Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Stuttgart Fläche: 207,36 km² Gliederung: 4 Dekanatsbezirke mit 40 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: 112.348 (31. Dezember 2025) Adresse desKirchenkreises: Büchsenstraße 3370174 Stuttgart Stadtdekan: Søren Schwesig Karte 200px

Der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Er entstand durch kirchliches Gesetz vom 24. November 2004 mit Wirkung vom 1. Januar 2008 durch Vereinigung der bis dahin selbständigen Kirchenbezirke Stuttgart, Bad Cannstatt, Degerloch und Zuffenhausen, deren Gesamtrechtsnachfolger er ist. Der Kirchenkreis Stuttgart gliedert sich im Gegensatz zu den anderen Kirchenbezirken, die jeweils nur aus einem deckungsgleichen Dekanat bestehen, in die vier Dekanatsbezirke Bad Cannstatt, Degerloch, Stuttgart und Zuffenhausen mit jeweils einem Dekan an der Spitze. Somit ist die Zahl der Dekanate in Württemberg seit 2008 nicht mehr identisch mit der Zahl der Kirchenbezirke.

Geographie Der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart liegt in der Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart. Bei ca. 112.348 Gemeindeglieder im Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart beträgt der Anteil an der Stuttgarter Gesamtbevölkerung ca. 23 %.

Nachbarkirchenbezirke Der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart grenzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten): Vaihingen-Ditzingen und Ludwigsburg (beide Prälatur Stuttgart), Waiblingen (Prälatur Heilbronn), Esslingen und Bernhausen (beide Prälatur Stuttgart) sowie Böblingen und Leonberg (beide Prälatur Reutlingen).

Geschichte Der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart entstand am 1. Januar 2008 durch Vereinigung der bis dahin selbständigen Kirchenbezirke Bad Cannstatt, Degerloch, Stuttgart und Zuffenhausen.

Um ein möglichst einheitliches Kirchenwesen innerhalb der Stadtgrenzen Stuttgarts zu schaffen, wurde bereits 1983 der Evangelische Stadtverband Stuttgart gegründet, dem die damaligen vier Stuttgarter Kirchenbezirke Stuttgart, Bad Cannstatt, Degerloch und Zuffenhausen angehörten. In ihm waren die Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen im Stadtgebiet Stuttgart (z. B. die Evangelische Gesellschaft und das Haus der Familie) mit Sitz und Stimme vertreten. Geleitet wurde der Stadtverband von einem gewählten Vorsitzenden. Das war jeweils einer der vier Dekane (seit 1999 war es der Dekan von Stuttgart Hans-Peter Ehrlich). Der Stadtverband war die Vorstufe des zum 1. Januar 2008 gegründeten Kirchenkreises Stuttgart. Der Evangelische Stadtverband Stuttgart wurde durch die Neubildung des Kirchenkreises Stuttgart gegenstandslos und somit entsprechend Artikel 4 des kirchlichen Gesetzes vom 24. November 2004 aufgehoben. Der jetzige Kirchenkreis Stuttgart ist somit auch Gesamtrechtsnachfolger des Stadtverbands Stuttgart.

Da der Kirchenkreis Stuttgart sowohl von der Zahl seiner Gemeindeglieder als auch räumlich sehr groß ist, wurde die Zahl der bisherigen Dekanate in Stuttgart als Aufsichtsbezirke für die Gemeindepfarrer bzw. Visitationsbezirke der Kirchengemeinden beibehalten. Die bisherigen Dekane im Stadtgebiet bleiben daher mit ihren bisherigen Befugnissen (als Visitatoren bzw. Dienstvorgesetzte) weiterhin im Amt. Der Kirchenkreis Stuttgart ist somit der einzige Kirchenkreis bzw. Kirchenbezirk Württembergs mit mehreren Dekanen. Lediglich im Kirchenbezirk Ravensburg gab es zwischen 1992 und 2003 schon einmal zwei Dekane (wobei der ehemalige Dekan in Friedrichshafen heute noch als Codekan fungiert).

Kirchengemeindeverband Bad Cannstatt Mit Wirkung vom 15. August 2008 haben sich die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Bad Cannstatt, bestehend aus den neun Kirchengemeinden Andreäkirchengemeinde, Blumhardtkirchengemeinde, Lutherkirchengemeinde, Sommerrainkirchengemeinde, Stadtkirchengemeinde, Steigkirchengemeinde, Steinhaldenfeldkirchengemeinde, Stephanuskirchengemeinde und Wichernkirchengemeinde sowie die Kirchengemeinden Stuttgart-Hedelfingen, Stuttgart-Hofen, Stuttgart-Mühlhausen, Stuttgart-Obertürkheim, Stuttgart-Rohracker/Frauenkopf, Stuttgart-Uhlbach und Stuttgart-Wangen zum Evangelischen Kirchengemeindeverband Bad Cannstatt (KGV Bad Cannstatt) zusammengeschlossen.

