Der Cadillac Fleetwood Brougham ist ein von 1977 bis 1986 produziertes Pkw-Modell der US-amerikanischen Fahrzeugmarke Cadillac.

Modellgeschichte

Der Fleetwood Brougham übernahm zum Modelljahr 1977 im Cadillac die Rolle des Sixty Special, dessen Produktion mit Ablauf des Jahres 1976 eingestellt worden war. Damit war Fleetwood Brougham das Schwestermodell des Cadillac DeVille der fünften Generation. Beide Modelle waren weitestgehend baugleich; der Fleetwood Brougham war allerdings deutlich besser ausgestattet und auch teurer als der DeVille. Im Gegensatz zum Sixty Special hat der Fleetwood Brougham den gleichen Radstand wie der DeVille, war also nicht länger. Ab 1980 war der Fleetwood Brougham außerdem als zweitüriges Coupé erhältlich; damit brach Cadillac mit der Tradition, alle Standardmodelle oberhalb des DeVille ausschließlich als Viertürer anzubieten.

Mit dem Modelljahr 1977 gab Cadillac den seit 1938 benutzten Traditionsnamen auf und benannte das Modell in Fleetwood Brougham um.

Karosserie und Antriebstechnik entsprechen dem zeitgenössischen DeVille. Den Antrieb übernahm von 1977 bis 1979 ein Siebenliter-V8-Motor (183 PS mit Vergaser, 198 PS mit Einspritzung), die Kraftübertragung weiterhin die Turbo-Hydramatic-Dreigangautomatik.

Zum Modelljahr 1980 wurden die Wagen geringfügig überarbeitet und erhielten eine flachere Frontpartie, was die Aerodynamik verbessern und damit den Benzinverbrauch senken sollte. Zugleich wurde der Siebenliter- durch einen Sechsliter-V8-Motor ersetzt; auf Wunsch war der Diesel-V8 von Oldsmobile mit 5,7 Liter Hubraum lieferbar. Erstmals gab es den Fleetwood Brougham auch als zweitüriges Coupé.

Nur 1981 zählte der modulare, sogenannte V8-6-4-Motor mit 6 Liter Hubraum und Zylinderabschaltung zur Serienausstattung; auf Wunsch war ein 4,1-Liter-V6 oder weiterhin der Diesel erhältlich. Ab 1982 gehörte ein neuer, von Cadillac selbst entwickelter 4,1-Liter-V8 zur Grundausstattung und der V6 entfiel.

Als zum Modelljahr 1985 der Fleetwood (gemeinsam mit dem Cadillac DeVille) erneut verkleinert und auf Frontantrieb umgestellt wurde, blieb der bisherige Fleetwood Brougham als eigenständiges Modell weiterhin im Cadillac-Sortiment und hieß ab Modelljahr 1987 einfach Cadillac Brougham. 1986 entfielen das Fleetwood-Brougham-Coupé und der Dieselmotor; der 4,1-Liter-V8 wurde durch einen Fünfliter-Motor (307 cui) von Oldsmobile ersetzt.

Das große Modell mit Hinterradantrieb blieb bis 1992 in Produktion und wurde im Herbst 1992 von dem wieder auf Hinterradantrieb umgestellten Cadillac Fleetwood auf der General-Motors-D-Plattform abgelöst, der mit dem Chevrolet Caprice der Zeit verwandt war.

Daten Cadillac Fleetwood Brougham (1977–1986) ModelljahrHubraum (cm³)Leistung (PS)Radstand (cm)Länge (cm)Leergewicht (kg)Preis (US-$)Stückzahl 1977 6966 183–198 308,6 561,8 1966 11.546 28.000 1978 6966 5737 (Diesel) 183–198 127 1954 12.292 36.800 1979 1925 13.446 42.200 1980 6032 5737 (Diesel) 152 106 308,4 561,3 1823 14.927 31.959 1981 6032 5737 (Diesel) 4130 (V6) 142 106 127 1746 15.777 nicht bekannt 1982 4081 (V8) 5737 (Diesel) 4130 (V6) 127 106 127 1733 17.931 1983 4081 (V8) 5737 (Diesel) 137 106 1806 18.688 1984 19.942 1985 1754 21.219 61.296 1986 5031 142 1787 21.265 49.115

Repräsentationsfahrzeug: Fleetwood Limousine

Vom Fleetwood Brougham leitete Cadillac eine Repräsentionslimousine ab, die ab 1977 als Achtsitzer unter der Bezeichnung Fleetwood Limousine und als Siebensitzer mit Trennwand als Fleetwood Formal Limousine verkauft wurde. Die Fleetwood Limousinen ersetzten die bisherige Series 75. Den Antrieb übernahm auch hier in den ersten Jahren ein Siebenliter-V8; ab dem Modelljahr 1980 kam der 6,0-Liter-Motor zum Einsatz, der bis zur Einstellung der Fleetwood Limousinen die einzige Antriebsquelle blieb. In den Modelljahren 1982/83 war er mit Zylinderabschaltung versehen (sogenannter V8-6-4-Motor). Bis 1984 entstanden 13.270 Fleetwood Limousinen. Außerdem gehörten nach wie vor – mit nochmals verlängertem Radstand – die Commercial Chassis zu dieser Baureihe, d. h. teilkarossierte Fahrgestelle, die von unabhängigen Herstellern zu Kranken- oder Bestattungsautos umgebaut wurden.

Literatur Sieber, Mary und Buttolph, Ken: Standard Catalog of Cadillac 1903–1990. Krause Publications, Iola 1991, ISBN 0-87341-174-9.

Weblinks

Kategorie:Limousine