Das Amt Salzkotten-Boke war bis 1974 ein Amt im ostwestfälischen Kreis Büren in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in der Stadt Salzkotten. Seine historischen Vorgänger waren das Küchenamt Boke, die Kantone Boke und Salzkotten sowie die Ämter Boke und Salzkotten.

Geografie Das Amtsgebiet bildete den sogenannten Entenkopf im Nordwesten des Kreises Büren und lag im Südosten der Westfälischen Bucht. Die nordwestlichen Gemeinden gehörten zur Lippeniederung, während die meisten anderen Gemeinden im östlichen Hellwegraum lagen. Lediglich im äußersten Südosten (östlich der Alme) hatte das Amt Anteil an der Paderborner Hochfläche. Beginnend an der Nordwestspitze im Uhrzeigersinn grenzten an das Amt Salzkotten-Boke das Amt Rietberg (Kreis Wiedenbrück) die Ämter Delbrück, Neuhaus und Kirchborchen (Kreis Paderborn) die Ämter Atteln und Büren-Land (Kreis Büren), alle Regierungsbezirk Detmold, sowie die Stadt Geseke, das Amt Störmede und die Stadt Lippstadt (Kreis Lippstadt), Regierungsbezirk Arnsberg.

Vorgeschichte Das Küchenamt Boke Das Küchenamt Boke war bis zu den Napoleonischen Kriegen eine Verwaltungseinheit im Hochstift Paderborn. Es umfasste die Orte Anreppen, Bentfeld, Boke, Garfeln, Hörste, Mantinghausen, Rebbeke, Schwelle, Thüle und Verlar.

Die Stadt Salzkotten mit ihren Nachbarorten war im Hochstift Paderborn dem Küchenamt Neuhaus unterstellt.

Die Kantone Boke und Salzkotten Nachdem das Gebiet des Hochstifts 1807 an das Königreich Westphalen gefallen war, wurden neue Verwaltungsstrukturen nach französischem Vorbild geschaffen; meistens ohne Berücksichtigung historischer Gebietsgrenzen. Die Gemeinden Anreppen, Bentfeld, Garfeln, Hörste, Mantinghausen, Mettinghausen, Rebbeke, Ringboke (=Boke), Schwelle und Verlar wurden zum Kanton Ringboke zusammengefasst. Die Stadt Salzkotten bildete zusammen mit den Gemeinden Scharmede, Thüle, Upsprunge und Verne den Kanton Salzkotten. Im Jahre 1810 hatte der Kanton Ringboke 3233 und der Kanton Salzkotten 3329 Einwohner. Beide Kantone gehörten zum Distrikt Paderborn im Departement der Fulda des Königreichs und fielen 1813 an Preußen. 1816 wurden sie dem neuen Kreis Büren zugeschlagen und bestand in diesem als Verwaltungsbezirke fort.Amtsblatt der Regierung Minden 1816, S. 178 Auch in den Folgejahren wurde manchmal noch der Begriff Kanton verwendet; auch die Bezeichnung Bürgermeisterei wurde verwendet. Außerdem setzte sich für den Kanton Ringboke der Name Boke durch.Amtsblatt der Regierung Minden 1840, S. 239Amtsblatt der Regierung Minden 1834, S. 83

1832 kamen die beiden Gemeinden Oberntudorf und Niederntudorf vom Kreis Paderborn zum Kanton Salzkotten des Kreises Büren.Amtsblatt der Regierung Minden 1831, S. 383 f. Die Stadt Salzkotten erhielt 1837 die preußische revidierte Städteordnung und wurde dadurch verwaltungstechnisch von den umliegenden Gemeinden getrennt.Amtsblatt der Regierung Minden 1837, S. 225

Die Ämter Boke und Salzkotten

Im Rahmen der Einführung der westfälischen Landgemeinde-Ordnung von 1841 wurden aus den Verwaltungsbezirken unterhalb der Kreisebene, sofern es sich nicht um Städte gemäß der revidierten Städteordnung handelte, Ämter gebildet. Im Kreis Büren wurde dadurch aus dem Kanton Boke das Amt Boke und aus dem Kanton Salzkotten (ohne die Stadt Salzkotten) das Amt Salzkotten. Die Stadt Salzkotten blieb amtsfrei, wurde aber Verwaltungssitz des Amtes Salzkotten.

1857 wurde für die Ämter Boke und Salzkotten eine Personalunion verfügt, so dass beide Ämter seitdem von einem Amtmann verwaltet wurden.https://books.google.de/books?id=5h0_AAAAcAAJ&vq=Natingen&hl=de&pg=RA2-PA319#v=onepage&q&f=false Klemens Graf Meerveldt übernahm dieses Doppelamt bis zu seinem Tode 1885. 1861 wurde im Amt Boke aus einem Teil der Gemeinde Rebbeke die neue Gemeinde Mantinghausen gebildet.Amtsblatt der Regierung Minden 1862 1938 wurden die Ämter Salzkotten und Boke endgültig zum Amt Salzkotten-Boke zusammengeschlossen. Gleichzeitig verlor die Stadt Salzkotten ihre Amtsfreiheit und wurde in das Amt eingegliedert.

