Der Mostdipf ist eine Auszeichnung, die seit 1972 jährlich von den Oberösterreichischen Nachrichten an drei Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Lebensbereichen vergeben wird. Benannt wurde der Preis nach der von Rudolf „Florian“ Nemec gezeichneten Figur Vitus Mostdipf, die in der Zeitung seit 1970Auszeichnung: Der Mostdipf und seine Preisträger aus dem Innviertel. nachrichten.at, 2. Mai 2024. Abgerufen am 26. Mai 2026. mit einem pointierten Sager das Tagesgeschehen kommentiert. Mostdipf zeichnet sich durch Bodenständigkeit, Herzlichkeit und Humor aus. Geehrt werden Personen, denen diese Charakterzüge auch zugeschrieben werden. Die OÖN bezeichneten die Auszeichnung als „Professorentitel der Oberösterreicher“.

Die Trophäe ist eine bemalte Statuette aus Gmundner Keramik, die Vitus Mostdipf als Ganzfigur auf einem Sockel in seiner typischen Haltung mit den Händen in den Hosentaschen darstellt. Der beleibte Vitus Mostdipf trägt ein zugeknöpftes grünes Gilet, darunter ein weißes Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln und Krawatte, eine schwarze Hose und schwarze Schuhe. Sein Schnauzbart ist durch einen skeptischen Gesichtsausdruck auf einer Seite nach unten gebogen.

In den frühen Jahren wurde der Mostdipf auch an Weltstars ohne konkreten Bezug zum Bundesland wie Muhammad Ali und Sophia Loren überreicht. Seither beschränkt man sich auf Persönlichkeiten, die aus Oberösterreich stammen oder hier wirken. Der Preis soll die ganze Breite des Lebens abdecken, von Politikern und Funktionären, prominenten Sportlern und Künstlern bis zu nur regional bekannten Wirtschaftstreibenden oder Trägern der Volkskultur.

Zwischen 1992 und 1998 wurde der Mostdipf nur an eine Person pro Jahr und zwischen 1999 und 2003 gar nicht verliehen.

