Die Triton-Klasse war die erste Baugruppe der britischen T-Klasse. In der Literatur wird mit dem Begriff Triton-Klasse teilweise die gesamte T-Klasse bezeichnet.

Die 15 U-Boote wurden zwischen 1936 und 1940 gebaut und von der Royal Navy im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Das letzte Boot der Klasse wurde 1947 verschrottet.

Baugeschichte und konstruktive Merkmale

Zu Beginn der 1930er Jahre beschloss die Royal Navy den Bau einer neuen Hochsee-Unterseeboot-Klasse. Die geplante Schiffsklasse sollte die unzuverlässigen U-Boote der O-, P- und R-Klasse ersetzen.

Die Admiralität forderte eine Seeausdauer von mindestens 42 Tagen und eine starke Bewaffnung. Infolge der Londoner Flottenkonferenz von 1930 standen Großbritannien noch 16.500 tn.l. an Tonnage für Neubauten von U-Booten zur Verfügung. Um mit der erlaubten Tonnage möglichst viele Boote bauen zu können, wurden die Boote kleiner als ihre Vorgänger gestaltet.

Der Bau eines Prototyps wurde mit dem Marinebauprogramm von 1935 bei Vickers-Armstrong beauftragt. Die Triton wurde im folgenden Jahr aufgelegt, lief 1937 vom Stapel und wurde am 9. November 1938 in Dienst gestellt. Der Neubau war den Vorgängern in vielen Punkten überlegen. Die Überwassergeschwindigkeit war aufgrund der tonnagebedingt kleineren Dieselmaschinen geringer als die der älteren britischen U-Boote.

Bis November 1938 wurden 14 weitere U-Boote auf Kiel gelegt. Die Royal Navy stellte die letzte Einheit im Januar 1941 in Dienst.

In der Erprobungsphase sank die Thetis am 1. Juni 1939 bei einer Testfahrt im River Mersey. Der Unfall forderte 99 Menschenleben. Das Wrack wurde später gehoben, repariert und 1940 mit dem Namen Thunderbolt in Dienst gestellt. Der Name Thetis wurde für die T-Klasse nicht mehr vergeben.

Prototyp und Serienbauten im Vergleich

Die Serienbauten waren etwas kleiner als der Prototyp. Mehrere U-Boote wie die Tigris und die Torbay wurden später mit dem für das dritte Baulos typischen zusätzlichen Hecktorpedorohr ausgestattet.

Triton Serienbauten Verdrängung (aufgetaucht): 1330 tn.l. 1325 tn.l. Verdrängung (getaucht): 1585 tn.l. 1573 tn.l. Länge über alles: 84,20 m 83,97 m

Bauwerften

Die U-Boote wurden auf vier verschiedenen Werften in England und Schottland gebaut. Bauwerft Einheiten Cammell, Laird & Company in Birkenhead (England) 4 Chatham Dockyard (Marinewerft Chatham) in Chatham (England) 2 Scotts Shipbuilding and Engineering Company in Greenock (Schottland) 3 Vickers-Armstrong in Barrow-in-Furness (England) 615

Aktive Einheiten

Bei Kriegsbeginn standen der Royal Navy lediglich drei Einheiten der Triton-Klasse zur Verfügung. Es wurden aber kontinuierlich neue Einheiten zugeführt, so dass der Bestand bis zu den Kämpfen in Norwegen auf zehn U-Boote anstieg. 1940 gingen vier Boote verloren, die durch vier neue ersetzt werden konnten. 1941 gab es einen Verlust und den letzten Zulauf. In den beiden folgenden Jahren gingen jeweils zwei Einheiten verloren. Bei Kriegsende im August 1945 besaß die Royal Navy noch sechs U-Boote der Triton-Klasse. Alle verbliebenen Boote wurden bis 1947 verschrottet.Die Übersicht stellt lediglich das Verhältnis zwischen Abgängen durch Unfall, Verschrottung oder Feindeinwirkung und den Zugängen durch Neubauten dar. Werftaufenthalte zur Überholung oder Modernisierung werden nicht betrachtet. Demzufolge war die Anzahl der real einsatzfähigen U-Booten geringer.

links|390px 1. Januar 1939 1 1. Juli 1939 2 1. September 1939 3 1. Januar 1940 7 9. April 1940 10 1. Juli 1940 10 1. Januar 1941 10 22. Juni 1941 11 1. Juli 1941 11 7. Dezember 1941 10 1. Januar 1942 10 1. Juli 1942 9 8. November 1942 8 1. Januar 1943 8 1. Juli 1943 6 10. Juli 1943 6 1. Januar 1944 6 6. Juni 1944 6 1. Juli 1944 6 1. Januar 1945 6 8. Mai 1945 6 1. Juli 1945 6 15. August 1945 6 1. Januar 1946 3

Einsatzgeschichte

1939 Da die Reichweite der britischen Aufklärungsflugzeuge des Typs Avro Anson nicht ausreichend war, wurden die wenigen vorhandenen U-Boote nach Kriegsbeginn vor der norwegischen Küste zur Aufklärung und zur Absicherung der britischen Seeblockade eingesetzt. Aufgrund von Planungsfehlern waren die Besatzungen nicht mit ausreichender winterfester Kleidung ausgestattet und litten in den Herbst- und Wintermonaten unter den unwirtlichen Bedingungen des Nordatlantiks.

