Domenico Bartolini (* 16. Mai 1813 in Rom; † 2. Oktober 1887 in Florenz) war ein Kurienkardinal der katholischen Kirche.
Leben Er war der außereheliche Sohn eines Händlers aus der Kampagnien und studierte am römischen Seminar. Als Kanoniker der Basilika San Marco machte er 1843 bedeutende archäologische Entdeckungen. 1847 wurde er Kanoniker der Lateranbasilika. Von 1851 bis 1857 war er Relator der Sacra Congregazione della Consulta. 1858 wurde er zum Apostolischen Protonotar ernannt. 1861 wurde er zusätzlich Sekretär der Ritenkongregation.
Papst Pius IX. erhob ihn im Konsistorium vom 18. März 1875 zum Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Nicola in Carcere. 1876 wechselte er zu San Marco. Bartolini war 1878–1886 Präfekt der Rituskongregation. Im Jahre 1878 nahm er am Konklave teil, das Papst Leo XIII. wählte. Unter diesem Papst war er vom 15. Juli 1878 bis zu seinem Tode Präfekt der Ritenkongregation. Von Januar 1886 bis März 1887 war er Kämmerer des Heiligen Kardinalskollegiums.
Er verstarb während eines dienstlichen Aufenthalts in Florenz im Prozess der Heiligsprechung der Gründer des Ordens der Serviten. Er wurde in der dortigen Kathedrale aufgebahrt und zunächst in Florenz im Kloster Santissima Annunziata beigesetzt. Später wurden seine sterblichen Überreste in das Kloster Montecassino übergeführt.
Bartolini verfasste einige archäologische, hagiographische und geschichtliche Schriften.
Literatur Alejandro Maria Dieguez: Domenico Bartolini. In: Stefan Heid, Martin Dennert (Hrsg.): Personenlexikon zur Christlichen Archäologie. Forscher und Persönlichkeiten vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2620-0, Band 1, S. 128 f.
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