Als Kopfräude bezeichnet man eine durch Milben hervorgerufene Parasitose bei Tieren mit einer begrenzten Lokalisation auf den Kopf. Die Kopfräude kommt bei Hauspferd,Hanns-Jürgen Wintzer: Krankheiten des Pferdes: ein Leitfaden für Studium und Praxis. Georg Thieme Verlag, 1999, ISBN 978-3-82633280-7, S. 475. Hausrind, Hausziege, Hausschaf, Haushund, Hauskatze und Hauskaninchen vor.Josef Boch: Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-83044135-9, S. 256, S. 544, S. 572. Bei einer auf das Ohr begrenzten Lokalisation spricht man von einer Ohrräude.Josef Boch: Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-83044135-9, S. 542.
Häufigster Auslöser sind die tierartlich spezifischen Unterarten der Räudemilbe (Sarcoptes scabiei), wobei hier eine Tendenz zur Ausbreitung auf den ganzen Körper besteht.Wolfgang Baumgärtner: Pathohistologie für die Tiermedizin. 2. Auflage. Georg Thieme Verlag, 2012, ISBN 978-3-83041183-3. Bei der Katze ist es vor allem Notoedres cati (→ Kopfräude der Katze)Wieland Beck: Kopfräude bei der Katze durch Notoedres cati (Acari:Sarcoptidae) – Erregerbiologie, Pathogenese, Klinik, Diagnose und Therapie. In: Kleintierpraxis. 42 (2000), S. 715–722., bei Kaninchen Notoedres cuniculiHeinz Mehlhorn: Die Parasiten der Tiere: Erkrankungen erkennen, bekämpfen und vorbeugen. Springer-Verlag, 2012, ISBN 978-3-82742268-2, S. 408., beim Meerschweinchen Trixacarus caviaeWieland Beck, Nikola Pantchev: Praktische Parasitologie bei Heimtieren: Kleinsäuger - Vögel - Reptilien - Bienen. Schlütersche, 2006, ISBN 978-3-89993017-7, S. 52. und beim Rind Psoroptes bovis.Erwin Dahme, Eugen Weiss: Grundriß der speziellen pathologischen Anatomie der Haustiere. 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2007, ISBN 978-3-83041100-0, S. 412.
Die Kopfräude ist durch starken Juckreiz und schwere Hautveränderungen mit Belägen, Krusten, Hautverdickung (Hyperkeratose, Lichenifikation) und Haarausfall gekennzeichnet.
Die Behandlung erfolgt durch akarizid wirksame Arzneistoffe wie Organophosphate, Avermectine oder Isoxazoline. Bei lebensmittelliefernden Tieren sind die Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 470/2009 über Rückstandshöchstmengen pharmakologisch wirksamer Stoffe in Lebensmitteln tierischen Ursprungs zu beachten. Es muss stets der gesamte Bestand behandelt werden.Josef Boch: Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-83044135-9, S. 350.
Einzelnachweise
Kategorie:Parasitose bei Tieren