Schon am 10. September kam es während eines Einsatzes 28 Seemeilen südsüdwestlich von Stavanger zu einem folgenschweren Irrtum. Das O-Klasse-Boot Oxley hatte infolge eines Navigationsfehlers sein Patrouillengebiet verlassen und näherte sich der Triton, die mehrfach versuchte, das unidentifizierte U-Boot zu kontaktieren, aber keine Antwort erhielt. Nachdem die Oxley auch nicht auf eine Leuchtgranate reagierte, griff die Triton mit zwei Torpedos an. Nur der Kommandant und ein weiterer Seemann überlebten den Angriff. Vier Tage später griff das britische U-Boot Sturgeon in einer vergleichbaren Situation sein Schwesterboot Swordfish an, verfehlte aber das Ziel. Infolge der Zwischenfälle vergrößerte die Admiralität die Abstände der Patrouillengebiete britischer U-Boote von 4 auf 16 Seemeilen.

In den folgenden Kriegsmonaten erhielt die britische Seeaufklärung moderne weitreichende US-amerikanische Lockheed-Hudson-Aufklärer, mit denen die norwegische Küste aus der Luft überwacht werden konnte. Dadurch konnten die britischen U-Boote von der norwegischen Küste abgezogen und näher an den gegnerischen Küsten im Skagerrak und der Deutschen Bucht eingesetzt werden. Der Zeitraum bis zum April 1940 wird aufgrund des defensiven Verhaltens der anglofranzösischen Alliierten an der Westfront auch als „Sitzkrieg“ bezeichnet. Um die deutsche Seekriegsleitung nicht zu provozieren, wurden aber auch die U-Boote zurückhaltend eingesetzt. Warnungslose Torpedoangriffe auf feindliche Transportschiffe waren ausdrücklich untersagt. Handelsschiffe sollten streng nach internationalem Prisenrecht kontrolliert werden. Die britische Führung befürchtete einen erneuten totalen U-Boot-Krieg, der schon im Ersten Weltkrieg das Vereinigte Königreich zeitweise in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht hatte.

1940 Aufgrund der Einschränkungen und auch der geringen Zahl einsatzbereiter Triton-Boote kam es trotz häufiger Patrouillen erst am 25. März 1940 zum ersten Kampferfolg der U-Boot-Klasse, als die Truant vor Jütland den deutschen Frachtdampfer Edmund Hugo Stinnes 4 kontrollierte und anschließend mit Torpedos versenkte.Die Literaturangaben zur Versenkung der Edmund Hugo Stinnes 4 sind sehr widersprüchlich: uboat.net behauptet, der Dampfer sei am 25. März 1940 von der Truant versenkt worden. www.wlb-stuttgart.de erwähnt ebenfalls die Truant, gibt als Datum aber den 23. März 1940 und als Kommandanten des U-Bootes Lt.Cdr. Seale an. Seale war laut uboat.net zu diesem Zeitpunkt aber Kommandant der Trident. www.poseidon-schiffahrts-archiv.eu gibt kein genaues Datum an, teilt aber die Versenkung der Trident zu. gibt als Datum den 24. März 1940 und als U-Boot die Trident an.

