Der Rötelreiher (Egretta rufescens) ist eine Vogelart aus der Familie der Reiher.

Merkmale Der Rötelreiher ist ein eher zierlicher Reiher mit einer Körperlänge von etwa 70 cm. Er tritt in einer hellen und einer dunklen Morphe auf. Die dunkle ist leicht mit dem Blaureiher zu verwechseln. Bei ihr ist das Gefieder überwiegend ebenfalls blaugrau, Hals und Kopf jedoch rotbraun gefärbt. Hals und Brust sind jedoch weiß. Die helle Morphe ist fast gänzlich weiß gefärbt. Beine und Schnabel sind von grauer oder grau-blauer Farbe.

Vorkommen Sein Lebensraum sind die warmen bis subtropischen Sümpfe des südlichen Nord- und des nördlichen Mittelamerikas. Er brütet in Mexiko, den südwestlichen USA und auf einigen Karibikinseln wie Kuba, Jamaika und Hispaniola.

Verhalten Der Rötelreiher ist überwiegend dämmerungsaktiv. Er brütet oft in Gesellschaft anderer Reiher. Sein Nest besteht aus Stöcken und Zweigen und wird auf Bäumen oder hohen Büschen errichtet. In diesem legt das Weibchen drei bis sieben grün-blaue Eier. Auf Nahrungssuche begibt sich der Rötelreiher jedoch einzelgängerisch. So durchschreitet er während der Abendstunden feuchte Wiesen und flache Gewässer auf der Suche nach Fischen, Amphibien, Krebstieren und Insekten.

Unterarten Es sind zwei Unterarten bekannt:IOC World Bird List Storks, ibis & herons E. r. rufescens (, 1789)Johann Friedrich Gmelin, S. 628. – Die Nominatform kommt im Süden der USA, den Westindischen Inseln und in Mexiko vor. E. r. dickeyi (, 1926)Adriaan Joseph van Rossem, S. 246. – Diese Unterart ist in Niederkalifornien verbreitet.

Etymologie und Forschungsgeschichte Der Rötelreiher wurde 1789 von Johann Friedrich Gmelin als Ardea rufescens erstbeschrieben. Als Fundort des Typusexemplars gab er Louisiana an. Erst 1817 führte Thomas Ignatius Maria Forster die Gattung Egretta für den Seidenreiher (Egretta garzetta) ein.Thomas Ignatius Maria Forster, S. 59. Erst später wurde auch der Rötelreiher in die Gattung eingeordnet. Dieser Name stammt vom französischen aigrette für „Reiher“ ab.Egretta The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Das Artepitheton rufescens hat seinen Ursprung in .rufescens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Dickeyi ist Donald Ryder Dickey (1887–1932) gewidmet.

Literatur Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben, Bd. 7. Kindler, München 1993, ISBN 3-463-16907-X (Nachdr. d. Ausg. Zürich 1968). Mary B. Dickinson (Hrsg.): Field Guide to Birds of North America. 3. Aufl. National Geographic Society, Washington D.C. 1999, ISBN 0-7922-7451-2. David Sibley: The North American Bird Guide. Helm Books, London 2007, ISBN 978-0-7136-8995-2 (EA London 2000).

Weblinks

Factsheet des Patuxent Wildlife Research Center

Einzelnachweise

Rotelreiher