das G8 existiert ein ausgebautes Ganztagesangebot. Neben den üblichen Elementen des Schullebens (SMV, Tutoren, Schülerzeitung) gibt es eine Schülergesellschaft, ein Schulradio sowie eigene Schulsanitäter- und Streitschlichtersysteme. Es bestehen Schüleraustausche mit dem Lycée Fénelon in Clermont-Ferrand, einer französischen Privatschule in Lissabon, dem Liceo Ginnasio Saffo in Roseto degli Abruzzi sowie der Oberschule Nr. 6 in Qingdao in China.
Bauliche Erweiterung Juni 2022 bis Juni 2026 Das denkmalgeschützte Jugendstilgebäude am Stadtpark, das Karlsgymnasium, soll in den kommenden Jahren erweitert werden. Das Projekt ist Teil der Schulbauoffensive der Landeshauptstadt. Das Gymnasium bekommt Platz für zwei weitere Züge mit zwei Lernhausclustern, Fachlehrsälen, eine Pausenhalle sowie eine Dreifachturnhalle, die auch als Versammlungsstätte für knapp 400 Personen dienen kann. Der Hauptbaukörper des Schulneubaus ist als Würfel mit Flachdach konzipiert, er wird vier Vollgeschosse haben und über eine Brücke mit dem Altbau verbunden sein.Mehr Platz fürs Karlsgymnasium, abgerufen am 8. August 2023"Packen wir Großes an", abgerufen am 8. August 2023Erweiterung Karlsgymnasium, München-Pasing, abgerufen am 8. August 2023Erweiterung Karlsgymnasium, abgerufen am 8. August 2023
Personen Schulleiter 1910–1913: Otto Kronseder 1913–1935: Ludwig Bruner 1936–1937: Franz Schalk 1937–1938: Ludwig Hasenclever 1938–1945: Wilhelm Staab 1945: Anton Hartmannsgruber 1946–1957: Karl Rupprecht 1957–1968: Karl Schneider 1968–1977: Otto Huber 1977–1986: German Weiß 1986–2003: Hans Müller 2003–2013: Ingrid Bucher 2013–2023: Thomas Franz seit 2023: Matthias Ludolph
Absolventen
Sonstiges Sportliche Erfolge Die Schachmannschaft gewann die OberbayerischeBeim Turnier in Wasserburg am Inn Schulschach-Mannschaftsmeisterschaft des Schuljahres 1980/81 in der Wettkampfklasse II (bis 10. Klasse), wurde darauf SüdbayerischerBeim Turnier in Augsburg Vizemeister und BayerischerBeim Turnier in Weiden in der Oberpfalz Vizemeister.Jahresbericht des Schuljahres 1980/81
Auszeichnungen Nach den Jahrgangsstufentests 2005 des bayerischen Kultusministeriums gehörte das Gymnasium zu den Besten in Bezug auf Lernerfolg, Umfeld und Leistung in Bayern. Dies belegt auch der Spitzenplatz bei den Abiturergebnissen 2013.Abi-Durchschnitt – Münchens Gymnasien im Noten-Test Beim TurnOn-Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks 2015 erzielten Schüler des Karlsgymnasiums den GRIPS-Sonderpreis. Beim JUNIOR-Projekt (Junior Achievement – Young Enterprise) erzielten Schüler des Karlsgymnasiums 2003 den Landes- und Bundessieg.Unternehmertalente in Bayern sind Spitze – Das beste deutsche Schülerunternehmen 2003 kommt aus Pasing
Filmkulisse Das Gymnasium diente auch als Kulisse der Schule für den Film Das haut den stärksten Zwilling um von 1971.
Literatur Walter Bedel: Geschichte des Humanistischen Gymnasiums München-Pasing. Schnell & Steiner, Waldsassen 1963, . Doris Barth, Bernhard Möllmann, Bernd-Michael Schülke: Zeugnisse. Das Humanistische Gymnasium in Pasing. Die Vorgeschichte des Karlsgymnasiums und des Max-Planck-Gymnasiums 1910–1955. München 1992. Bernhard Möllmann: Das Karlsgymnasium – Notizen zu seiner Geschichte. In: Direktorat des Karlsgymnasiums München-Pasing (Hrsg.): Karlsgymnasium Jahresbericht 1993/1994. St. Ottilien 1994 Bernhard Möllmann: Chronik des Progymnasiums Pasing von 1910 bis zum ersten Abitur 1926. In: Direktorat des Karlsgymnasiums München-Pasing (Hrsg.): Karlsgymnasium München 1910–2010. Festschrift. St. Ottilien 2011, S. 28–101. Bernhard Möllmann: Chronik des Gymnasiums mit Realschule Pasing von 1926 bis 1945. In: Direktorat des Karlsgymnasiums München-Pasing (Hrsg.): Karlsgymnasium Jahresbericht 2011/2012. St. Ottilien 2012, S. 136–239. Bernhard Möllmann: Wie hätte unser Schulgebäude aussehen können? In: Direktorat des Karlsgymnasiums München-Pasing (Hrsg.): Karlsgymnasium Jahresbericht 2012/13. St. Ottilien 2013, S. 64–69.
Weblinks
Das KGP auf Facebook Karlsgymnasium München-Pasing Website der Schülergesellschaft Gerhard Fenzl, Gerhards KGP-Seite Reiner Luyken, Abstieg vom Olymp, Zeit Online vom 11. März 1994
Einzelnachweise
Kategorie:Gymnasium in München Kategorie:Baudenkmal in Pasing München Kategorie:Schulgebäude in München Kategorie:Bauwerk in der Waldkolonie Pasing Kategorie:Erbaut 1910 Kategorie:Am Stadtpark (München) Kategorie:Humanistisches Gymnasium in Deutschland Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1910