Öffentliche Bäder werden durch die Stadt Jena seit 1898 betriebenBirgitt Hellmann, Evelyn Halm, Margitta Ballhorn: Jena – Reihe Archivbilder. Sutton Verlag, Erfurt, 1998. ISBN 3-89702-052-1, Seite 114. Heute gehören diese zum kommunalen Unternehmen Jenaer Bäder und Freizeit GmbH (JBG), einem Unternehmen der Stadtwerke-Jena-Gruppe.
Das Unternehmen „Jenaer Bäder und Freizeit GmbH“ Im Oktober 1997 wurden die Technischen Werke Jena beauftragt, mit Wirkung zum 1. Januar 1998 die Jenaer Bäder und Freizeit GmbH (JBG) als vollwertige Tochterfirma zu gründen, welche sämtliche bis zu diesem Zeitpunkt städtisch betriebenen Einrichtungen, daneben, mit Ausnahme des Volksbades Jena, auch die dazugehörigen Immobilien, sowie weiterhin das Personal als Gesamtbestand übernehmen sollte. Diese Festlegung setzte den Neubau des später als GalaxSea bezeichneten Freizeitbades voraus. Die Jenaer Bäder und Freizeit GmbH gibt es seit 1. Januar 1998. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Jena und damit ein Unternehmen der Stadtwerke Jena Gruppe.
Der Schwerpunkt im Freizeitsegment liegt im Betrieb des Freizeitbades „GalaxSea“ in Jena-Winzerla durch die Bädergesellschaft. Im Vordergrund steht dabei der Bade- und Saunabetrieb, der durch Schwimm-, Fitness- und Präventionskurse sowie Wellnessangebote und die gastronomische Versorgung ergänzt wird. Die Bädergesellschaft betreibt darüber hinaus die Freibäder Ost- und Südbad in Jena sowie die 2023 eröffnete Sportschwimmhalle „Schwimmparadies“Homepage: https://www.stadtwerke-jena.de/baeder/sportschwimmhalle.html in Jena-Lobeda. Des Weiteren sicherte die Bädergesellschaft im Rahmen der Betriebsführung über die Sommersaison die Badeaufsicht im Freibad Hermsdorf ab.Lagebericht 2022, https://gb22.stadtwerke-jena.de//media/swj_lagebericht_fuer_gb22_191223.pdf Die ehemals betriebenen Bäder Volksbad und Schwimmhalle Lobeda-West sind heute geschlossen.
Geschäftsführerin der Jenaer Bäder und Freizeit GmbH ist seit dem Jahr 2016 Susan Zetzmann.
Badeanstalten Volksbad mini|Volksbad in Jena
Das Volksbad war das erste und älteste Jenaer Hallenbad. Das Gebäude liegt in der Nähe des Jenaer Stadtzentrums und war neben der Schwimmhalle mit Saunabereichen, Wannen- und medizinischer Bademöglichkeit sowie einem Restaurant und einer Wäscherei ausgestattet.
Es wurde in den Jahren 1907 bis 1909 für rund 450.000 Mark als Kalkstein-Winkelbau mit markantem Turm errichtet. In den 1970er Jahren war es baulich und technisch verschlissen und wurde nach Eröffnung der Schwimmhalle Lobeda geschlossen, jedoch ab 1983 umgebaut und 1987 wieder eröffnet. Nach 1997 brach die Nutzerzahl der Badbereiche stark ein, da viele Badegäste die im Umland errichteten Freizeitbäder (Kristallbad in Bad Klosterlausnitz ab 1997, Toskana-Therme in Bad Sulza ab 1999, saalemaxx in Rudolstadt ab 2001) dem spartanisch eingerichteten Jenaer Bad vorzogen. Diese Entwicklung führte zur Neuerrichtung eines Freizeitbades (GalaxSea) im Stadtteil Winzerla und der Schließung des Volksbades im Jahre 2001, unter anderem aufgrund der im Gegensatz zur Lobedaer Schwimmhalle als drittem Jenaer Hallenbad höheren Betriebskosten. Die Schließung war in der Jenaer Öffentlichkeit umstritten, da die verbliebenen Stammnutzer kaum Wert auf erlebnisorientierte Angebote legten und damit verbundene höhere Eintrittspreise nicht akzeptierten. Daraus resultierten spätere Sondermaßnahmen bei der Vermarktung des neuen Freizeitbades.