Am 9. April 1940 begann mit dem deutschen Unternehmen Weserübung eine neue Phase des Krieges. In der bis dahin größten triphischen Operation der Kriegsgeschichte besetzten deutsche Verbände Dänemark nahezu kampflos und eroberten die wichtigsten Häfen Norwegens trotz entschiedener Gegenwehr in wenigen Tagen. Die britische Seite war auf den Angriff vorbereitet und stationierte schon vor dem Überfall alle verfügbaren U-Boote entlang der erwarteten Anmarschrouten der Invasionsflotte. Am 8. April versenkte die Trident den Tanker Stedingen. Am selben Tag versuchte die Triton einen erfolglosen Torpedoangriff gegen die Kreuzer Emden, Lützow und Blücher. Am Abend des Invasionstages gelang der Truant ein erfolgreicher Torpedoangriff gegen den Leichten Kreuzer Karlsruhe. Das deutsche Kriegsschiff wurde schwer beschädigt und drei Stunden nach dem Angriff von dem deutschen Torpedoboot Greif versenkt. Am Folgetag konnten die Triton-Boote drei weitere Erfolge verzeichnen, mussten aber auch den ersten Verlust hinnehmen. Während die Triton zwei deutsche Transporter und ein Hilfs-Patrouillenboot versenkte, wurde die Thistle von einem deutschen U-Boot torpediert. Im April ging mit der Tarpon ein weiteres Triton-Boot verloren. Die Kämpfe in Norwegen, insbesondere die Schlacht um Narvik, zogen sich bis in den Juni hin. In den klaren Gewässern der Nordsee können bei ruhiger See getauchte U-Boote bei Tageslicht in bis zu 30 m Tiefe aus der Luft gesehen werden. Außerdem mussten dieselelektrische U-Boote dieser Zeit ihre Akkumulatoren aufgetaucht aufladen und taten dies üblicherweise im Schutze der Dunkelheit. Die immer kürzer werdenden Nächte erschwerten britische U-Boot-Einsätze vor Nordnorwegen und machten sie angesichts der zunehmenden lokalen deutschen Luftüberlegenheit bei Beginn des Polartages (Narvik liegt über 200 km nördlich des Polarkreises) im Sommer immer gefährlicher und im Hochsommer im Grunde undurchführbar. Hinzu kam, dass zu dieser Zeit die deutsche Abwehr 30–50 % des britischen Funkverkehrs entschlüsseln konnte.Peter Padfield: Der U-Boot-Krieg 1939–1945, S. 106 f.

Am 10. Mai begann mit dem „Fall Gelb“ der Krieg in Westeuropa. Nach dem Kriegseintritt Italiens am 10. Juni und der französischen Niederlage am 22. Juni führten immer mehr Patrouillen vor die französische Atlantikküste und in das Mittelmeer. Triton-Boote versenkten bis zum Ende des Jahres in der Biskaya mehrere Fischfangfahrzeuge und Transportschiffe, sowie ein U-Boot und einen Seeflugzeugtender.

Im Mittelmeer wurde das Angriffsgebiet gegen Handelsschiffe vorerst auf einen 30 Seemeilen breiten Streifen vor den Küsten Italiens und Libyens begrenzt, um den neutralen Schiffsverkehr zu schonen. Zwischen September und Jahresende wurden hier vier italienische Frachter und ein Tanker versenkt. Im Gegenzug gingen zwei weitere Triton-Boote verloren. Mit dem schlechten „Tauschverhältnis“ aus gegnerischen und eigenen Verlusten standen die Triton-Boote aber im Vergleich zu den anderen britischen U-Booten im Mittelmeer sogar noch relativ gut da. Insgesamt versenkten britische U-Boote im Jahre 1940 im Mittelmeer lediglich neun feindliche Schiffe und ein U-Boot. Einschließlich der beiden Triton-Boote gingen im selben Zeitraum neun britische U-Boote im Mittelmeer verloren.Peter Padfield: "Der U-Boot-Krieg 1939–1945", S. 184/185.

1941 Im Januar wurde mit der Torbay das letzte U-Boot der Klasse in Dienst gestellt. Im November ging ein U-Boot im Mittelmeer verloren.

Der Einsatzschwerpunkt der Triton-Boote verlagerte sich immer mehr in das Mittelmeer. Die Basen lagen in Gibraltar im Westen, auf der belagerten Insel Malta im Zentrum und in Alexandria im Osten. Im Juni waren Truant, Triumph, Taku, Tetrarch und Torbay in Alexandria stationiert.Situation im Juni 1941 bei www.wlb-stuttgart.de

Im Laufe des Jahres 1941 versenkten die Triton-Boote im Mittelmeer 22 Frachtschiffe, vier Tanker, sechs Hilfskriegsschiffe, 30 Segelschiffe und zwei U-Boote.Die Angaben zu den Kampferfolgen beruhen auf einer Zählung der bei den einzelnen U-Booten der Klasse angegebenen Daten im uboat.net und sollten demzufolge als ungenaue Näherung oder Schätzung angesehen werden.

Die erfolgreichste Einheit war die frisch in Dienst gestellte Torbay. Das U-Boot versenkte vor den griechischen Inseln drei Tanker, 11 Segelschiffe und ein U-Boot. Der Kommandant Lt. Cd. Anthony Miers beging mit der Ermordung von Kriegsgefangenen und Schiffbrüchigen aber auch mehrere Kriegsverbrechen.Peter Padfield: "Der U-Boot-Krieg 1939–1945", S. 200 ff.Kriegsverbrechen gegen Schiffbrüchige bei www.wlb-stuttgart.de

Ein kleinerer Teil der Triton-Boote wurde weiter in der Biskaya und vor der norwegischen Küste eingesetzt. Die Basen lagen in England, Schottland und nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 auch im nordwestrussischen Poljarny. Vor der norwegischen Küste und in der Biskaya wurden sieben Frachter, ein Tanker, ein Hilfskriegsschiff und ein U-Boot versenkt.

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