Der Cadillac Series 61 war ein Oberklassefahrzeug des US-amerikanischen Automobilhersteller General Motors, das in den Modelljahren 1939 sowie von 1941 bis 1951 unter der Konzernmarke Cadillac angeboten wurde. Der Series 61 war in dieser Zeit üblicherweise Cadillacs preiswerteste Baureihe, die die Rolle des Einsteigermodells übernahm.

Modellgeschichte Nach einer 1936 vollzogenen Neuordnung des Modellprogramms gliederte sich Cadillacs Angebot in die Achtzylinder-Reihen Series 60, Series 70 und Series 75; darüber rangierten die Series 80 und Series 85 (jeweils mit Zwölfzylindermotoren) und der luxuriöse Series 90 mit V16-Motor. Der Series 60 war in dieser Zeit das Basismodell. Zum Modelljahr 1939 löste der Series 61 Series 60 ab; auch der Series 61 war zu dieser Zeit der preisgünstigste Cadillac. Nach nur einem Jahr stellte Cadillac die Produktion des Series 61 Ende 1939 ein; seine Rolle als Einsteigermodell übernahm 1940 der Series 62. Ein Jahr lang gab es daraufhin keinen Series 61 im Cadillac-Programm. Ab dem Modelljahr 1941 erlebte der Series 61 ein Comeback, wiederum als preisgünstigstes Cadillac-Modell; er diente nun als Ersatz für die mittlerweile eingestellte Schwestermarke LaSalle, die von 1927 bis 1940 unter Cadillac-Leitung preiswertere Modelle der oberen Mittelklasse angeboten hatte. Der Series 61 war daraufhin unterhalb der Series 62 positioniert. Mit Ablauf des Modelljahrs 1951 stellte Cadillac den Series 61 ein. Danach rutschte der Series 62 in die Rolle des Basismodells, das er bis zu seiner Einstellung 1964 innehatte.

Übersicht über die einzelnen Baureihen

Erste Generation: 1939 und 1941

Das Design der ersten Series-61-Generation stammte von Rick Dore. Angetrieben wurde er von dem unverändert aus dem Vorgänger übernommenen 5,7-Liter-V8 mit stehenden Ventilen und 135 PS. Angeboten wurden zweitürige Coupés und Cabriolets und ein fünfsitziger Touring Sedan (auf Wunsch auch mit Trennscheibe) sowie ein Viertürer-Cabriolet. Der Radstand des 61 betrug 320 cm (+5 cm im Vergleich zum Series 60 des Vorjahres). Vom Series 61 entstanden in den 12 Monaten seiner ersten Einführung 5913 Stück; sämtliche Karosserien stammten von Fisher Bodies.

Nach der Wiedereinführung der Series 61 zum Modelljahr 1941 wurden bei unverändertem Radstand und Technik (allerdings leistete der 5,7-Liter-V8 nun 150 PS) ein Coupé und eine viertürige Limousine im Fließheck-Design angeboten, jeweils in Basis- und DeLuxe-Ausführung. Die Frontgestaltung war geringfügig überarbeitet worden.

Zweite Generation: 1942–1947

Zum Modelljahr 1942 brachte Cadillac eine neue Generation des Series 61 heraus. Der neue 61 war auf der GM-B Plattform aufgebaut, die er sich mit diverses Modellen von Buick, Oldsmobile und Pontiac teilte. Parallel dazu kam auf ein neuer Series 62 auf der etwas größeren C-Plattform auf den Markt. Der Series 62 hat einen 77 mm längeren Radstand als der Series 61. Abgesehen davon stimmen beide Baureihen technisch und stilistisch nahezu überein.

