Schierling ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern.

Der Markt ist ein bedeutender Gewerbestandort und die südlichste Gemeinde der Oberpfalz.

Vor den Toren Schierlings besiegte Napoleon mit seinen Verbündeten in der Schlacht bei Eggmühl die Österreicher. Bereits zu Zeiten Kaiser Ottos I. bezog dieser bei der Belagerung von Regensburg sein Hauptquartier in Schierling.

Geographie Geographische Lage Schierling liegt im Niederbayerischen Hügelland am Rand der Hallertau zwischen Regensburg und Landshut im Tal der Großen Laber. Durch Schierling verlief eine alte Römerstraße zwischen Eining und Straubing.

Gemeindegliederung Es gibt 26 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Geschichte

Schierling wurde im Jahre 953 anlässlich der Belagerung Regensburgs unter König Otto I. erstmals urkundlich erwähnt.

Obwohl Schierling im Mittelalter als „Markt Schirling“ erwähnt wurde, ist Schierling erst zur 1000-Jahr-Feier im Jahr 1953 offiziell zum Markt ernannt worden.

Nachdem im Jahr 1418 die erste Pfarrkirche genannt ist, wurde zwischen 1720 und 1726 ein Neubau der Kirche als „Dom des Labertals“ erwähnt.

Am 22. April 1809 besiegte Napoleon mit seinen Verbündeten Österreich in der „Schlacht bei Eggmühl“ entscheidend. Diese Schlacht in der Laberaue und auf den angrenzenden Höhen wurde von Napoleon später als seine größte Bewährungsprobe bezeichnet. Seit 1909 steht ein Löwendenkmal, mahnend an die Tausende von Opfern, über dem ehemaligen Schlachtfeld.

Gebietsreform Im Zuge der Gebietsreform in Bayern erfolgten mehrere Veränderungen an Gemeindegebiet und Zuordnung. Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Unterlaichling eingegliedert. Bei der Auflösung des Landkreises Mallersdorf wurde die Gemeinde Schierling zum 1. Juli 1972 von Niederbayern in den Landkreis Regensburg und den Bezirk Oberpfalz umgegliedert. Am 1. Januar 1973 wurde Allersdorf eingemeindet. Am 1. Mai 1978 folgten Buchhausen, Eggmühl, Inkofen, Mannsdorf, Oberdeggenbach, Pinkofen, Wahlsdorf und Zaitzkofen.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 6407 auf 8142 um 1735 Einwohner bzw. um 27,1 %. Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Einwohner 3319 3888 4113 5960 5554 6008 6322 7279 7208 7225 7709 8213 8306

mini|Die Große Laber in Schierling

Politik Marktgemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern. Das im Diagramm dargestellte Ergebnis der Gemeinderatswahl vom 20. März 2026 führte zu folgender Verteilung der Sitze:

Von den 6681 stimmberechtigten Einwohnern im Markt Schierling haben 4468 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 66,9 Prozent lag.

Bürgermeister Erste Bürgermeister seit 1945 mini|250px|Rathausplatz mit Pfarrkirche 1945–1964: Josef Wallner (WAV, später parteilos) 1964–1984: Ludwig Kattenbeck (CSU) 1984–2008: Otto Gascher (CSU) seit 2008: Christian Kiendl (CSU, vormals FW)

Bürgermeister in der Periode 2026 bis 2032 +Erster BürgermeisterChristian KiendlCSUZweiter BürgermeisterMarkus SchinhanlFWDritte BürgermeisterinClaudia BuchnerBL

Wappen

Sozialpolitisch und kirchlich engagiertes Schierling Als erste Gemeinde im Landkreis Regensburg hat sich Schierling der Aktion gegen ausbeuterische Kinderarbeit angeschlossen. Der Förderverein Schierlinger Schulen gilt mit annähernd 500 Mitgliedern als einer der größten in Bayern. In den 1990er Jahren machte die katholische Pfarrgemeinde durch eine außergewöhnlich große und über sechs Jahre andauernde Hilfsaktion für die Flüchtlinge in Kroatien auf sich aufmerksam. Im Jahr 2005 wurde im Rahmen der Gemeindemission vom katholischen Pfarrgemeinderat und dem evangelischen Kirchenvorstand eine „Friedens-Lichterkette“ zwischen den beiden Kirchen ermöglicht, an der sich – ebenso wie an der anschließenden Tauferneuerungsfeier – mehr als 1500 Bürger beteiligten. Seit Herbst 2014 engagiert sich ein ehrenamtlicher Helferkreis bei der Betreuung der in Schierling und Eggmühl wohnenden Asylbewerber.

