Symbole Esperantoflagge Jubiläumssymbol 115px|Esperanto-Flagge 115px|Esperanto-Ei Textprobe La akcento estas sur la antaŭlasta silabo. La kernon de la silabo formas vokalo. Vokaloj ludas grandan rolon en la ritmo de la parolo. Substantivoj finiĝas per -o, adjektivoj per -a. La signo de la pluralo estas -j. La pluralo de lasta vorto estas lastaj vortoj.
Esperanto ist die am weitesten verbreitete Plansprache. Ihre heute noch gültigen Grundlagen wurden als Internationale SpracheDie deutsche Ausgabe des sogenannten Unua Libro (Titel, deutsch: „Internationale Sprache. Vorrede und vollständiges Lehrbuch“) erschien am 24. November 1887, die erste, russische Ausgabe am 26. Juli (beides greg. Kalender). 1887 von dem Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof veröffentlicht, dessen Pseudonym Doktoro Esperanto („Doktor Hoffender“) zum Namen der Sprache wurde.
Verbreitung und Verwendung Esperanto besitzt in keinem Land der Welt den Status einer Amtssprache. Polen hat Esperanto 2014 als Träger der Esperanto-Kultur auf die Liste des immateriellen Kulturerbes gesetzt; Kroatien hat die Esperanto-Tradition 2019 als Kulturgut anerkannt. Das linguistische Sammelwerk Ethnologue stellt institutionellen Gebrauch von Esperanto und eine Sprachgemeinschaft von weniger als einer Million Sprechern (inkl. Zweitsprachler) fest.Ethnologue: Esperanto (englisch).
Die Ungarische Akademie der Wissenschaften hat 2004 bestätigt, dass Esperanto eine lebende Fremdsprache istOriginal auf Ungarisch; deutsche Übersetzung. (dies hat der Völkerbund bereits 1922 festgestelltEsperanto as an international auxiliary language. Report of the general Secretariat of the League of nations adopted by the third Assembly, 1922, S. 11.). In Ungarn haben zwischen 2001 und 2009 etwa 39.000 Personen eine staatlich anerkannte Esperanto-Sprachprüfung abgelegt.Für 2001 bis 2009: Revuo Esperanto, 12/2010, S. 246. Grund war insbesondere, dass die Universitäten den Nachweis von Fremdsprachenkenntnissen forderten und hierfür auch Esperanto anerkannten. Nach etwa 2007 wurde die Anerkennung des Esperanto in vielen Fächern beendet. 2022 stellte Ungarn den Hochschulen frei, ob sie von Studenten einen Fremdsprachennachweis fordernS. etwa Degree requirements at leading Hungarian university to be abolished.. Infolgedessen sank die Zahl der Studenten, die eine Esperanto-Sprachprüfung ablegten, erheblich.Libera Folio (in Esperanto).
China veröffentlicht seit 2001 täglich NachrichtenChina.org in Esperanto des China Internet Information Center. sowie weiterhin seit längerem eine Internet-Zeitschrift in Esperanto.Internet-Zeitschrift El Popola Ĉinio. China Radio International (CRI) veröffentlicht auf seiner Website Textnachrichten und Videos in Esperanto, auf Kurzwelle gibt es vier mal täglich (Stand: 2024) ein einstündiges esperantosprachiges Hörfunkprogramm.CRI online. Esperanto.Hörfahrplan Esperanto des ADDX e. V. In der chinesischen Stadt Zaozhuang in der Provinz Shandong eröffnete 2013 das Internationale Esperanto-Museum mit 680 Quadratmetern Ausstellungsfläche, das für 3 Mio. Yuan erbaut worden war.China Daily USA, 18. November 2013, China's first Esperanto museum opens (besucht am 28. April 2020) Internetseite des Esperanto-Museums in Zaozhuang (englisch). China unterstützt in Zusammenarbeit mit der UNESCO seit 2017 die Herausgabe der Zeitschrift Unesco-Courier in Esperanto.Bericht z. B. auf China Daily; derzeit (April 2020) 11 Ausgaben (2017–2019) herunterladbar beim Esperanto-Weltbund.