Der neuen Körperschaft des öffentlichen Rechts gehören somit fast alle Kirchengemeinden des früheren Kirchenbezirks Bad Cannstatt an. Nichtmitglieder des neuen Verbandes sind lediglich die Kirchengemeinden Stuttgart-Münster und Stuttgart-Neugereut sowie die Gesamtkirchengemeinde Untertürkheim, bestehend aus den drei Kirchengemeinden Gartenstadtkirchengemeinde Untertürkheim, Stadt- und Wallmerkirchengemeinde Untertürkheim und Kirchengemeinde Stuttgart-Rotenberg. Diese können jedoch gemäß § 2 der Verbandssatzung in den Verband aufgenommen werden.

Die Gründung des Verbandes beruht auf dem Kirchlichen Verbandgesetz der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Der Verband hat die Aufgabe der Koordination der Wahrnehmung der Rechte der Mitglieder im Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart sowie eine gemeinsame Verwaltung der einzelnen Mitgliedskirchengemeinden zu bilden. Die Organe des Verbands sind die Verbandsversammlung und der Verbandsvorstand. Die Verbandsversammlung besteht aus den Vorsitzenden der Verbandsmitglieder sowie dem Dekan, dem Schuldekan und dem Verbandsrechner.

Leitung des Kirchenkreises Die Leitung des Kirchenkreises Stuttgart obliegt der Kirchenkreissynode (diese entspricht der Bezirkssynode), dem Kirchenkreisausschuss, der aus Delegierten der vier Dekanatsbezirke von der Kirchenkreissynode gebildet wird, (dieser entspricht dem Kirchenbezirksausschuss – KBA) und dem Kollegium der vier Dekane. Der geschäftsführende Dekan des Kirchenkreises Stuttgart trägt den Titel Stadtdekan (bisher bereits inoffizielle Bezeichnung des Dekans von Stuttgart). Er leitet stets zugleich das Dekanat Stuttgart-Mitte. Alle vier Dekane haben einen Schwerpunkt-Zuständigkeitsbereich. Im Dekanatamt Zuffenhausen ist der Bereich Diakonie, in Bad Cannstatt die Ambulante Pflege der Diakoniestationen und in Degerloch die Bildung und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Stuttgart (ACK) angesiedelt. Das nähere regelt eine Geschäftsordnung für die Dekanatsämter, die vom Oberkirchenrat erlassen wird.

Für die Wahl der Kirchenkreissynode ist der Kirchenkreis Stuttgart in 11 Wahlbezirke eingeteilt. In jedem Wahlbezirk sind je nach Größe drei bis sechs Kirchenkreissynodale zu wählen.

Dekane des Kirchenkreises Stuttgart Stuttgart: 2008–2012: Hans-Peter Ehrlich (* 1948) seit 2013: Søren Schwesig (* 1963), Stadtdekan und Pfarrer an der Gedächtniskirche in Stuttgart Bad Cannstatt: 2008–2009: Gustav-Adolf Dinkelaker (1944–2011) seit 2010: Eckart Schultz-Berg (* 1960), Dekan und Pfarrer an der Stadtkirche in Bad Cannstatt Degerloch: 2008–2016: Dr. Wolfgang Röhl (* 1952) seit 2017: Kerstin Vogel-Hinrichs (* 1963), Dekanin und Pfarrerin an der Michaelskirche in Degerloch Zuffenhausen: 2008–2011: Wiebke Wähling (* 1947) 2012–2018: Klaus Käpplinger (* 1962) seit 2019: Elke Dangelmaier-Vinçon (* 1962), Dekanin und Pfarrerin an der Johanneskirche in Zuffenhausen

