Berylliumsulfat ist ein weißes Beryllium-Salz der Schwefelsäure mit der Summenformel BeSO4.

Geschichte Berylliumsulfat wurde erstmals 1815 von Berzelius isoliert.Ch. L. Parsons: The Chemistry and Literature of Beryllium. London 1909, S. 33 ff.

Herstellung Berylliumsulfat kann durch Auflösung von Berylliumcarbonat oder Berylliumhydroxid in verdünnter Schwefelsäure gewonnen werden.

Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Vom Berylliumsulfat existieren mehrere Hydrate: Im Handel erhält man die Verbindung als Tetrahydrat mit der Summenformel BeSO4 · 4 H2O, welches bei 111,5 °C in das Dihydrat BeSO4 · 2 H2O, und bei 158 °C in das Monohydrat BeSO4 · H2O übergeht.M. Levi-Malvano: Die Hydrate des Berylliumsulfats. In: Zeitschr. f. anorg. Chem. 1906, 48, S. 446ff. (Volltext) Dieses kann dann bei ca. 400 °C zu wasserfreiem Berylliumsulfat entwässert werden. Das wasserfreie Sulfat selbst ist bis ca. 580 °C stabil.Gmelins Handbuch der Anorganischen Chemie. BERYLLIUM, System Nummer 26, Achte Auflage. Verlag Chemie, Berlin 1930. Ferner existiert ein Hexahydrat BeSO4 · 6 H2O, das bei ca. 76 °C in das Dihydrat übergeht. Wasserfreies Berylliumsulfat ist nur langsam und schlecht wasserlöslich. Dagegen ist das Tetrahydrat gut wasserlöslich.

Chemische Eigenschaften Im Salz liegt das Berylliumion als [Be(H2O)4]2+ vor, da die Koordinationszahl 4 für Berylliumionen typisch ist (Hauptgruppenelement).M. Binnewies: Allgemeine und Anorganische Chemie. 1. Auflage. 2004, ISBN 3-8274-0208-5, S. 355 f. Es bildet mit Alkalimetallsulfaten schlecht kristallisierende blumenkohlartige Krusten, die als Doppelsalze mit der Summenformel Me2Be(SO4)2 · 2 H2O aufgefasst werden, z. B.: K2Be(SO4)2 · 2 H2O.

Biologische Bedeutung Berylliumsulfat ist äußerst giftig. Bei Ratten konnte auch eine stark karzinogene Wirkung beobachtet werden.umwelt-online.de: Beim Menschen hingegen sind nur wenige Fälle bekannt.

Vergiftung Es sind verschiedene Formen von Berylliumvergiftungen bekannt, die zumeist von den Stäuben der Substanzen ausgehen:W. Forth: Allgemeine und spezielle Toxikologie und Pharmakologie. 6. Auflage. 1992, ISBN 3-411-15026-2, S. 781.

Toxische Pneumonie: nach wiederholter oder seltener einmaliger Inhalation mit wechselnder Latenzzeit von wenigen Tagen bis mehreren Jahren ohne erkennbaren Anlass Symptome sind Atemnot, Husten und Fieber Die Krankheit verläuft schleppend und Tod kann nach Monaten des Siechtums eintreten

Berylliose: eine sich langsam entwickelnde granulomatöse Reaktion des Lungengewebes ("Sandsturmlunge")

Einzelnachweise

Kategorie:Sulfat Kategorie:Berylliumverbindung