Die Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (BIG) entwickelt, baut, erhält und revitalisiert mehr als 2000 Liegenschaften. Sie ist eine der größten Immobilieneigentümerinnen Österreichs. Seit 2019 ist die BIG eine Tochtergesellschaft der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG). Die ÖBAG steht im Eigentum der Republik Österreich. Neben dem Hauptsitz in Wien gibt es acht weitere Standorte in Österreich.
Geschichte Mit der Verabschiedung des BIG-Gesetzes am 17. Juli 1992 wurde die Grundlage für die Gründung der Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. geschaffen. Zuvor hatte die Verwaltung aller (zivilen) Bundesgebäude in den einzelnen Bundesländern in den Händen der Bundesgebäudeverwaltung I gelegen.Reorganisation durch Gesellschaft. Interimsleiter für die Bundesgebäudeverwaltung. In: Arbeiter-Zeitung, 15. Oktober 1981, S. 2. Zunächst wurde der BIG ein Teil des Immobilienbestandes des Bundes im Fruchtgenuss übertragen. Der Schwerpunkt lag dabei auf Gebäuden für Bundesschulen und Universitäten. Erst mit der Schaffung des neuen Bundesimmobiliengesetzes im Dezember 2000 wurde der BIG auch der Ankauf von Liegenschaften ermöglicht und der Auftrag zur Neuerrichtung von Bundesgebäuden sowie der Verwertung nicht mehr benötigter Liegenschaften erteilt.
In weiterer Folge wurde im Juni 2006 die bis dahin als Tochtergesellschaft geführte Immobilienmanagementgesellschaft des Bundes m.b.H., in welche die ehemaligen Mitarbeiter der Bundesgebäudeverwaltung I übernommen worden waren, in das Unternehmen eingegliedert.
Im Jahr 2012 gründete die BIG die ARE Austrian Real Estate als hundertprozentige Tochtergesellschaft, welche sich mit Büro- und Wohnimmobilien am Markt positioniert, mit dem Ziel der Steigerung des Drittmieteranteils.
Universitätsbau Von 2009 bis 2013 errichtete die BIG gemeinsam mit der Wirtschaftsuniversität Wien den neuen Campus WU in Wien. Das Library & Learning Center wurde von der Architektin Zaha Hadid entworfen.
2011 errichtete das Unternehmen den Unipark Nonntal für die Kultur- und Geisteswissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg; erstmals wurde eine Geothermieanlage zur Wärmeversorgung eingesetzt.
2021 stellte die BIG das Biologiezentrum der Universität Wien in St. Marx fertig, bei welchem erstmals in einem Forschungsgebäude Laborluft zur Wärmerückgewinnung genutzt wurde. 2022 wurde der neue Med Uni Campus in Graz nach zehn Jahren Bauzeit fertiggestellt. Der Campus wurde entsprechend den Nachhaltigkeitskriterien der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft gebaut.
2022 sanierte und modernisierte die BIG zudem den Campus Akademie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in der Innenstadt von Wien. 2023 begann ein weiteres Großprojekt mit dem Bau eines neuen Campus (Campus Mariannengasse) im 9. Wiener Gemeindebezirk für die Medizinische Universität Wien. Neben mehreren Hörsälen und Laboren entsteht zudem eine Fernkältezentrale für die Energieversorgung umliegender Gebäude.
Im Juni 2024 erfolgte der Spatenstich für das Graz Center of Physics, das die Physikinstitute der Universität Graz und der Technischen Universität Graz an einem gemeinsamen Standort zusammenführen soll. Im Frühjahr 2025 folgte der Spatenstich für das Haus der Physik am Campus Technikerstraße der Universität Innsbruck, in dem die Physikinstitute der Universität vereint werden sollen.
Schulbau mini|rechts|Bundesrealgymnasium Lessinggasse Insgesamt besitzt und betreut die BIG über 400 Schulliegenschaften in Österreich. Die HTBLA Hallstatt wurde 2015 saniert und erweitert. Die AHS Wien West wurde 2018 auf dem ehemaligen Gelände einer Kaserne neu errichtet, in der denkmalgeschützten einstigen Reithalle entstanden zwei Turnhallen.
Die HBLA Pitzelstätten wurde bis 2019 generalsaniert und um einen zweigeschoßigen Neubau in Holzmassivbauweise erweitert. Von 2016 bis 2020 sanierte und erweiterte die BIG das BRG/BORG Lessinggasse in Wien. Die Pädagogische Hochschule Tirol wurde in den Jahren 2018 bis 2021 saniert und erweitert, wodurch aus 17 Standorten einer wurde.
