miniatur|hochkant|Maria Paudler um 1928 auf einer Fotografie von Alexander Binder Maria Therese Paudler (* 20. Juni 1905 in Bodenbach, Böhmen, Österreich-Ungarn;Vgl. BArch R 9361-V/124930: Sachakte Personenbezogene Unterlagen der Reichskulturkammer (RKK). † 17. August 1990 in München) war eine deutsche Schauspielerin.
Leben Die aus dem Sudetenland stammende Tochter eines Architekten besuchte zunächst eine Handels- und Nähschule. Auf Empfehlung des Schauspielers Wilhelm Klitsch ging sie gegen Ende des Ersten Weltkriegs zur Schauspielausbildung an die Akademie für Musik und darstellende Kunst in Prag.
In Aussig erhielt die 16-Jährige mit Gretchen in Gothes Faust Teil 1 im Oktober 1921 unter der Regie von Alfred Huttig (1882–1952) ihre erste Rolle.Vgl. Sozialdemokrat, 12.10.1921, S. 5: „Kunst und Wissen.“ Dann agierte sie am Landestheater Prag, und 1923 holte sie Leopold Jessner als Partnerin von Alexander Moissi nach Berlin ans Preußische Staatstheater. Seit 1926 sah man sie vier Jahre lang regelmäßig in Kinofilmen. Nach ihrem Debütfilm „Die vom anderen Ufer“ spielte sie in den 20er-Jahren zahlreiche starke Frauenrollen u. a. in „Mein Freund Harry“ (1927).
1930 brachten sie Engagements unter anderem an die Berliner Spielstätten Komödienhaus und die Volksbühne sowie an das Wiener Theater in der Josefstadt und an das Deutsche Theater nach München. Im Film war sie nur noch sporadisch vertreten, meist nur noch in Nebenrollen. Ihre Karriere im Deutschen Reich beschloss sie 1941 mit der Rolle einer Tante der Hauptdarstellerin Heli Finkenzeller im schwankhaften Lustspiel „Ehe man Ehemann wird“.Vgl. Filmkritik in: Bochumer Anzeiger, 17.1.1942, S. 7.
Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland 1945 ging Maria Paudler nach Dresden, wo sie bis 1948 sowohl auftrat als auch inszenierte. 1949 bis 1951 war sie nach einem schweren Autounfall zu einer Pause gezwungen, da Erblindungsgefahr bestand. 1950 kam sie aus der DDR über Berlin nach Hamburg. Zeitweilig leitete sie ein eigenes Tourneetheater. In späteren Jahren sah man sie oft in Fernsehproduktionen, wie Der Kommissar und 1985 in Polizeiinspektion 1, ihrer letzten Rolle. 1968 wurde sie mit einem Bambi ausgezeichnet, 1982 erhielt sie für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film das Filmband in Gold.
Maria Paudler war in erster Ehe mit dem Schauspieler Georg Mark-Czimeg verheiratet, danach mit dem Schauspieler Harry Liedtke liiert. Aus ihrer zweiten Ehe mit dem Regisseur und Schauspieler Kurt Skalden (1895–1975) stammte ihr Sohn, der Schauspieler Norbert Skalden (1936–1981).
1977 veröffentlichte Paudler ihre Memoiren: …auch Lachen will gelernt sein.
Sie ruht auf dem Friedhof am Perlacher Forst.
Filmografie 1926: Der Jüngling aus der Konfektion 1926: Der Veilchenfresser 1926: Madame wünscht keine Kinder 1926: Man spielt nicht mit der Liebe 1927: Die Lorelei 1927: Wochenendzauber 1927: Das gefährliche Alter 1927: Der Bettelstudent 1927: Orientexpress 1927: Die indiskrete Frau 1927: Die weiße Spinne 1927: Kleinstadtsünder 1927: Mein Freund Harry 1928: Der Raub der Sabinerinnen 1928: Ein Mädel mit Temperament 1928: Dragonerliebchen 1928: Majestät schneidet Bubiköpfe 1928: Heiratsfieber 1928: Das letzte Fort 1929: Die fidele Herrenpartie 1929: Liebe im Schnee 1929: Das närrische Glück 1930: Ehestreik 1930: Oh Mädchen, mein Mädchen, wie lieb ich Dich 1930: Die große Sehnsucht 1930: Der Korvettenkapitän 1930: Zwei Welten 1931: Einer Frau muß man alles verzeih’n 1931: Der falsche Ehemann 1931: Solang’ noch ein Walzer von Strauß erklingt 1931: Strohwitwer 1933: Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt 1934: Der junge Baron Neuhaus 1936: Unsterbliche Melodien 1936: Junges Blut 1938: Das Verlegenheitskind 1938: Ein Mädchen geht an Land 1941: Ehe man Ehemann wird 1951: Professor Nachtfalter 1952: Einmal am Rhein 1953: Keine Angst vor großen Tieren 1954: Keine Angst vor Schwiegermüttern 1954: Eine Liebesgeschichte 1957: Ferien auf Immenhof 1958: Grabenplatz 17 1970: Miss Molly Mill (Fernsehserie, Folge: Bombenshow) 1984: Polizeiinspektion 1 (Fernsehserie, Folge: Zwei Furchen auf dem Sonnenberg)
Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 744. Maria Paudler: …auch Lachen will gelernt sein… Universitas Verlag, Berlin 1977, ISBN 3-8004-0843-0. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 161 f.
Weblinks
(mit Fotogalerie) Biografie bei cyranos.ch (mit Foto)
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