Nach langer Uneinigkeit bezüglich einer weiteren Nutzung des Objektes wurde es nach einem Umbau bis zum Ende des Jahres 2007 in ein gemischt genutztes Gebäude (Veranstaltungsort sowie Verwaltungs- und Lagersitz verschiedener kommunaler Organisationen) umgewandelt. Bereits 2000 wurden einige Neugestaltungs- und -nutzungseckpunkte veröffentlicht.Stadt Jena: Einleitungsbeschluss (Aufstellungsbeschluss) für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Paradies-Center" in Amtsblatt 23/2000 (PDF; 387 kB) vom 15. Juni 2000
Schwimmhalle Lobeda-West mini|Schwimmhalle Lobeda-West (2013)
Die zum 10-jährigen Bestandsjubiläum Neulobedas im Oktober 1976 eröffnete und hauptsächlich 1992 sowie im Jahr 2004 (PDF; 403 kB) und fassadenseitig 2006 rekonstruierte Volksschwimmhalle vom Typ „Anklam“ Lobeda wurde im Rahmen des Freizeitbadneubaus der Erhaltung des Volksbades als solches vorgezogen, da sich der von ihr beanspruchte Pro-Kopf-Subventionsbetrag im Vergleich als wesentlich geringer als der dortige erwies; die Schließung des Volksbades brachte weiterhin höhere sofortige Einsparungen zutage.
Die Schwimmhalle wurde im Zuge des Neubaus der Sportschwimmhalle auf dem nahe gelegenen Grundstück des früheren Kulturzentrums Lobeda-West geschlossen. Der Beschluss hierzu wurde in der Stadtratssitzung am 14. Juni 2018 einstimmig gefasst. An einer Ideensammlung zur Nachnutzung der Halle nahmen rund 2700 Bürger teil. Vorerst werden jedoch die Wellnessangebote des Freizeitbades "GalaxSea" während dessen sanierungsbedingter Schließzeit in die alte Halle ausgelagert.
Sportschwimmhalle „Schwimmparadies“ Im April 2018 befürwortete der Jenaer Stadtrat einen Einwohnerantrag zum Neubau einer Schwimmhalle mit 50-Meter-Becken, um den seit langem nicht gedeckten Bedarf an ganzjährig nutzbarer Wasserfläche für die verschiedensten Interessengruppen zu befriedigen und reguläre Schwimmwettkämpfe zu ermöglichen. Diese Variante sei langfristig günstiger als eine nochmalige Sanierung der technisch verschlissenen Schwimmhalle Lobeda, die auch danach den aktuellen Anforderungen nur bedingt gerecht würde. Der Baubeschluss wurde am 14. Juni 2018 gefasst.Amtsblätter der Stadt Jena: 22/18 vom 31. Mai 2018, S. 242 und 31/18 vom 2. August 2018, S. 302
Als Standort erhielt die Fläche des 1999 abgebrochenen Kulturhauses Lobeda-West den Vorzug vor einem Grundstück in Löbstedt und einer Erweiterung des Freizeitbades GalaxSea. Das neue Bad wurde vom Architekturbüro geising + böker entworfen und von September 2020 bis August 2023 erbaut. Es entstanden ein 21 × 50 Meter-Sportbecken (ca. 1.050 m²) mit acht Bahnen gemäß der DSV-Richtlinien der Beckenkategorie B, Gesamtanlage Kategorie C, und durchgehend 2 Metern Tiefe; dazu ein Lehrschwimmbecken (12,50 × 8 Meter) mit variabler Wassertiefe von 0,0 bis 1,80 Metern. Das Sportbecken ist in zwei 25-Meter-Becken aufteilbar. Die Eröffnung fand am 28. August 2023 statt, die Anlage erhielt den Namen Schwimmparadies.
Freizeitbad GalaxSea mini|Ansicht des GalaxSea von der Lobedaer Straße mini|Das GalaxSea im März 2013 während der Sanierung, eingerüstet und mit einer teilweise demontierten Rutsche.
Die neu gegründete Bäderbetriebsgesellschaft wurde beauftragt, ein Freizeitbad zwischen der Lobedaer und Rudolstädter Straße sowie dem benachbarten Heizkraftwerk Jena im Stadtteil Winzerla einzurichten und erhielt im Gegenzug eine städtische Bürgschaft in Höhe von 26 Millionen DM sowie um geplante 1,5 Millionen DM erhöhte Jahreszuschüsse. Um dennoch keine massiv erhöhten Kosten entstehen zu lassen, war gleichzeitig die Schwimmhalle Lobeda in ein nicht-öffentliches Schul- und Vereinsschwimmbad ohne Sauna- oder Solariumsangebot umzuwandeln und im Weiteren das Volksbad zu schließen, sofern es nicht ausnahmslos subventionsfrei betrieben werden könnte. Eine weitere Auflage war die Bereitstellung eines mindestens wöchentlich stattfindenden preisgünstigen Schwimmangebotes.
