mini|hochkant|Synagoge in Karlsbad, Postkarte um 1900 mini|Nürnberg mit Synagoge, Postkarte um 1900 mini|Synagoge in Heilbronn. Äußere Ansicht. mini|Alte Synagoge in Ulm Christoph Adolf Wolff (* 10. August 1832 in Wäldenbronn; † 29. März 1885 in Stuttgart) war ein deutscher Architekt und Stadtbaurat in Stuttgart.
Leben Wolff wurde als Sohn von Christoph Friedrich Wolff (1789–1845) und seiner Frau Juliane Jakobine Seitz (1796–1859) in Wäldenbronn geboren und absolvierte ein Studium am Stuttgarter Polytechnikum bei Professor Gustav Adolf Breymann. Breymann selbst war mit dem Bau der Stuttgarter Synagoge beauftragt worden. Aufgrund des frühzeitigen Tods des Baumeisters am 17. August 1859 vollendete Wolff die Stuttgarter Synagoge. Danach erhielt er 1863 als Stadtbaumeister in Stuttgart den Auftrag, die Synagoge in Crailsheim umzubauen. 1864 heiratete er in Stuttgart Elise geborene Herter (1843–1894); aus der Ehe ging eine Tochter, Eugenie, hervor.
1869 errichtete Wolff die Synagoge in Ulm. 1870 siedelte er nach Nürnberg über und erbaute die Nürnberger Synagoge am Hans-Sachs-Platz, wobei er zwei Jahre später zum Stadtbaurat von Nürnberg ernannt wurde. 1873 wurde er Stadtbaurat in Stuttgart. In den Jahren 1873 bis 1877 baute er die Heilbronner Synagoge. 1878 vollendete er die Synagoge in Karlsbad, und 1887 wurde die Große Synagoge in Łódź, die als Vorbild die Königsberger Synagoge hatte und von Izrael Poznański finanziert worden war, nach seinen Plänen fertiggestellt. Er soll auch in Prag und in Russland viele Sakralbauten errichtet haben.
Wolff wird in vielen Nachschlagewerken als jüdischer Architekt aufgeführt, war aber kein Jude, auch wenn er viele Synagogen baute. Seit etwa 1878 hatte er große Gesundheitsprobleme. Nach seinem frühen Tod 1885 wurde er im christlichen Teil des Stuttgarter Pragfriedhofs beigesetzt.
Zu den öffentlichen Bauten, die er ausführte oder an denen er beteiligt war, gehören u. a. der Stuttgarter Bahnhof, abgerufen am 11. Januar 2013 und das Karls-Gymnasium Stuttgart., abgerufen am 11. Januar 2013
Werke
Bauten 1859–1861: Synagoge in Stuttgart (nach Vorentwürfen von Gustav Adolf Breymann († 1859)) 1863: Synagoge in Crailsheim (nach Vorentwürfen von Häfne) 1863–1868: Umbau und Erweiterung des Centralbahnhofs in Stuttgart (unter Beteiligung von Georg Morlok und Carl Julius Abel; nicht erhalten) 1869: Synagoge in Ulm 1869–1874: Synagoge in Nürnberg 1873–1877: Synagoge in Heilbronn 1874: Johannes-Schule in Stuttgart, Johannesstraße 6/8 1874–1878: Synagoge in Karlsbad 1876–1878: Stöckach-Schule in Stuttgart, Sickstraße 18 1876–1881: Matthäuskirche in Stuttgart-Heslach, Möhringer Straße 52 (nach den Plänen von Konrad Dollinger; gemeinsam mit den Architekten Stahl und Schiele)Matthäuskirche, abgerufen am 11. Januar 2013 1877: eigenes Wohnhaus in Stuttgart, Alexanderstraße 8 (heute 8a) 1877–1878: Volksschule in Stuttgart-Heslach (nicht erhalten) 1878: Fabrikgebäude einer Weberei in Lodz für den Unternehmer Israel Poznanski (vermutlich mit Hilary Majewski) 1881: Städtische Gewerbehalle in Stuttgart, Gewerbehallenplatz (nicht erhalten)Centralblatt der Bauverwaltung, 5. Jahrgang 1885, Nr. 16 (vom 18. April 1885), S. 164. (Digitalisat) 1881–1883: Einfriedung und Tor zur Kapelle auf dem israelitischen Teil des Pragfriedhofs in Stuttgart 1883–1884: gusseiserner Pavillon zur Überdachung des Bopserbrunnens in Stuttgart, Hohenheimer Straße 1883–1885: Karls-Gymnasium in Stuttgart, Tübinger Straße 38 1883–1887: Große Reform-Synagoge in Łódź 1884–1886: Jakob-Schule in Stuttgart, Jakobstraße 11 (gemeinsam mit P. Burkhardt), Landeshauptstadt Stuttgart (PDF; 490 kB), abgerufen am 11. Januar 2013 sowie mindestens eine weitere Synagoge in Russland (bzw. im Weichselland)
Schriften Informationen über die Ziegelfabrikation im Vereinsgebiet. In: Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart. W. Kohlhammer’sche Buchdruckerei. Stuttgart 1876, S. 24–25. (online)
Literatur
Gabriele Holthuis: Die Synagoge in Heilbronn „Eine wirklich neue und erhebliche Sehenswürdigkeit“. In: Christhard Schrenk (Hrsg.): Jüdisches Leben in Heilbronn. Skizzen einer tausendjährigen Geschichte. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 2022 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn; 53), ISBN 978-3-940646-34-7, S. 99–150.
Weblinks
Kurzbiographie bei alemannia-judaica.de (PDF; 22 kB) Werke von Adolf Wolff in den Digitalen Sammlungen der Universitätsbibliothek Stuttgart
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtplaner (Baden-Württemberg) Kategorie:Architekt (Deutschland)
Kategorie:Stadtbaurat Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1832 Kategorie:Gestorben 1885 Kategorie:Mann