Der Vatikan hat 1990 liturgische Texte in Esperanto für Messen zugelassen.Erläuterung in Ulrich Matthias. Esperanto. Das neue Latein der Kirche. Meßkirch 1999; Suche nach „Meßbuch“. Das Esperanto-PEN-Zentrum ist seit 1993 Mitglied in PEN International.Esperanto-PEN-Zentrum bei PEN International. Die Österreichische Nationalbibliothek in Wien beherbergt eine Plansprachensammlung und ein Esperantomuseum.Österreichische Nationalbibliothek, Sammlung für Plansprachen. . Esperantomuseum Wien. Vgl. auch den Abschnitt hierzu in: Margaret J.-M. Sönmez, Maia Wellington Gahtan, Nadia Cannata (ed.). Museums of Language and the Display of Intangible Cultural Heritage. Abingdon und New York (Routledge). 2020.
Die Esperanto-Wikipedia hatte im Mai 2026 etwa 385.000 Artikel; nach der Größe steht diese Wikipedia-Ausgabe damit auf Platz 38 und bietet etwas mehr Artikel als etwa die armenische, bulgarische oder dänische Version.Liste der Wikipedia-Versionen mit Zahlenangaben (engl.), abgerufen am 7. Mai 2026. Bei Twitter gehörte Esperanto in jedem Jahr von 2009 bis 2019 zu den Top-30-Sprachen.Thayer Alshaabi et al.: The growing echo chamber of social media: Measuring temporal and social contagion dynamics for over 150 languages on Twitter for 2009–2020. März 2020. Fig. 4, S. 8, und Fig. S9, S. S11, für die Summe der elf Jahre; Fig. S10 bis S20, S. S12 bis S22, für die Einzeljahre. Genaue Daten zu den Sprachen, für die einzelnen Wochen von Okt. 2008 bis 2019, finden sich in einem Anhang, . In der Sammlung von übersetzten Beispielsätzen Tatoeba liegt Esperanto nach der Zahl der Sätze (5/2025: etwa 790.000) an vierter Stelle nach Englisch, Russisch sowie Italienisch und vor 420 weiteren Sprachen.tatoeba.org.
Geschichte
Hintergründe zur Entstehung Der Esperanto-Gründer Ludwik Lejzer Zamenhof wuchs in der heute polnischen, damals zum Russischen Reich gehörenden Stadt Białystok auf. Auf Grund der ethnisch diversen Bevölkerung von Polen, Litauern, Deutschen und vor allem Juden bildeten sich ghettoartige Strukturen. Oft gab es körperliche Auseinandersetzungen und Pogrome. Schon als Schüler hatte Zamenhof die Idee zu einer gemeinsamen internationalen Sprache, da er die Verständigung zwischen Völkern als Voraussetzung für den Frieden in der Welt sah.Zitiert nach Der Begriff Homaranismo beschreibt seine Lehre von der Verbrüderung der Menschheit.
Die drei Ziele 1887 veröffentlichte Zamenhof in Warschau eine Broschüre mit den Grundlagen der Sprache.Дръ Эсперанто: международный языкъ, 1887 (erschien als Reprint 1992 in Moskau).Dr. Esperanto: Język międzynarodny, 1887 (erschien als Reprint 1984 in Warschau). In seinem von seiner Frau Klara Zamenhof finanzierten Unua Libro („Erstes Buch“) formulierte er zugleich drei Ziele für seine Sprache:
„Die Sprache muss sehr leicht sein, so dass sie jeder sozusagen spielend erlernen kann.“ „Jeder, der diese Sprache erlernt hat, muss sie sofort zum Verkehr mit anderen Nationalitäten benutzen können, ganz abgesehen davon, in wie fern diese Sprache von der Welt anerkannt wird, ob sie viele, wenige oder gar keine Anhänger hat, d. h. dass die Sprache gleich von Vorne herein, in Folge ihres besonderen Baues, als Mittel zum internationalen Verkehr dienen kann.“ „Ein Mittel zu finden, die Gleichgültigkeit der Welt zu überwinden, und dieselbe zu ermuntern, sofort und ‚en masse‘ von dieser Sprache, als von einer lebenden Sprache, Gebrauch zu machen, nicht aber nur mit einem Schlüssel dazu in der Hand, oder nur im äussersten Nothfalle.“Dr. Esperanto (ps.; L. L. Zamenhof): Internationale Sprache. Warschau 1887.
Das erste Ziel soll u. a. durch folgende Mittel erreicht werden: Die Schreibweise ist phonematisch. Jeder Buchstabe hat nur eine Aussprache. Es gibt kein grammatikalisches Geschlecht (nicht so wie etwa im Deutschen: der Löffel, die Gabel, das Messer). Es gibt nur eine Deklination. Es gibt nur eine Konjugation. Die Sprache ist agglutinierend, d. h., alle Wortstämme bleiben bei Konjugation und Deklination unverändert. Es gibt nur sehr wenige grammatische Regeln und diese gelten ohne Ausnahmen.
