Die AAA-Saison 1920 war die zwölfte Saison im US-amerikanischen Formelsport. Sie begann am 28. Februar in Beverly Hills und endete am 25. November ebenfalls dort. Gaston Chevrolet gewann den Titel, obwohl er im letzten Rennen tödlich verunfallte. Über diese Saison gab es lange Zeit Fehlinformationen bezüglich der Rennanzahl und des Titelgewinners. Damalige Berichte nannten ausschließlich Chevrolet als Meister über eine fünf Rennen umfassende Meisterschaft.
Rennergebnisse Vor Saisonbeginn veröffentlichte die AAA einen Kalender über elf Rennen. Von diesen zählten am Ende aber bloß fünf für die Meisterschaft.Seite 42 des Eine Bedingung, damit ein Rennen als Meisterschaftslauf gewertet wurde, war, dass die Veranstalter 100 $ pro Meile Renndistanz aufbrachten. Für das 4th Annual Autumn Classic am 6. September war dies nicht der Fall.
Nr. Datum Ort (Staat) Rennen / Rennstrecke Distanz (mi / km)Runden Sieger Team/FahrzeugbesitzerFahrzeug 1 28. Februar Beverly Hills (CA) Beverly Hills Race 1Los Angeles Motor Speedway (HO) 250 / 402,3200 Runden Jimmy Murphy Duesenberg Bros Duesenberg 2 30. Mai Indianapolis (IN) International 500 Mile SweepstakesIndianapolis Motor Speedway (ZO) 500 / 804,7200 Runden Gaston Chevrolet William Small Frontenac 3 5. Juli Tacoma (WA) Tacoma RacePacific Coast Speedway (HO) 200 / 321,9100 Runden Tommy Milton Duesenberg Bros Duesenberg 4 28. August Elgin (IL) Elgin National Trophy RaceElgin Road Race Course (T) 255 / 410,430 Runden Ralph DePalma Ralph DePalma Ballot 5 25. November Beverly Hills (CA) Beverly Hills Race 5Los Angeles Motor Speedway (HO) 250 / 402,3200 Runden Roscoe Sarles Duesenberg Bros Duesenberg Erklärung: HO: Holzoval, ZO: Ziegelsteinoval, T: temporäre Rennstrecke
Saisonüberblick Die Saison begann mit einem 250-Meilen-Rennen auf dem neu gebauten Holzoval in Beverly Hills. Die Strecke wurde erst kurz vor dem Rennen fertig gebaut. Die Kurven besaßen eine Steigung von 35 Grad. Das Rennen gewann Jimmy Murphy auf Duesenberg. Es war sein zweiter Start als Fahrer. Zuvor war er bereits als Mechaniker des Duesenberg-Teams für verschiedene Fahrer am Start gewesen. Einen Monat später fanden auf derselben Rennstrecke drei 50-Meilen-Rennen statt. Die Veranstaltung bestand auf zwei Vorläufen mit acht bzw. sieben Meldungen, von denen die jeweils schnellsten vier im Hauptlauf antraten. Tommy Milton auf Duesenberg gewann den Hauptlauf.
Beim International 500 Mile Sweepstakes galt für die Motoren eine neue Hubraumobergrenze. Statt der bisher erlaubten 300 in³ (ca. 4,9 l) durften die Motoren nun maximal 183 in³ (3 l) Hubraum haben. Das Duesenberg-Team kam erst im letzten Moment an der Rennstrecke an. Ralph DePalma auf Ballot startete das Rennen von der Pole-Position. Die Führung am Ende der ersten Runde hatte aber Joe Boyer auf Frontenac inne. Er war vom fünften Platz gestartet. Bis zur 107 Runde lag er 93 Runden lang in Führung. Nach kurzer Führung von René Thomas übernahm Ralph DePalma wieder den ersten Platz. Den behielt er bis zur 186. Runden, als er mit technischen Problemen zurückfiel. Von da an führte Gaston Chevrolet auf Frontenac das Rennen bis zum Ende an und holte somit seinen einzigen Indy-500-Sieg.
Die Saison ging mit dem Universal Trophy Race, das nicht zur Meisterschaft zählte, am 19. Juni weiter. Tommy Milton gewann für Duesenberg auf dem 1,125 Meilen langen Holzoval. Das nächste Rennen auf dem Pacific Coast Speedway gewann Milton auch. Er lag in 94 der 100 Runden in Führung. Damit lag Chevrolet mit 1015 Punkten vor Milton mit 670 Punkten in der Meisterschaft in Führung. Das einzige Straßenkursrennen fand Ende August in Elgin statt. Es waren rund 60.000 Zuschauer vor Ort. DePalma gewann vor Milton und Murphy. Chevrolet beendete das Rennen als Achter und Letzter. Der Meisterschaftsstand lautete damit wie folgt: Chevrolet 1030 Punkte, Milton 930 Punkte, Murphy 805 Punkte und DePalma 605 Punkte. Es folgten drei meisterschaftsfreie Rennen im September und Oktober. Diese wurden von Milton, DePalma und Murphy gewonnen.