Gemeindepartnerschaften Seit dem Jahr 1997 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit dem französischen Ort Penmarc’h an der bretonischen Atlantikküste.Partnergemeinde Penmarc´h auf schierling.de Abgerufen am 24. Juli 2020

Grund dieser Gemeindepartnerschaft ist die „Schlacht bei Eggmühl“ im Jahr 1809, als Napoleon zusammen mit den bayerischen Truppen einen Sieg gegen Österreich errang. Eggmühl war bis 1978 eine selbstständige Gemeinde und wurde dann in den Markt Schierling eingemeindet. Im französischen Penmarc’h steht seit 1897 ein Leuchtturm mit dem Namen „Phare d’Eckmühl“, der mit einer großzügigen Erbschaft der Tochter von General Davout erbaut wurde, der von Napoleon wegen seiner Erfolge zum „Fürst von Eggmühl“ (Prince d’Eckmühl) ernannt wurde. Seit 1997 besteht zwischen dem Markt Schierling und der französischen Gemeinde Penmarc’h eine europäische Gemeindepartnerschaft. Penmarc’h war früher einer der bedeutendsten Fischereihäfen der Bretagne. Im Rahmen der Gemeindepartnerschaft finden Besuchsfahrten statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Schierling Schloss Schierling: Dreigeschossiger Halbwalmdachbau mit Kapelle, 17./18. Jahrhundert, im Kern mittelalterlich; Stadel, giebelständiger Satteldachbau mit Schweifgiebel, Pilastergliederungen und rundbogigen Toren, Ziegel, 1728. Da sich das Schloss Schierling im Privatbesitz befindet, ist es mittlerweile vom Verfall gezeichnet. Zur optischen Aufwertung der Gebäudefassade wurde diese mit einer im Stil des Schlosses bedruckten LKW-Plane behängt

Schloss Eggmühl: Gegliederte Mehrflügelanlage, mittelalterliche Weiherhausanlage, 15. Jahrhundert, Umbauten 16.–18. Jahrhundert; Ostflügel, dreigeschossiger Halbwalmdachbau mit Eckverstärkungen; Westflügel, ehem. Torbau, zweigeschossiger Walmdachbau mit Zwerchhäusern und Schweifgiebel; Südflügel, zweigeschossiger Walmdachbau über unregelmäßigem Grundriss; Nordflügel, dreigeschossiger Walmdachbau; Reste der Zwingermauer mit vier runden Türmen, Bruchstein, 1432.

Ehemaliges Hofmarkschloss in Inkofen: Zweigeschossige Vierflügelanlage mit Satteldächern, um 1650, im Kern 16. Jahrhundert, an der Westwand Grabplatten des 15.–19. Jahrhunderts.

Schloss Zaitzkofen: Heute Priesterseminar Herz-Jesu, dreigeschossiger Mansardwalmdachbau mit Eckrisaliten, Werksteinportalen und geohrten Fenstern, um 1730; mit Ausstattung; Reste der Schlosseinfahrt mit rustizierten Pfeilern, bauzeitlich.

Alle Baudenkmäler

Sport und Vereine Der Turnverein Schierling mit zahlreichen Sportabteilungen gilt als einer der größten Vereine am Ort. Schierling und seine Ortsteile haben gut ausgebaute Sportanlagen.

Die Freiwillige Feuerwehr Schierling sowie die Feuerwehren der Ortsteile sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Gemeindegebiet und darüber hinaus. Weiterhin unterstützt der Helfer vor Ort Oberdeggenbach bei der Ersten Hilfe im gesamten Gemeindegebiet. Weiterhin gibt es eine Vielzahl von Vereinen wie den Angelsportverein Schierling, Funkerclub Schierling, mehrere Kaninchenzuchtvereine, den VdK-Ortsverband, den Ortsverband des BUND und den Stopselclub Walkenstetten.https://www.schierling.de/kultur-freizeit/vereine

Der Verein für Heimatpflege Schierling e. V., auch bekannt als Schierlinger Gennßhenkher, hat sich dem Erhalt des heimischen Brauchtums und der Darstellung der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs verschrieben. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den zivilen wie auch den militärischen Alltag im Bayern des Jahres 1633 darzustellen.

Regelmäßige Veranstaltungen Seit 1976 findet jährlich das „Bayerische Gstanzlsänger-Treffen“ statt, das als das älteste Bayerns gilt und vom ehemaligen Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, Adolf Eichenseer, zusammen mit dem Markt Schierling ins Leben gerufen wurde. Seit 1990 findet am ersten Augustwochenende ein Open Air, das „Labertalfestival“, statt. Weiterhin findet das „Gennßhenkher-Fest“ zur Erinnerung an die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs alle vier Jahre statt.