Die erste Ausgabe des Unua Libro, in Russisch, umfasst 40 Seiten im Format A5. Der Grammatik-Teil darin enthält 16 Regeln auf sechs Seiten.
Entwicklung bis 1914 1889 folgte eine Adressenliste mit den ersten Anhängern, außerdem wurde die auf Esperanto in Nürnberg herausgegebene Zeitschrift La Esperantisto gegründet.La Esperantisto. Gazeto de la amikoj de la lingvo Esperanto 1889–1895. Georg Olms Verlag, 1988, ISBN 3-487-09062-7.
1898 gründete Louis de Beaufront eine französische Esperanto-Gesellschaft, aus der später der erste Esperanto-Landesverband wurde.Enciklopedio de Esperanto, S. 41, Stichwort Beaufront. Marie Hankel übersetzte die von Zamenhof verfasste Dichtung „La Espero“. In der Vertonung des Barons Félicien Menu de Ménil aus Paris avancierte diese zur internationalen bei allen größeren Festlichkeiten der Esperantisten in allen Ländern gesungenen Hymne.Esperanto-Lehrgang, XVII. von Albin Möbusz. In: Vaterstädtische Blätter, Jahrgang 1911, Nr. 23, Ausgabe vom 4. Juni 1911, S. 92.
1908 wurde der Esperanto-Weltbund gegründet.Enciklopedio de Esperanto, S. 546, Stichwort UEA. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges gab es Verbände oder zumindest Ortsgruppen auf allen Kontinenten.
mini|Zentralkomitee und Länderrat der Esperanto-Bewegung, im April 1926 auf einer gemeinsamen Sitzung in Locarno (Schweiz) mini|Kongresskarte Esperanto Kongress 1953 Frankfurt/Main
Von 1914 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Im November 1920 veröffentlichte die Vossische Zeitung eine Idee aus der Zeitung L’Avenir, wie sich Esperanto schnell als Weltsprache etablieren könnte. In dem Hinweis heißt es: Für das Esperanto als Weltsprache, Vossische Zeitung, 30. November 1920.
Die Nordische Rundfunk AG begann am 5. Oktober 1924, jeden Montag um 18.00 Uhr Nachrichten in Esperanto unter dem Titel auszustrahlen. Andererseits kam es zwischen den beiden Weltkriegen in mehr als einem Dutzend Ländern zu Behinderungen. Im nationalsozialistischen Deutschland wurden neben vielen anderen auch Plansprachenvereinigungen verboten.Siehe Ulrich Lins: Die gefährliche Sprache. Die Verfolgung der Esperantisten unter Hitler und Stalin. Bleicher, Gerlingen 1988. Das Verbot des Unterrichts in deutschen Schulen findet sich auf S. 104, das Verbot für Parteigenossen, Mitglied in Esperanto-Verbänden zu sein, auf S. 110; von dem Himmlerschen Erlass mit der Aufforderung zur Selbstauflösung des DEB ist auf S. 111 zu lesen.
Unter Josef Stalins Herrschaft in der Sowjetunion gab es kein öffentlich bekannt gemachtes Verbot, jedoch wurden bereits mit Beginn der Großen Säuberung neben vielen anderen Gruppen auch führende Esperanto-Sprecher verhaftet und deportiert. Der Geheimdienst NKWD listete zunächst u. a. „alle Menschen mit Auslandskontakten“ auf.Lins: Die gefährliche Sprache. Gerlingen 1988, S. 221, 222. Ein Befehl von 1940 aus Litauen listet „Esperantisten“ neben Briefmarkensammlern unter den zu registrierenden Personengruppen.Lins: Die gefährliche Sprache, S. 222; alle „antisowjetischen und gesellschaftlich fremden Elemente“ müssten registriert werden; unter den 14 Kategorien findet sich „j) Menschen, die persönliche Kontakte und Korrespondenz mit dem Ausland, mit ausländischen Gesandtschaften und Konsulaten haben, Esperantisten und Briefmarkensammler […]“. Tausende Esperantosprecher wurden verhaftet und in Lager gesperrt; Rytkov schätzte, dass unter den 1,5 Millionen Verhafteten auch 30.000 sowjetische Esperanto-Sprecher waren, von denen einige Dutzend erschossen wurden; Tausende starben später in Lagern.Lins: La danĝera lingvo. Moskau 1990, S. 392.
Nach dem Zweiten Weltkrieg