Preisträger 1972: Bruno Kreisky, Oskar Czerwenka, Franziska Schallmeiner („Hois'n“-Wirtin in Gmunden) 1973: Otto Schenk, Heinrich Gleißner, Herbert Koller (VÖEST-Generaldirektor) 1974: Herbert von Karajan, Ernst KorefOberösterreichische Nachrichten, 13. April 1974, S. 3., Heinrich Forstinger (Schärdinger Wirt und Original) 1975: Hildegard Knef, Alois Wagner (Weihbischof), Hans Reisetbauer (Landesjägermeister) 1976: Muhammad Ali, Josef „Pepi“ FischerDer neue Mostdipfträger 1976: Mein Most perlt wie Champagner. In: Oberösterreichische Nachrichten, 3. April 1976, S. 3. (Ski-Produzent), Sophia LorenVeit Mölter: Aus Vitus wurde Vito. Sofia Loren: „Er soll neben dem Oscar stehen“. In: Oberösterreichische Nachrichten, 15. Mai 1976, S. 3. 1977: Franz HillingerEin „Mostdipf“ im Stodertal, 22. April 2016. Abgerufen am 30. Mai 2026., Schwester Anna Matl, Erwin Wenzl 1978: Hubert MannEin großer Meister der Schauspielkunst. Artikel vom 14. August 2014, abgerufen am 5. Oktober 2015., Stephan Koren, Katharina Dobler 1979: Günter Tolar, Wilhelm Steinweis (Generaldirektor), Annemarie Moser-Pröll 1980: Josef Ratzenböck, Franz Weiss (Bürgermeister von Steyr), Friedl Schinagl (Versicherungskonsulentin) 1981: Rudolf Kirchschläger, Haymo Pockberger (ORF), Elfriede Löger (Hotelchefin in Windischgarsten) 1982: Peter Baum (Museumsleiter), Rudolf Trauner (Präsident der WKOÖ), Gretl Platzl (Hüttenwirtin) 1983: Werner Schneyder, Franziska Korbel (Seniorenklub-Leiterin an der VHS Linz), Leo Jindrak (Konditor-Innungsmeister) 1984: Kurt Steyrer, Hilde Musil-Gamsjäger (Direktorin der HAK Linz), Augustin Daxberger („Trachtenpfarrer“ und Mundartdichter in Aschach an der Donau) 1985: Hans-Joachim Kulenkampff, Theresia Reiter (Bäuerin), Karl Eckmayr (Landesschulratspräsident) 1986: Christian Ludwig Attersee, Wilhelm Zauner (Pastoraltheologe), Theresia Neuländtner (Bäuerin) 1987: Wilfried Seipel, Gertraud Fuchs (Moar-Sepp-Wirtin in Andrichsfurt), Leo Frank (Krimiautor) 1988: Friedrich Schwarz (Landesforstdirektor), Helmut Eder (Komponist), Walfrieda Bauer (Verkäuferin) 1989: Maximilian Aichern, Ernst Balluf (Maler), Elfriede Kitzmantel (Kriminalistin) 1990: Susanne Zanke (Regisseurin), Anna Sonnleitner (Schriftstellerin), Gertrud Laskovic (Nachbarschaftshilfe-Organisatorin) 1991: Käthe Recheis, Wolfgang Aistleitner (Kabarettist und Richter), Franz Schafelner (Wirt) 1992: Gertrud Fussenegger 1993: Hubert von Goisern 1994: Andreas Goldberger 1995: Josef Hader 1996: Klaus Roitinger (Fußballtrainer der SV Ried) 1997: Vera Lischka 1998: Hermann Maier 1999–2003: Keine Verleihung 2004: Hans Pum, Althea Bridges, Hans Schenner (Wirtschaftskammer) 2005: Hannes Trinkl, Die Seer, Martina Eitzinger (Haubenköchin) 2006: Wolfgang Böck, Michaela Dorfmeister, Johann Sulzberger 2007: Fritz Karl, Gisela Schreiner (ORF), Rainer Mennicken (Landestheater-Intendant) 2008: Ingrid Pernkopf (Gastwirtin), Viktor Gernot, Liu Jia (Tischtennisspielerin) 2009: Paul Gludovatz, Birgit und Ernst Mielacher (Mostbauern in Gunskirchen), Monika Leidinger (Feuerwehr-Kommandantin in Taufkirchen an der Trattnach) 2010: Gerlinde Kaltenbrunner, Karl Ploberger, Klaus Eberhartinger 2011: Friedrich Achleitner, Günther Lainer, Pepi Wimmleitner (Gstanzlsinger) 2012: Alois Brandstetter, maschek., Gabriele Wild-Obermayr (Gemüseproduzentin in Niederneukirchen) 2013: Ernst Hausleitner, Brigitte Kren, Michael Reisecker (Reiseckers Reisen) 2014: Werner Gruber, Barbara Rett, Hermann Scheinecker 2015: Ferry Öllinger, Birgit Gerstorfer (AMS Oberösterreich), Willi Klinger (Österreich Weinmarketing GmbH)Ein dickes Bussi für den Mostdipf. Artikel vom 22. Juni 2015, abgerufen am 12. November 2015. 2016: Martina Ebm, Blonder Engel (Musikkabarettist), Markus Liebl (Generaldirektor der Brau Union)Oberösterreichische Nachrichten: Und der Mostdipf 2016 geht an .... Artikel vom 20. April 2016, abgerufen am 16. Oktober 2016. 2017: Oliver Glasner, BlöZinger, Elsa Schlader (Schaustellerin am Urfahraner Markt)Oberösterreichische Nachrichten: Elsa Schlader, BlöZinger und Oliver Glasner sind die Mostdipf-Preisträger 2017. Artikel vom 10. Mai 2017, abgerufen am 10. Mai 2017. 2018: Silvia Schneider, Raimund Baumschlager, Friedrich SchneiderUnd der Mostdipf 2018 geht an .... Artikel vom 8. Mai 2018, abgerufen am 9. Mai 2018. 2019: Poxrucker Sisters, Christian Rainer und Leo WindtnerUnd der Mostdipf 2019 geht an .... Artikel vom 12. Juni 2019, abgerufen am 12. Juni 2019. 2020: Franz Welser-Möst, Adele Neuhauser, Gerlinde Schimpl (Kräuterwirtin in Hirschbach) 2021: Helga Rabl-Stadler, Bernd Lamprecht (Mediziner in Linz), Vincent KriechmayrDer Mostdipf 2021 geht an … vom 8. Mai 2021, abgerufen am 8. Mai 2021. 2022: Gerda Rogers, Paul Zauner, Brigitta Schickmaier (Konditorin) 2023: Gerhard Haderer, Daniela Dett, Ewald Pöschko (Geschäftsführer der Braucommune Freistadt) 2024: Christoph „Krauli“ Held, die Musiker von folkshilfe, Gertrude Schatzdorfer-Wölfel (Unternehmerin, Schatzdorfer Gerätebau) 2025: Brigitte Hütter, Gerald Scheiblehner, Johann Holzinger 2026: Markus Hengstschläger, Petra Schneebauer (Botschafterin in den USA), Wolfgang Steininger (Festival Der neue Heimatfilm)

Weblinks Bildergalerie der Mostdipf-Preisträger von 1972 bis 2025, nachrichten.at.

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturpreis (Österreich) Kategorie:Erstverleihung 1972