mini|hochkant|Johann Andreas Herrlein (Selbstbildnis 1792) mini|Die Kinder (Johann Christoph?) und (Katharina Elisabeth?) des Malers Johann Andreas Herrlein von Johann Andreas Herrlein mini|Fürstbischof und Abt von Fulda Heinrich VIII von Bibra (Johann Andreas Herrlein) Johann Andreas Herrlein (* 10. Oktober 1723 in Münnerstadt; † 3. September 1796 in Fulda) war ein deutscher Maler.
Leben
Der aus Hammelburg stammende Vater von Johann Andreas Herrlein, Johann Herrlein, war Bäcker und Fassmaler in Münnerstadt und ab ca. 1732 in Kleinbardorf. Von ihm erhielt Johann Andreas gemeinsam mit seinen Brüdern Johann Peter Herrlein und Andreas Herrlein die erste Ausbildung in der Malerei. Seine erste selbständige Tätigkeit war 1746 das Malen der Deckenfresken und des Altarblatts in der Pfarrkirche St. Martin in Eltingshausen (heute Teil der Gemeinde Oerlenbach). Im gleichen Jahr scheint er Aufnahme in die Malerwerkstatt seines späteren Schwiegervaters Emanuel Wohlhaupter in Fulda gefunden zu haben. Nach dessen Tod 1756 wurde Herrlein Hofmaler der Fürstbischöfe in Fulda. In deren Auftrag, aber auch für Fuldaer Privatpersonen und Kirchen aus dem Bistum schuf Herrlein bis zu seinem Tod mehrere hundert Werke. Johann Andreas Herrlein hatte manch interessante Ideen, seine Gemälde an den Mann zu bringen. So lud er am 15. Mai 1768 zu einem „Scheibenschießen von Malerei zu Fuld“ ein. Es waren insgesamt „42 Stück Malerei“, die als Preise ausgesetzt waren, eine Sammlung seiner Bilder, die heute ein „Vermögen“ wert sind.
Leistungen
Neben der Schaffung von Porträts und einer Vielzahl von Arbeiten für Kirchen des Fuldaer Raums war Herrlein vor allem an der Vermittlung zwischen der holländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts und der Malerei der deutschen Romantik beteiligt, indem er der inneren Stimmung und den Gefühlen der Menschen in seinen Gemälden Ausdruck verschaffte. Nach ihm ist in Fulda eine Straße benannt. 2004 brachte die Deutsche Post eine Briefmarke zum Bonifatiusjubiläum nach einem Motiv von Herrlein heraus.
Werke (Auswahl) Geburt Christi Altarblatt, Pfarrkirche St. Martinus, Eltingshausen, 1746. Innenansicht einer Synagoge Gemälde, Villa Vauban, Sammlung Eugénie Dutreux-Pescatore, um 1750–1790. Porträt des Georg Karl von Fechenbach, Gemälde, Schloß Fasanerie, Darmstadt, 1755. Mariä Verkündigung, Altarblatt, Pfarrkirche St. Maria und St. Johannes der Täufer in Batten, 1756. Mariae Himmelfahrt Altarblatt, Pfarrkirche St. Martin in Schmalnau, 1760. Doppelbildnis der Kinder von Stein Gemälde, Staatliche Kunstsammlungen, Kassel, 1769 Hl. Vitus Altarblatt, Kapelle St. Vitus und St. Elisabeth, Lütterz, um 1770. Rhönlandschaft mit Mühle Gemälde, Historisches Museum, Frankfurt am Main, um 1775. Verleugnung Christi Gemälde, Staatliche Galerie Schloß Georgium, Dessau, um 1780. Hl. Nikolaus von Myra Altarblatt, Vonderau-Museum, Fulda, 1781. Kreuzigung Christi, Stiftsmuseum St. Paul im Lavanttal, um 1780
Literatur
Anton Schmitt: Herrleins Tätigkeit vor 1756. In: Buchenblätter. 20(1936) Nr. 16. Anton Schmitt: Selbständige Frühwerke Herrleins. In: Buchenblätter. 20(1939) Nr. 17, S. 41. Anton Schmitt: Ein Herrlein-Altarbild in Großenlüder. In: Fuldaer Geschichtsblätter. 31(1955) S. 104–106. Anton Schmitt: Die Supraporten Herrleins im Fuldaer Schloß. In: Hessische Heimat. 9(1959/1960) Heft 4/5, S. 16–21. Anton Schmitt: Fuldaer Rokoko, Herrleins Gemälde im Fuldaer Spiegelkabinett. In: Buchenblätter. 35(1962) Nr. 22 und 23. Erwin Sturm: Der Herrlein-Hof in Gersrod. Von den Nachkommen des Fuldaer Hofmalers. In: Buchenblätter. 42(1969) S. 86–87.
Aloys Jestaedt: Zur Entstehungsgeschichte der Herrleinschen Fresken in der Fuldaer Stadtpfarrkirche. In: Buchenblätter. 42, 1969, S. 117–118. Hans W. Siegel: Stellte Johann Andreas Herrlein die „Heilige Margareta von Cortona“ dar? In: Fränkische Nachrichten (Beilage zum Wertheimer Tageblatt) 1973, Nr. 196, S. 14. Franzi Schmitt: Werke von J. A. Herrlein neu entdeckt. Zum 250. Geburtstag des Fuldaer Hofmalers Johann Andreas Herrlein (1723–1796). In: Buchenblätter. 46, 1973, S. 73–76. Ernst Kramer: Die Jägerei und fromme Legenden beflügelten Fürsten und Hofmaler. In: Fuldaer Zeitung. 1973, Nr. 301, S. 8. Johann Andreas Herrlein 1723-1796. Fürstbischöflich Fuldischer Hofmaler (Einmaliger Kalender für 1979), Auswahl und Anordnung der Bilder, Titel und Texte zu den Bildern: Ernst Kramer und Franzi Schmitt, Fulda, Seidel und Haus (Druck) 1979. Ernst Kramer: „Il Gregge“ Vorbilder zu einer Pastorale im Spiegelkabinett der Residenz. In: Fulda informiert. 10, 1982 S. 13–16. Ernst Kramer: Fuldaer malte Holzlöffelhändler nach französischem Stich. In: Jahrbuch des Kreises Fulda. 8 (1981) S. 268–274. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen. 2. Auflage. München / Berlin 1982, S. 57, 66, 94, 299, 301, 301, 304, 354, 356, 383, 437, 509, 589, 685, 717, 774, 786, 845, 857, 948.
Johann Andreas Herrlein und die barocke Malerei in Fulda. Ausstellungskatalog Vonderau-Museum Fulda. 1991, ISBN 3-7900-0208-9. Werner Kathrein: Der Historienmaler Johann Andreas Herrlein - oder: die Gründung des Bistums Fulda in der Historienmalerei des Johann Andreas Herrlein im Refektorium des ehemaligen Benediktinerkonvents in Fulda. In: Alte und neue Kunst. 41,2002, S. 138–142. Michael Mott: Das „Scheßhuis“ am Schützenhaus / 1978 wurde das barocke Schützenhaus in der Heinrichstraße abgerissen / Einstmals war es der Stolz der Bürger Fuldas. In: Fuldaer Zeitung. 29. Juli 1998, S. 11 (Serie: Fulda einst und jetzt). Michael Mott: Ein Hofmaler mit Mut zum Wandel. Der letzte Fuldaer Hofmaler Johann Andreas Herrlein lebte von 1723 bis 1796. In: Fuldaer Zeitung. 18. Mai 2005.
Weblinks
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