Der Familienbund der Katholiken ist ein 1953 gegründeter Familienverband der römisch-katholischen Christen in Deutschland mit Sitz in Berlin-Mitte und gemeinnütziger eingetragener Verein. Präsident des Verbandes ist Ulrich Hoffmann, Geschäftsführer ist Matthias Dantlgraber. Die Mitglieder des Bundesverbandes sind die 25 Diözesan- und 10 Landesverbände des Familienbundes sowie 14 weitere katholische Verbände.

Geschichte Der Verband wurde am 8. April 1953 in Würzburg mit dem Namen Familienbund der Deutschen Katholiken gegründet. Maßgebliche Anstöße dafür gingen vom 1952 gegründeten Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) aus. Die deutschen Bischöfe unterstützten die katholische Laienbewegung und die Bestrebungen zu einer verstärkten Kooperation in der Familienarbeit. In zahlreichen Hirtenworten und Erklärungen nahm der deutsche Episkopat Bezug auf die unmittelbare Not der Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg und stellte sehr früh und eindeutig die Rolle der Familie für den Wiederaufbau der Gesellschaft heraus.

15./16. Oktober 1953 fand die konstituierende Sitzung des Zentralen Familienrates als oberstes Gremium des Familienbundes in Frankfurt am Main statt, auf der als erster Tagesordnungspunkt das Bundesstatut des Verbandes verabschiedet wurde. Sitz der Bundesgeschäftsstelle war zunächst München. Im Land und in den Diözesen entwickelte der Familienbund eine Vielzahl von Angeboten und Aktivitäten, wobei sich unterschiedliche Schwerpunkte und Fachkompetenzen herausbildeten, so bei Familienerholung, Familienbildung, Familienseelsorge oder Familienlastenausgleich. Mit den Diözesanfamilienräten Essen und Berlin war Ende der 1950er Jahre auch die Gründung des Familienbundes in den Diözesen abgeschlossen. Zum 1. April 1979 wurde die Bundesgeschäftsstelle des Familienbundes von München in die damalige Bundeshauptstadt Bonn verlegt. Im Sommer 1999 zog die Bundesgeschäftsstelle von Bonn nach Berlin, wo sie bis heute in Berlin-Mitte ihren Sitz hat.

Aufgaben Der Familienbund der Katholiken setzt sich familienpolitisch für die Stärkung und Förderung aller Familien in Deutschland ein, insbesondere auf den Feldern der finanziellen Sozialleistungen, der Betreuungsinfrastruktur für Kinder und der Zeitpolitik für Familien. Hierzu zählen auch der Schutz von Ehe und Familie und die Wahlfreiheit der Familienentwürfe sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Familienbund der Katholiken unterstützt Familien sowohl auf allen Ebenen der Politik als auch innerkirchlich.

Publikationen Der Verband veröffentlicht seit 1954 die Verbandszeitschrift Stimme der Familie. Sie bietet aktuelle Informationen, Positionen und Perspektiven zur Familienpolitik, überwiegend durch wissenschaftliche Fachaufsätze, und informiert über das Verbandsgeschehen. Die Zeitschrift erscheint alle zwei Monate mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Die Publikation kann bei der Bundesgeschäftsstelle abonniert werden.

Ämter

Präsidenten 1953–1959 Josef Hall, Augsburg 1959–1974 Hans Hutter, Eichstätt 1974–1980 Gottfried Ledroit, Mainz 1980–1986 Dietrich Simon, Göttingen/Marburg 1986–1996 Karl Fell, Wegberg 1996–2000 Andreas Brinkmann, Erfurt 2000–2014 Elisabeth Bußmann, Haltern 2014–2018 Stefan Becker, Aachen 2018– Ulrich Hoffmann, Weißenhorn

Geistliche Begleiter 1955–1973 Martin Lohr, Augsburg 1974–1982 Heinrich Spoden, Augsburg 1982–1995 Vinzenz Platz, Bonn/Stuttgart 1996–2007 Norbert Glatzel, Freiburg i. Br. 2007– Heiner Koch, Erzbischof von Berlin und Vorsitzender der Kommission XI. „Ehe und Familie“ der Deutschen Bischofskonferenz

Weblinks Familienbund der Katholiken

Einzelnachweise

Kategorie:Römisch-katholische Organisation (Deutschland) Kategorie:Familienpolitik (Deutschland) Kategorie:Vereinsgründung 1953