Religion Im Gemeindeteil Zaitzkofen befindet sich im Gemeindeteil das Internationale Priesterseminar Herz Jesu der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Wirtschaft und Infrastruktur Der Markt Schierling hat eine gute Infrastruktur mit zahlreichen Handwerks-, Dienstleistungs- und Handelsbetrieben. Die ärztliche Versorgung ist gut und Nahversorgungsunternehmen ausreichend vorhanden. In den letzten Jahren sind zahlreiche Wohn- und Gewerbeansiedlungen entstanden. Schierling hat sich zu einem anerkannten Gewerbestandort mit großer regionaler Bedeutung entwickelt. mini|Schierlinger Markt

Bayerischer Qualitätspreis Im Jahr 2015 ist Schierling wegen seiner wirtschaftsfreundlichen Kommunalpolitik mit dem Bayerischen Qualitätspreis 2015 ausgezeichnet worden. Den Preis erhielt der Markt für seine Leitidee „Schierling – Vorsprung zieht an!“, mit der viele strukturelle Anstrengungen der Gemeinde in den vergangenen Jahren gewürdigt wurden.Bayerischer Qualitätspreis: Preisträger 2015, abgerufen am 7. Januar 2015.

Ansässige Unternehmen Schierling ist Sitz mehrerer mittelständischer Unternehmen und Betriebsstandort großer Unternehmen, wie z. B. Labertaler Heil- und Mineralquellen, Webasto AG, Fahnen Kössinger, Kössinger Druck und keramische Dekorbrennerei, Holmer Maschinenbau Eggmühl, Malzfabrik Müller Inkofen, Glasrecycling Schirmbeck, Spezial-Brauerei Schierling, Samvardhana Motherson Peguform.

Im Gemeindeteil Eggmühl betreibt das Bayerische Rote Kreuz ein Senioren- und Pflegeheim.

Bundesweit bekannt wurde der Ort vor allem durch das „Schierlinger Roggen“ der damaligen fürstlichen Brauerei Thurn und Taxis. Braumeister Ludwig Schifferl gelang es als erstem in Deutschland, im 20. Jahrhundert wieder ein Roggenbier auf den Markt zu bringen. Im Jahr 2020 wurde von der Spezial-Brauerei Schierling nach einem Fund der Original-Rezeptur auf dem Brauereidachboden das „Schierlinger Roggen“ erneut gebraut.

Verkehr Schierling liegt an der autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 15n, der Verbindung der Bundesautobahnen 93 und 92. An der Anschlussstelle Schierling-Süd entstand das Gewerbegebiet „Am Birlbaum“, in dem sich namhafte Betriebe angesiedelt haben. Außerdem liegt Schierling an den Staatsstraßen 2144 und 2615. Die über den Ort führende Bahnstrecke Eggmühl–Langquaid dient nur mehr sporadischen Güter- sowie Ausflugspersonenverkehren. Östlich des Gemeindezentrums verläuft die Bahnstrecke München–Regensburg. Der Bahnhof Eggmühl ist ein regional bedeutsamer Haltepunkt, über den Schierling im Stundentakt an Regensburg, Landshut und den Flughafen München sowie im Zwei-Stunden-Takt an München und Nürnberg angebunden ist. Als Zubringer zwischen Schierling und dem Bahnhof Eggmühl fungiert die Buslinie 25, die von Regionalbus Ostbayern betrieben wird. Seit der Fertigstellung der Neufahrner Kurve im Dezember 2018 ist der Bahnhof Eggmühl im Stundentakt mit dem ÜFEX (Überregionaler Flughafenexpress) an den Flughafen München angebunden.

Munitionsdepot Außerhalb des Ortes befindet sich ein ehemaliges Munitionshauptdepot der Bundeswehr (MunHptDep Schierling). Es wurde von 1937 bis 1939 als Luftwaffenmunitionsanstalt erbaut und zum Jahresende 2009 aufgelöst. Seit der Auflösung steht das 176 Hektar große Wald-Gelände, auf dem sich unter anderem 20 Gebäude, 27 Kilometer Straßen und 97 Bunker befinden, durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zum Verkauf. Für die Flächennutzungsplanung des ehemaligen Munitionshauptdepots Schierling wurde der Planungsverband Schierling-Langquaid „Vernetzung-Entwicklung-Niederbayern-Oberpfalz 4.0“ (VENO 4.0) gegründet.

Gegen die im Planungsverband angedachte Entwicklung eines Flächennutzungsplans für eine Gewerbeansiedlung hat sich 2020 eine Bürgerinitiative gegründet. Seither begleiten die Planungsaktivitäten beider Gemeinden Forderungen zum Erhalt des „Muna-Waldes“.