Die Fläche der Anlagen misst rund 7.169 Quadratmeter, wovon etwa 1.056 Quadratmeter auf die Wasserfläche entfallen. Im Jahr werden etwa 30.000 Kubikmeter Wasser, 2 Millionen Kilowattstunden elektrische sowie 6,5 Millionen Kilowattstunden Wärmeenergie benötigt.
Das Bad besitzt neben einigen Spaßbecken (einschließlich Wellenbecken und Strömungskanal sowie kleinem Außenbecken) auch ein Sportbecken, welches auf 25 Metern Länge fünf Schwimmbahnen bei höchstens 3,6 Metern Wassertiefe besitzt. Das Springen von drei verschiedenen Höhen ist zeitlich begrenzt möglich, während das Schwimmbecken ansonsten gesperrt wird.
Vom 17. September 2011 bis 14. Dezember 2013 war der Badebereich wegen der Beseitigung von Baumängeln geschlossen, wodurch ein Schaden von rund 6,4 Millionen Euro entstandQuelle für diesen Abschnitt: (Sauna- und Wellnessbereich konnten überwiegend genutzt werdenHomepage des GalaxSea vom 31. Dezember 2011). Zuvor hatte das Thüringer Bauministerium über vermehrt aufgetretene Rissschäden an feuerverzinkten Stahlbauteilen informiert und die Prüfung möglicherweise betroffener Bauten angeregt. Diese zeigte beim Galaxsea unter anderem zahlreiche schwere Montagefehler in der Dachkonstruktion auf, beispielsweise fehlende, vorgetäuschte oder funktionslose Verbindungsmittel. In der Schließzeit musste die Konstruktion vollständig überarbeitet werden.
Die Aufarbeitung des Vorgangs erfolgte durch einen Sonderausschuss des Stadtwerke-Aufsichtsrats, dessen Bericht am 16. Juli 2014 dem Jenaer Stadtrat vorlag (Berichtsvorlage 14/0020-BE). Demnach wurden die Probleme hauptsächlich durch unklare Zuständigkeiten sowie mangelnde Vertrautheit und Überforderung der Projektfirma mit den Bauabläufen verursacht. Weiterhin wechselten verantwortliche Unternehmen häufig (durch Insolvenz), und Mängelmeldungen wurden ignoriert. Im Februar 2014 hat die Bädergesellschaft diesbezüglich Klage vor dem Landgericht Gera gegen die Stahlbaufirma und den Bauüberwacher erhoben.
Am 2. Juni 2026 startete eine Generalsanierung des Bades nach 25 Jahren Betriebszeit. Vorrangig wird moderne und sparsame Gebäudetechnik eingebaut. Weitere Umbauten erfolgen, da der Schwerpunkt der Nutzung in Zukunft auf Angeboten für Familien und Kinder liegt. Das 25-m-Becken soll verkleinert werden, da das sportliche Schwimmen in "Schwimmparadies" Neulobeda konzentriert wird. Für 2027 ist die Wiedereröffnung geplant.
Ostbad mini|Das Ostbad während der Winterpause
Dieses am 25. Juli 1954 eröffnete, im Nordosten der Stadt am Fuße des Jenzigs liegende und im Gegensatz zum Südbad auf Basis von Schwimm- und Planschbecken eingerichtete, renovierte Freibad ist in der warmen Jahreszeit eine beliebte Anlaufstelle für Schüler, Schwimmer und Familien. Das Schwimmbecken hat eine Länge von beinahe 50 Metern und eine maximale Wassertiefe von 2,1 Metern. Es stehen eine 65 Meter messende Wasserrutsche sowie verschiedene Trocken-Sportangebote zur Verfügung.
Südbad mini|Schleichersee mini|Blick auf den Strand
Der Ursprung des Südbades geht auf Bestrebungen des Sportvereins „Wasserfreunde Jena“ zurück, die von Paul Schleicher in der Oberaue betriebene Kiesgrube für den Schwimmsport zu nutzen.Die „Wasserfreunde“ bauen ein Bad! Jenaische Zeitung, Nr. 102 vom 2. Mai 1936 Ab 1936 entstand am nordwestlichen Ufer des im Aufbau befindlichen Grubensees (im Volksmund Schleichersee genannt) eine wettkampftaugliche Sportanlage mit 50-Meter-Bahnen und Sprungbrett, dazu im Uferbereich ein Funktions- und Umkleidegebäude. Diese Anlage wurde bis in die 1960er Jahre genutzt und verfiel dann, der Abbau erfolgte erst bei der Sanierung des Südbades nach 1987Im Luftbild vom 29. Juni 1987 ist die Anlage noch sichtbar; abrufbar im Geoportal des Landes Thüringen (Downloadbereich: geoportal-th.de unter Nummer 198712 0009..