Radzyń Chełmiński [] (deutsch: Rehden) ist eine Kleinstadt im Powiat Grudziądzki der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 4700 Einwohnern.
Geographische Lage Die Stadt befindet sich im Kulmerland, südlich der Danziger Bucht, etwa 37 Kilometer (Luftlinie) südlich von Kwidzyn (Marienwerder) und 15 Kilometer südöstlich von Grudziądz (Graudenz).
Geschichte mini|130px|links|Wappen von Rehden im Plenarsaal des altstädtischen Rathauses in Danzig mini|Teilansicht der Stadt aus der Vogelperspektive mini|Stadtkirche mini|Kapelle mini|Synagoge mini|Ruine der Ordensburg Rehden Die Stadt wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut, in der Nähe einer Burg des Deutschordensstaats Preußen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen. Marienwerder 1789, S. 36, Nr. 5; .
Zwischen 1466 und 1772 gehörte die Stadt zum unter polnischer Schirmherrschaft stehenden autonomen Königlichen Preußen und gehörte darin als Teil des Culmer Landes zur Woiwodschaft Culm. Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens 1772 kam Rehden an das Königreich Preußen. Im letzten Quartal des 18. Jahrhunderts befand sich in der Burg Rehden der Sitz des Königlichen Domänenamts.Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie. Band 1. Halle 1791, S. 10–11; books.google.de
Während der Franzosenzeit war Rehden von 1807 bis 1815 dem Herzogtum Warschau zugeordnet. Seit dem Wiener Kongress gehörte Rehden völkerrechtlich zum Stadt- und Landkreis Graudenz im Regierungsbezirk Marienwerder der preußischen Provinz Westpreußen, ab 1871 im Deutschen Reich. In der Stadt gab es zwei katholische Kirchen und eine evangelische Kirche.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste Rehden 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zur Einrichtung des Polnischen Korridors ans polnische Woiwodschaft Pommerellen abgetreten werden. Durch den Überfall auf Polen 1939 kam Rehden mit dem Kreis Graudenz völkerrechtswidrig in das Reichsgebiet zurück und wurde dem Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet, zu dem es bis 1945 gehörte.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region und Radzyń Chełmiński kam wieder an Polen.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1921 Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen 1802 699 1816 836 E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 19, Nr. 31; . davon 189 Evangelische, 588 Katholiken, 59 JudenAlexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z. Halle 1823, S. 360–367, Ziffer 575; books.google.de 1821 913 in 103 Privatwohnhäusern 1831 981 zur Hälfte Deutsche, zur Hälfte PolenAugust Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 440, Nr. 54; . 1852 1407 Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 502; . 1864 1692 davon 721 Evangelische und 806 KatholikenE. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, Ortschafts-Verzeichniß des Regierungsbezirks Marienwerder. S. 24–25, Nr. 154. books.google.de 1871 1780 darunter 750 Evangelische, 830 Katholiken (490 Polen)Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage. Band 2. Berlin 1874, S. 53–54, Ziffer 8; books.google.de 1885 1870 1905 2074 davon 1261 Katholiken 1910 2010 am 1. Dezember
Sehenswürdigkeiten Ruinen der ehemaligen Ordensburg Rehden, die 1234 vom Deutschen Orden erbaut wurde.Georg Bujack: Die Ruine Rheden. Skizze aus der Geschichte des deutschen Ordens. In: Neue Preußische Provinzial-Blätter. Band 3. Königsberg 1866, S. 200–213; . Ehemalige Synagoge, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts Lochstab von Gołębiewo, Kultstab der Mittelsteinzeit im Frater-Władysław-Łęga-Museum in Grudziądz.
Persönlichkeiten Arnold Meermann (1829–1908), deutscher Maler und Illustrator
Gemeinde Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Radzyń Chełmiński gehören die Stadt und 15 Dörfer mit Schulzenämtern.
Literatur Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen. Marienwerder 1789, S. 36, Nr. 5; . August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 440, Nr. 54; . Xaver Frölich: Geschichte des Graudenzer Kreises. Band 1. Graudenz 1868, S. 243–266; . Georg Bujack: Die Ruine Rheden. Skizze aus der Geschichte des deutschen Ordens. In: Neue Preußische Provinzial-Blätter. Band 3. Königsberg 1866, S. 200–213; .
Weblinks
Rehden (Westpreußen). GenWiki. Website der Stadt
Fußnoten
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Kujawien-Pommern