miniatur|Vivian Gibson um 1926 auf einer Fotografie von Alexander Binder Vivian Gibson, auch Vini Gibson, Pseudonym Elisabeth Holt (* 14. Mai 1893 als Lavinia Seraphine Gibson in Liverpool, EnglandMeldezettel Vivian Gibson, geboren 14.05.1893, WStLA, sig. 2.5.1.4.K11.Gibson Vivian.14.5.1893. Nach eigenen Angaben und in der Folge auch in Nachschlagewerken auch 22. Oktober 1895 in Wien, vgl. Gelegentlich wird auch das Geburtsjahr 1898 und der Geburtsort London genannt.; † 9. Mai 1981 in Wien, Österreich) war eine britische Schauspielerin, Literaturagentin und Schriftstellerin.
Leben Gibson war das uneheliche Kind einer Engländerin, nach eigenen Angaben besuchte sie die Mädchenmittelschule des Wiener Frauen-Erwerb-Verein. In London erhielt sie eine Tanzausbildung und stand bereits von Kindesbeinen an als Tänzerin auf der Bühne. Filmauftritte schlossen sich seit dem Ersten Weltkrieg an. Der deutsche Showbühnen-Impresario Rudolf Nelson verpflichtete sie als 24-Jährige und holte sie nach Berlin. Parallel zu ihren Bühnenauftritten spielte Vivian Gibson ab 1922 auch in deutschen Filmen mit. Mit der Gräfin Mariza gelang ihr 1925 der Durchbruch. Nach einem einzigen Tonfilmversuch war die Kinokarriere von Vivian Gibson bereits 1932 beendet.
Danach lebte Gibson in Wien, wo sie für Printmedien übersetzte und eigene Kurzgeschichten schrieb. 1936 wurde sie Lektorin in der Wiener Zweigstelle der Literarischen Agentur Luise Wegner, deren jüdische Besitzerin nach dem „Anschluss“ emigrierte. Gibson führte daraufhin die Agentur weiter. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde ihre Abstammung, nicht zuletzt aufgrund ihrer unehelichen Herkunft aus Großbritannien zum Problem, schließlich gaben ihre Mutter und ihre Tante eine eidesstattliche Erklärung ab, anglikanischer Konfession zu sein.
Sie verfasste unter dem Pseudonym Elisabeth Holt zwei Romane, die ökonomisch erfolgreich waren und ihr die Aufgabe der Agentur ermöglichten. Auch nach 1945 schrieb sie weitere Romane, nunmehr unter dem Namen Vini Gibson. Außerdem publizierte sie zahlreiche Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen.
Filmografie (Auswahl) 1916: Odd Charges 1921: Demos 1922: Wildnis 1923: Fräulein Raffke 1924: Der Mönch von Santarem 1924: Niniche 1925: Gräfin Mariza 1925: Der König und die kleinen Mädchen 1925: Der Mann, der sich verkauft 1925: Die vertauschte Braut 1926: Jagd auf Menschen 1926: Hölle der Liebe 1926: Der lachende Ehemann 1926: Die Kleine vom Variete 1926: Nanette macht alles 1926: Walpurgisnacht 1927: Der Zigeunerbaron 1927: Unter Ausschluß der Öffentlichkeit 1927: Leichte Kavallerie 1927: Liebelei 1927: Der Orlow 1927: Das Fürstenkind 1927: Das Frauenhaus von Rio 1927: Man steigt nach 1927: Der größte Gauner des Jahrhunderts 1928: Andere Frauen 1928: Angst 1928: Die Durchgängerin 1928: Unsere Liebe war Sünde 1928: Heiratsfieber 1928: Der Unüberwindliche 1928: Der moderne Casanova 1928: Das Geheimnis der Villa Saxenburg (Die weiße Sonate) 1928: Der Scheidungsanwalt (Die Frau von gestern und morgen) 1929: Champagner 1929: Hütet Euch vor leichten Frauen 1929: Der Dieb im Schlafcoupé 1929: Freiheit in Fesseln 1929: Frühlingsrauschen 1930: Karriere. Tango der Liebe 1932: Der tolle Bomberg
Werke
Gerda und der Zobel. Franckh, Stuttgart 1940. Troy in der Kurve. Franckh, Stuttgart 1941. Marielies Brandts wundervolles Jahr (2 Bände). Kraemer, Wien 1950.
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Schriftsteller (Wien) Kategorie:Literaturagent Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1893 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Frau