Am 18. September gab Milton bekannt, dass er nicht mehr für das Duesenberg-Team fahren werde. Stattdessen werde er für Cliff Durant den Chevrolet Duesenberg Spezial fahren. Miltons Platz im Duesenberg-Team übernahm Roscoe Sarles, der bis dahin für Frontenac fuhr. Das Saisonfinale fand an Thanksgiving statt. Die ersten Vier der Fahrerwertung hatten noch Chancen den Titel zu gewinnen. Allerdings konnte DePalmas Wagen nicht rechtzeitig nach Beverly Hills transportiert werden und er verpasste das Rennen. Murphy startete von der Pole und führte in der ersten Runde das Feld an. Danach übernahm Sarles die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Milton war mit einem defekten Ventil nach 21 Runden der erste Ausfall. Als Sarles in der 162. Runde war, lief Chevrolet auf seinen Teamkollegen Joe Thomas auf. Zur selben Zeit versuchte Eddie O’Donnell beide außen zu überholen. Dabei berührte O’Donnell Chevroletes rechtes Hinterrad und beide Wagen verunfallten. Gaston Chevrolet und O’Donnells Mechaniker Lyall Jolls starben noch am Unfallort und Eddie O’Donnell einen Tag später. Nur Chevrolets Mechaniker Johnny Bresnahan überlebte den Unfall mit leichten Kratzern.
Fahrermeisterschaft (Top 10) Punktesystem Punkte wurden abhängig von der Rennlänge an die ersten acht bis zehn Fahrer verteilt. Um Punkte zu erhalten, mussten sie das Rennen beenden. Teilten sich zwei Fahrer einen Wagen, wurden die Punkte entsprechend der gefahrenen Distanz aufgeteilt. Wenn Fahrer das Rennen in einem anderen Wagen beendeten als dem, mit dem sie gestartet sind, erhielten sie auch dafür Punkte. Das war 1916 und in den folgenden Saisons nicht der Fall.
Position 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 200 mi 400 210 110 60 40 25 15 10 – – 250 mi 500 260 140 80 50 35 25 15 10 5 500 mi 1000 520 270 140 90 60 50 40 35 30
Meisterschaftsstand Pos. Fahrer BEV INDY TAC ELG BEV Punkte 1 Gaston Chevrolet 1 7 8 6 1030 2 Tommy Milton 16 3 1 2 11 930 3 Jimmy Murphy 1 4 6 3 4 885 4 Ralph DePalma 8 5 11 1 DNA 605 5 Roscoe Sarles 4 17 / 20 5 1 540 6 René Thomas 2 520 7 Joe Thomas 2 8 10 7 5 351 8 Ralph Mulford 7 9 2 4 350 9 Eddie Hearne 6 6 3 DNQ 3 345 10 Eddie Miller DNA 2 260 11 Ira Vail 3 DNQ / 12 140 12 Eddie O’Donnell 5 14 8 5 7 110 13 Art Klein 13 DNF / 8 4 62 14 Ken Goodson 4 61 15 Jean Chassagne 7 50 16 Percy Ford 6 35 17 Tom Alley 10 7 20 18 Pete Henderson 10 14 19 John DePalma 9 10 20 Harry Thicksten 8 2 — Jim Crosby 8 0 — Joe Boyer 11 12 9 0 — Al Melcher 9 0 — Eddie Pullen 10 0 — John Thiele 10 0 — John Boling 11 0 — Riley Brett 11 0 — Cliff Durant 15 DNQ 12 WD 0 — Reeves Dutton 12 0 — Ray Howard 13 0 — Aldo Franchi 13 0 — Jules Goux 15 0 — Willie Haupt 16 0 — Wade Morton 16 0 — Bennett Hill 17 17 DNA 0 — Jerry Wonderlich 17 / 18 0 — Waldo Stein 18 DNQ DNS 0 — Louis Chevrolet 18 0 — Salvatore Barbarino 18 0 — Howdy Wilcox 19 0 — Jean Porporato 22 0 — André Boillot 23 0 — John White DNQ 0 — Jules Ellingboe DNQ 0 — Frank Elliott DNQ 0 — C. Glenn Howard DNQ 0 — Kurt Hitke DNQ 0 — Jack Scales DNQ 0 — Tom Rooney INJ 0 — Toland Nicholson DNS 0 — Arthur Chevrolet DNS 0 — Dave Lewis DNS 0 — Stuart Wilkinson DNS 0 — Alton Soules DNS 0 — W. H. Seymour DSQ 0 Pos. Fahrer BEV INDY TAC ELG BEV Punkte
Rennen ohne Meisterschaftsstatus Datum Ort (Staat) Rennen / Rennstrecke Distanz (mi / km)Runden Sieger Team/FahrzeugbesitzerFahrzeug 28. März Beverly Hills (CA) Beverly Hills Heat 1Los Angeles Motor Speedway (HO) 50 / 80,540 Runden Art Klein Frank P. Book Peugeot Beverly Hills Heat 2Los Angeles Motor Speedway (HO) 50 / 80,540 Runden Jimmy Murphy Duesenberg Bros Duesenberg Beverly Hills MainLos Angeles Motor Speedway (HO) 50 / 80,540 Runden Tommy Milton Duesenberg Bros Duesenberg 19. Juni Hopwood (PA) Universal Trophy RaceUniontown Speedway (HO) 225 / 362,1200 Runden Tommy Milton Duesenberg Bros Duesenberg 6. September Hopwood (PA) 4th Annual Autumn ClassicUniontown Speedway (HO) 225 / 362,1200 Runden Tommy Milton Duesenberg Bros Duesenberg 19. September Syracuse (NY) Syracuse 50New York State Fairgrounds (UO) 50 / 80,550 Runden Ralph DePalma Ballot 2. Oktober Fresno (CA) San Joaquin Valley ClassicFresno Speedway (HO) 200 / 321,9100 Runden Jimmy Murphy Duesenberg Bros Duesenberg Erklärung: HO: Holzoval, UO: unbefestigtes Oval
Weblinks Saisonübersicht auf champcarstats.com Saisonübersicht auf racing-reference.info (englisch) Saisonübersicht auf motorsportmagazine.com (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Motorsportsaison 1920 Kategorie:Champ-Car-Saison