Das Amt Salzkotten-Boke Das Amt Salzkotten-Boke umfasste sechzehn Gemeinden. Die folgenden Daten stammen vom 31. Dezember 1973: Anreppen: 899 E, 10 km², 90 m ü. NN Bentfeld: 871 E, 8 km², 94 m ü. NN Boke: 1817 E, 16 km², 90 m ü. NN Garfeln: 403 E, 4 km², 82 m ü. NN Hörste bei Lippstadt: 1215 E, 7 km², 82 m ü. NN Mantinghausen: 627 E, 6 km², 83 m ü. NN Niederntudorf: 1733 E, 15 km², 162 m ü. NN Oberntudorf: 880 E, 6 km², 180 m ü. NN Rebbeke: 608 E, 12 km², 82 m ü. NN Salzkotten: *, Stadt: 5949 E, 24 km², 97 m ü. NN Scharmede: 1850 E, 9 km², 106 m ü. NN Schwelle: 563 E, 8 km², 85 m ü. NN Thüle: 1390 E, 15 km², 97 m ü. NN Upsprunge: 974 E, 8 km², 105 m ü. NN Verlar: 742 E, 4 km², 84 m ü. NN Verne: 2250 E, 16 km², 98 m ü. NN Am 1. Januar 1975 trat das Sauerland/Paderborn-Gesetz in Kraft, wodurch fast das gesamte Gebiet des Kreises Büren mit dem alten Kreis Paderborn zusammengelegt wurde. Die drei nördlichen Lippegemeinden Anreppen, Bentfeld und Boke kamen zu Delbrück, während die drei westlichen Lippegemeinden Garfeln, Hörste und Rebbeke nach § 45 des Münster/Hamm-Gesetzes in die Stadt Lippstadt eingegliedert wurden und dadurch zum Kreis Soest kamen. Die übrigen Gemeinden des Amtes wurden zur neuen Stadt Salzkotten zusammengeschlossen und in den neuen Kreis Paderborn eingegliedert. Rechtsnachfolgerin des Amtes Salzkotten-Boke ist die heutige Stadt Salzkotten.

Einwohnerentwicklung

Jahr Amt Boke Amt Salzkotten Stadt Salzkotten Quelle 1843 4.738 4.017 1.809 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966 1871 4.540 4.089 2.017 1910 4.943 4.911 2.582 1925 5.168 5.340 2.996 Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen 1931: Volkszählung 1925 Amt Salzkotten-Boke 1939 15.031 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1966 1950 21.357 Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1961 20.392 1970 21.736

Amtmänner und Amtsbürgermeister 1859–1885: Klemens von Meerveldt († 9. April 1885) 1885–1886: komm. Albert Schröder 1886–1906: Ernst Rocholl 1906–1918: Albers 1918–1938: Darup 1938–1945: Seidler 1945–1946: Isphording 1946–1947: komm. Kaiser 1948–1966: Hermann 1967–1974: Edgar Wagener

Wappen Am 12. Oktober 1949 erhielt das Amt Salzkotten-Boke durch Urkunde des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen die Erlaubnis, ein Wappen und ein Siegel zu führen. Wappenbeschreibung „Gespalten, vorn in Rot ein aufgerichtetes gelbes (goldenes) Kleeblatt, hinten in gelbem (goldenen) Feld ein aufgerichtetes grünes Buchenblatt.“ Bedeutung Das Dreiblatt ist das Wappenbild der Stadt Salzkotten, das Buchenblatt ist Bestandteil des Gemeindewappens von Boke. Die Farben Rot und Gold sind die des Hochstifts Paderborn.

Literatur Heinrich Pohlmeier: 150 Jahre Landkreis Büren. Hg.: Landkreis Büren, Büren 1966. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Hg.: Kreisverwaltung Büren, Paderborn 1974, ISBN 3-506-73840-2.

Weblinks Informationen zum Aktenbestand A (Stadt Salzkotten, Amt Boke, Kantone Salzkotten und Ringboke 1579-1815) des Stadtarchivs Salzkotten Informationen zum Aktenbestand B (Kantone Salzkotten und Ringboke, Ämter Salzkotten, Boke und Boke-Salzkotten 1815-1938) des Stadtarchivs Salzkotten Informationen zum Aktenbestand D (Amt Salzkotten-Boke, Stadt Salzkotten 1938-1974) des Stadtarchivs Salzkotten Informationen zum Aktenbestand GA Amt Salzkotten-Boke des Stadtarchivs Lippstadt betreffend die Gemeinden Garfeln, Hörste, Mettinghausen und Rebbeke

Einzelnachweise

Salzkottenboke Kategorie:Geschichte (Kreis Paderborn) Kategorie:Organisation (Salzkotten) SalzkottenBoke Kategorie:Aufgelöst 1974