Die HTL Bau & Design Innsbruck bekam 2021 ein neues Obergeschoß in überwiegender Holzmassivbauweise. Das für rund 28 Millionen Euro neu gebaute BG/BRG Sillgasse in Innsbruck wurde ebenfalls 2021 fertiggestellt.
2022, zum dreißigjährigen Bestehen des Unternehmens, veranstaltete die Bundesimmobiliengesellschaft eine Jubiläumsveranstaltung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Der ehemalige Vizekanzler Joschka Fischer war hierbei Gastredner und thematisierte neben dem Klimawandel und der Zukunft Europas auch die Rolle der Bundesimmobiliengesellschaft als Errichter von Bildungsstätten.
Im 18. Wiener Gemeindebezirk wurden zwei ehemalige Krankenhausareale für den Schulbetrieb umgebaut: Das denkmalgeschützte frühere Orthopädische Krankenhaus Gersthof wurde zum Bildungscampus Gersthof mit 23 Stammklassen umgestaltet und im Juni 2025 eröffnet. Auf dem Areal der ehemaligen Semmelweis-Frauenklinik entsteht eine Höhere Bundeslehranstalt und Bundesfachschule für wirtschaftliche Berufe (Stand: 2025). Seit dem Frühjahr 2025 errichtet die BIG in Favoriten das Ballsportgymnasium Viola Park.
2025 wurde das BRG Schoren in Dornbirn aufgestockt und um acht Stammklassen erweitert. Die Handelsakademie und Handelsschule Bregenz wurde um einen Holzbau mit rund 1900 m² Fläche im Innenhof erweitert; die dadurch entstandenen Innenhöfe wurden entsiegelt und naturnah bepflanzt.
2025 wurde die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien um das „Gärtnerhaus“ erweitert, ein Seminar- und Bürogebäude, bei dem überwiegend biobasierte Materialien wie Holz, Stroh, Lehm und Hanf verwendet wurden. Das BRG Gröhrmühlgasse in Wiener Neustadt wurde bis 2024 generalsaniert, dabei wurde die angrenzende denkmalgeschützte Burkhardvilla als Verwaltungsbereich adaptiert.
Im Dezember 2024 begann der Neubau des Bundesschulzentrums Völkermarkt, in dem das Alpen-Adria-Gymnasium und die Handelsakademie Völkermarkt zusammengeführt werden. Im Mai 2026 erfolgte der Spatenstich für eine neue AHS in Gerasdorf bei Wien mit 36 Stammklassen, die von der BIG im Auftrag des Bildungsministeriums errichtet wird.
Leerstehende Gebäude der BIG wurden wiederholt zwischengenutzt; 2022 stellte das Unternehmen beispielsweise ein Bürogebäude in Wien-Simmering für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung.
Spezialimmobilien mini|rechts|Justizpalast Wien In den Unternehmensbereich Spezialimmobilien fallen rund 800 Liegenschaften mit besonderem Sicherheitsaspekt wie Justizanstalten, Gerichtsgebäude oder Spezialeinrichtungen des Innenministeriums sowie Sonderimmobilien.
2012 wurde das Justizzentrum Korneuburg mit dem Neubau für das Landes- und Bezirksgericht, die Staatsanwaltschaft und die Justizanstalt fertiggestellt. 2013 folgten die Neubauten für Gericht und Justizanstalt des Justizzentrums in Eisenstadt. Von 2015 bis 2018 erfolgte die Sanierung und Erweiterung des Justizgebäudes Salzburg. 2022 stellte die BIG in Süßenbrunn ein Polizei-Einsatztrainings-Zentrum für das Bundesministerium für Inneres fertig.
2024 wurde ein neuer Stützpunkt der Flugpolizei am Flugplatz Wiener Neustadt/Ost eröffnet.
Weitere Bauten Von 2023 bis 2025 war die Bundesimmobiliengesellschaft an der Sanierung der für die Weltausstellung 1873 errichteten Praterateliers im Wiener Prater beteiligt. Ebenso betreut sie die Sanierung des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien, die 2026 abgeschlossen werden soll.
Unternehmensstruktur Die Bundesimmobiliengesellschaft ist Teil der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG). Geschäftsführer sind Gerald Beck und Christine Dornaus,Bundesimmobiliengesellschaft: Geschäftsbericht für den Berichtszeitraum 01.01.2025 bis 31.12.2025. zum Aufsichtsrat der Bundesimmobiliengesellschaft gehören Klaus Kumpfmüller, Martin Holzinger, Andreas Ludwig, Ulrike Rauch-Keschmann, Ilia Dib, Christine Haslauer, Thomas Rasch, Daniela Böckl und Jürgen Krausler. Aufgabe des Unternehmens ist die marktkonforme Deckung der Raumbedürfnisse in Österreich sowie die Errichtung, Bewirtschaftung, Verwaltung und Instandhaltung von Gebäuden und Neubauten.
Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte das Unternehmen 1279 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 1,62 Milliarden Euro. Rund 915 Millionen Euro wurden 2025 in Neubau, Generalsanierung und Instandhaltung der Bestandsimmobilien sowie in Projektentwicklungen investiert. Für das Geschäftsjahr 2022 wurde der Republik Österreich eine Rekorddividende von 265 Millionen Euro ausgezahlt.BIG-Gewinn bringt der Republik eine Rekorddividende. In: Oberösterreichische Nachrichten, 20. April 2023.
Beteiligungen (Auswahl)
ARE Austrian Real Estate GmbH (100 %) ARE Austrian Real Estate Development GmbH (100 %) ARE Holding GmbH (100 %) ARE Beteiligungen GmbH (100 %) BIG Beteiligungs GmbH (100 %) Campus WU GmbH (51 %)
Liegenschaften Die Bundesimmobiliengesellschaft ist Eigentümerin von über 2000 Liegenschaften mit ca. 7,8 Millionen Quadratmetern vermietbarer Fläche. Dazu gehören unter anderem hunderte Schul- und Universitätsliegenschaften in ganz Österreich, Immobilien mit besonderem Sicherheitsaspekt und Sonderimmobilien sowie Büro- und Wohnimmobilien. Aufgabe des Unternehmens ist die marktkonforme Deckung der Raumbedürfnisse der Republik Österreich sowie die Errichtung, Bewirtschaftung, Verwaltung und Instandhaltung von Gebäuden und Neubauten. Hierzu zählen unter anderem die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen der Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Otto-Wagner-Postsparkasse und des Parlamentsgebäudes.
Auszug: mini|rechts|Justizgebäude Salzburg mini|rechts|Universitätsbibliothek Graz Justizpalast Palais Epstein Hauptgebäude der Universität Wien Campus WU Technische Universität Wien Wiener Postsparkasse Universität für Bodenkultur Wien Universität für angewandte Kunst Wien Österreichische Akademie der Wissenschaften Universitätssternwarte Wien Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien Akademisches Gymnasium Wien Bundesrealgymnasium Lessinggasse Justizzentrum Korneuburg Pädagogische Hochschule Niederösterreich GeoSphere Austria Universität Graz Universitätsbibliothek Graz Technische Universität Graz Universität Linz Science Park JKU Linz Kollegienkirche (Salzburg) Pädagogische Hochschule Salzburg Universität Mozarteum Salzburg HTBLA Hallstatt Universität Innsbruck Ferrarischule HTL Bau und Design Innsbruck Universität Klagenfurt Schloss Pitzelstätten Justizanstalt Eisenstadt TrIIIple Towers
Dienstleistungen Die Bundesimmobiliengesellschaft erbringt Dienstleistungen sowohl für eigene Liegenschaften als auch für Dritte, wie beispielsweise für Gemeinden und staatsnahe Organisationen. 2023 wurde die Sanierung und Erweiterung der Volksschule Hafnerplatz in Krems fertiggestellt, die Bundesimmobiliengesellschaft übernahm dabei das Bauprojektmanagement. Ebenfalls 2023 fertiggestellt wurden die neue Dreifachsporthalle in Waidhofen an der Ybbs und das Wienerwaldgymnasium Tullnerbach. Das österreichische Parlamentsgebäude wurde in Zusammenarbeit mit der Parlamentsdirektion saniert.
Die Dienstleistungen der BIG umfassen Beratung, Standortbewertungen, Studien und Nutzungsszenarien, Planung, Baumanagement, technische und kaufmännische Hausverwaltung, Betriebsführung und Umsetzung von Energiesparmaßnahmen, beispielsweise im Bundesamtsgebäude in der Radetzkystraße oder der TU Wien. 2023 gründeten BIG und Pocket House ein gemeinsames Joint Venture, um sowohl vorhandene Liegenschaften und Immobilien als auch das Gebäude- und Quartiersmanagement zu digitalisieren. Gemeinsam mit DiLT Analytics, einem Spin-off der Technischen Universität Graz, entwickelt und erprobt die BIG die KI-Softwareplattform „FaciliMind“ zur datenbasierten Betriebsoptimierung von Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen in Bestandsgebäuden. Das Projekt erhielt den ÖGUT-Umweltpreis 2025, den CO₂-Countdown-Award 2025 und den DREA Award 2025.
Nachhaltigkeit