Die Karosserien wurden neu gestaltet. Die Kotflügel dieser Generation sind stark ausgeprägt. Die vorderen Kotflügel reichen mit ihren Ausläufern bis in die vorderen Türen hinein, die hinteren bei der Limousine in die hinteren Türen. Die Autos haben keine seitlichen Trittbretter mehr. Die Verkleidung der Kühlluftöffnung ist ein grobmaschiges Gitter mit breiten senk- und waagerechten Streben. Dieses Muster wurde später zum Eggcrate Grill (Eierkastengrill) weiterentwickelt, der im Laufe der Jahre markentypisch für Cadillac werden sollte. Die Verkleidung reicht bis an die äußeren Seiten des Fahrzeugs; sie schließt die vorderen Blinker ein. Die Motorisierung wurde unverändert aus der ersten Generation übernommen.

Im aufgrund des Kriegseintritts der USA verkürzten Modelljahr 1942 umfasste die Baureihe lediglich ein Club Coupé und eine Limousine in einer Ausstattungsstufe. Als Cadillac nach Kriegsende im Mai 1946 die Produktion wieder aufnahm, gab es auch den 61 in unveränderter Gestalt wieder.

Dritte Generation: 1948–1951

Zum Modelljahr 1948 erschien die dritte Generation des Series 61. Sein Radstand wurde für die Modelljahre 1948 und 1949 an den des Series 62 angeglichen; auch die Abmessungen beider Baureihen stimmten nun überein, so dass der Series 61 nur noch eine schwächer ausgestattete Version des ansonsten baugleichen 62 darstellte. Zum Modelljahr 1950 stellte Cadillac den Series 61 wieder auf einen kürzeren Radstand, sodass auch die Gesamtlänge zurückging. Mit dem Modellwechsel 1948 erhielt der 61, wie alle Cadillacs, eine neue, von Harley Earl entworfene Karosserie im Pontonstil mit ersten Heckflossen-Ansätzen. Das Karosserieangebot wurde reduziert: In der Series 61 gab es nur noch das Coupé und die viertürige Limousine; ein Cabriolet entfiel. Als Antrieb diente im ersten Modelljahr der auf die Vorkriegszeit zurückgehende Achtzylinder-V-Motor mit 5,7-Liter Hubraum. Er wurde ab dem Modelljahr 1949 durch einen neuen 5,4-Liter-V8 mit hängenden Ventilen (160 PS) ersetzt.

Auf der Basis eines 1950er Cadillac Series 61 baute der US-amerikanische Rennfahrer Briggs Cunningham den Rennwagen Cunningham Le Monstre (auch: Cunningham Spider), mit dem er am 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1950 teilnahm.Cadillac Le Monstre auf radical-mag.com (abgerufen am 15. April 2025).

Von 1941 bis 1951 entstanden, ausschließlich mit Fisher-Karosserie, insgesamt 108.737 Exemplare des 61.

Daten + Daten Cadillac Series 61 (1939 und 1941–1951)ModelljahrHubraum (cm³)Leistung (PS)Radstand (cm)Preis (US-$)Stückzahl 1939 5671 135 320 1695–2265 5913 1940 nicht im Programm 1941 5671 150 320 1345–1535 29.258 1942 1560–1647 5700… 1946 2052–2176 Coupé: 800 Lim.: 2201 1947 2200–2324 Coupé: 3395 Lim.: 5160 1948 2728–2833 Coupé: 3521 Lim.: 5082 1949 5425 160 2788–2893 Coupé: 6409 Lim.: 15.739 1950 310 2761–2866 Coupé: 11.839 Lim.: 14.933 1951 2810–2917 Coupé: 2400 Lim.: 2300 Im Zeitraum von 1942 bis 1946 gab es aufgrund des Zweiten Weltkrieges nur eine eingeschränkte zivile Fahrzeugproduktion.

Literatur Georg Amtmann: Cadillac. Lechner Verlag, Genf 1990, ISBN 3-85049-071-8 Richard M. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980, New York (Beekman House) 1984, ISBN 0-517-42462-2. Mary Sieber, Ken Buttolph: Standard Catalog of Cadillac 1903–1990. Krause Publications, Iola 1991, ISBN 0-87341-174-9, hier: S. 214–233.

Weblinks

Einzelnachweise

Series 061 Kategorie:Fahrzeug der Oberklasse Kategorie:Limousine Kategorie:Coupé Kategorie:Cabriolet