Das Amt Solingen war ein Verwaltungs- und Gerichtsbezirk im Herzogtum Berg und gehörte zu den altbergischen Ämtern.Hermann Hengstenberg: Das ehemalige Herzogtum Berg und seine nächste Umgebung, Elberfeld 1897, S. 25 (Landesbibliothek Düsseldorf) Ihm gehörten im 16. Jahrhundert die Kirchspiele Solingen, Wald, Hilden, Haan sowie vier Kapellen (Sonnborn, Schöller, Gruiten, Düssel einschließlich Obmettmann) an.Anton Joseph Binterim: Die Erzdiöcese Köln nach der Kirchentrennung, Düsseldorf 1893, S. 253 (Landesbibliothek Düsseldorf) Das Amt Solingen bestand seit dem Mittelalter bis zum Jahre 1809, als es durch die französische Besatzung im Rheinland aufgelöst wurde.Beate Battenfeld: Rathäuser in Solingen, Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft, Geschichte(n) aktuell Band 4, Hrsg.: Bergischer Geschichtsverein Abt. Solingen e. V., 2008. Aus großen Teilen des Amtes Solingen ging 1816 der Kreis Solingen hervor.

Trotz der geographischen Nähe gehörte die Freiheit Burg an der Wupper, der Stammsitz der Grafen von Berg auf Schloss Burg, nicht zum Amt Solingen.

Der Mathematiker und Geograph Erich Philipp Ploennies schrieb 1715 in seinem topographischen Werk über die Gebiete Solingen und Remscheid:

Gliederung des Amtes Das Amt war in verschiedene Untergerichtsbezirke aufgeteilt, die wiederum aus mehreren Honschaften bestanden.Wilhelm Fabricius: Geschichtsatlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; S. 321

Zu den Gerichten gehörte im 18. Jahrhundert:

das Gericht Solingen mit Klauberg mit der Honschaft Solingen, der Honschaft Dorp, der Honschaft Höhscheid (Verwaltungssitz: Haus Höhscheid), der Honschaft Hackhausen (Verwaltungssitz: Schloss Hackhausen), der Honschaft Katternberg, der Honschaft Rupelrath und der Honschaft Widdert. das Gericht Wald mit der Stadt Gräfrath, der Honschaft Ketzberg, der Honschaft Itter, der Honschaft Scheid mit Wald, der Honschaft Ketzberg, der Honschaft Barl, der Honschaft Bavert (Verwaltungssitz: Schloss Caspersbroich), der Honschaft Limminghoven, der Honschaft Schnittert und das Kirchspiel Sonnborn mit Schloss Lüntenbeck und Rittergut Hammerstein. das Gericht Hilden und Haan mit der Obersten Honschaft Haan, der Mittelsten Honschaft Haan, der Untersten Honschaft Haan im Kirchspiel Haan sowie der Haanhonschaft Hilden, der Lehmhonschaft und der Sandhonschaft aus dem Kirchspiel Hilden. die Herrschaft Schöller mit der Honschaft Gruiten und Honschaft Obgruiten, der Honschaft Schöller (Verwaltungssitz: Rittergut Schöller), der Honschaft Oberdüssel (Verwaltungssitz: Wasserburg Düssel, Schloss Aprath), der Honschaft Unterdüssel und der Honschaft Obmettmann.

Amtsverwaltung Die Verwaltung des Amtes Solingen übernahm seit dem Mittelalter ein Amtmann. Er diente als vorgesetzte Behörde der Vorsteher der einzelnen Honschaften und übernahm vielfältige Verwaltungsaufgaben des Amtes.

Der Galgen des Amtes befand sich in den Scheiderirlen im heutigen Stadtbezirk Gräfrath.Heinz Rosenthal: Solingen. Geschichte einer Stadt, Von den Anfängen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts. Band 1, Verlag Braun, Duisburg 1969, DNB 457973358

Amtmänner Folgende Amtmänner sind urkundlich belegt:Brendler (2015), S. 117.Renate Leffers: Die Neutralitätspolitik des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm als Herzog von Jülich-Berg in der Zeit von 1636–1643, Bergische Forschungen, Band VIII, Neustadt an der Aisch 1971, S. 94. 1303: Sceynkeber, voit van Solinchin 1342?: Tilman von Hackhausen, vaede zo Soleken 1350: Heinrich von dem Bottlenberg gen. Schirp, vait van Solinghen 1356–1366: Dietrich Smende von Heltorf, vayde zo Solinghen / officiatus officii in Salinghen 1382–1383: Gerhard Sprunck, amptmann zu Solingen 1639: Johann Reinhard von Zweifel (nach landesherrlichen Akten)

Amtsbau Dienst- und Wohnsitz des Amtmannes war ab 1726 der sogenannte Amtsbau an der Ecke Kyffhäuser- und Hauptstraße in der Solinger Altstadt (ungefähre heutige ). Es handelte sich um einen einfachen, eingeschossigen Bruchsteinbau mit massiven Wänden und Satteldach. Im Amtsbau wurde auch Gericht gehalten, er war in der Amtszeit des Richters Johann Gottfried Helling entstanden.

Nach Auflösung des Amtes Solingen 1809 wurde der Amtsbau zunächst noch als Kaserne genutzt, später unter anderem als Gastwirtschaft. Er wurde schließlich im Jahre 1897 niedergelegt.

Literatur Albrecht Brendler: Auf dem Weg zum Territorium. Verwaltungsgefüge und Amtsträger der Grafschaft Berg 1225–1380. Inaugural-Dissertation, Bonn 2015, S. 106–117.

Einzelnachweise

Solingen Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Wuppertal) Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Solingen) Kategorie:Geschichte (Wülfrath) Kategorie:Geschichte (Haan) Kategorie:Hilden