Kirchengemeinden Im Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart gibt es heute insgesamt 40 Kirchengemeinden. Das Dekanat Bad Cannstatt umfasst 14 Kirchengemeinden: Gesamtkirchengemeinde Bad Cannstatt (Lenore-Volz-, Luther-, Neugereut-Steinhaldenfeld-Hofen-, Stadt-, Steigkirchengemeinde), Gesamtkirchengemeinde Hedelfingen-Rohracker-Frauenkopf, Gesamtkirchengemeinde Obertürkheim-Uhlbach, Gesamtkirchengemeinde Untertürkheim (Stadt- und Wallmerkirchengemeinde, Gartenstadt, Rotenberg), Weinstock (Mühlhausen, Münster) und Wangen. Das Dekanat Degerloch umfasst 6 Kirchengemeinden: Degerloch, Möhringen und Fasanenhof, Rohr-Dürrlewang, Sarah (Heumaden, Riedenberg, Sillenbuch), Vaihingen sowie die Verbundkirchengemeinde Plieningen-Birkach (Asemwald, Birkach, Plieningen-Hohenheim, Schönberg). Das Dekanat Stuttgart umfasst 14 Kirchengemeinden, zusammengefasst in einer Gesamtkirchengemeinde: Botnang, Christus, Friedens, Heslach, Hospital, Leonhards, Ludwig-Hofacker, Magdalenen, Markus-Haigst, Nord, Ost, West, Petrus, Stifts sowie Thomas. Das Dekanat Zuffenhausen umfasst 6 Kirchengemeinden: Feuerbach, Gesamtkirchengemeinde Himmelsbogen (Himmelsleiter, Zazenhausen, Zuffenhausen, Stammheim), Weilimdorf. All diese Kirchengemeinden sind jedoch weiterhin rechtlich selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet. Auf eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Kirchen wurde weitgehend verzichtet, weil alle Kirchengebäude im Artikel Kirchen in Stuttgart beschrieben sind.

Kirchengemeinde Asemwald Die Kirchengemeinde Asemwald umfasst den Stadtteil Asemwald und das Gebiet zwischen Dinkelstraße und Filderhauptstraße des Stadtbezirks Plieningen. Kirchlich gehörte der in den 1960er Jahren entstandene Stadtteil Asemwald zunächst zur Kirchengemeinde und Pfarrei Plieningen, ab 1970 zu Hohenheim. Mit Wirkung vom 1. Januar 1975 wurde die Kirchengemeinde Hohenheim in zwei selbständige Kirchengemeinden, Asemwald und Hohenheim, aufgeteilt und beide in der ebenfalls neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Hohenheim zusammengeschlossen. Mit Wirkung vom 1. Januar 1985 wurde die Gesamtkirchengemeinde Hohenheim dann wieder aufgelöst. Das Pfarramt Asemwald betreut auch die am 1. April 1959 gebildete Kirchengemeinde Schönberg, wo es bereits seit 1958 eine eigene Kirche, die Himmelfahrtskirche, gibt, und die bis 1985 von der Pfarrei Birkach betreut wurde. 1997 wurde in Asemwald auch eine eigene Kirche, die Asemwaldkirche, erbaut.

Gesamtkirchengemeinde Bad Cannstatt Die Gesamtkirchengemeinde Bad Cannstatt (ca. 16.200) umfasst den Stadtbezirk Bad Cannstatt. Zur Gesamtkirchengemeinde Bad Cannstatt gehören heute die nachfolgenden neun Kirchengemeinden, wobei die Lutherkirchengemeinde um 1900, die Steigkirchengemeinde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 26. September 1928, die Andreä- (damals Winterhaldenkirchengemeinde) und die Wichernkirchengemeinde durch Bekanntmachung vom 19. Juli 1939, die Stephanus- und die Steinhaldenfeldkirchengemeinde durch Bekanntmachung vom 10. Juli 1957, die Blumhardtkirchengemeinde durch Bekanntmachung vom 17. Dezember 1965 und die Sommerrainkirchengemeinde 1988 gebildet wurden.

Andreäkirchengemeinde Bad Cannstatt mini|Evang. Andreäkirche Stuttgart-Bad Cannstatt Die Andreäkirchengemeinde Bad Cannstatt (ca. 2.000) umfasst den Südosten des Stadtbezirks Bad Cannstatt. Die Anfänge der Gemeinde gehen auf das Jahr 1906 zurück. Damals entstand im Gewann „Winterhalde“ ein neues Wohngebiet, das zunächst zur Lutherkirche gehörte. In einem Privathaus wurden 1906 die ersten Bibelstunden abgehalten und 1907 wurde ein Kindergarten eingerichtet, der 1908 einen Neubau erhielt. Hier fanden auch bald Gottesdienste statt. Der Raum wurde aber bald zu klein, so dass der Evangelische Verein Cannstatt eine ehemalige Kantine anmietete, in der die Gottesdienste abgehalten wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg konnte der Verein das Gebäude erwerben und in unmittelbarer Nachbarschaft 1919 eine provisorische Holzkirche errichten. Sie wurde als „Winterhaldenkirche“ bezeichnet und hatte 200 Sitzplätze. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 28. Juli 1939 wurde die Winterhaldengemeinde ebenso wie die Wichernkirchengemeinde von der Luthergemeinde abgetrennt und als weitere selbständige Teilkirchengemeinde der Gesamtkirchengemeinde Bad Cannstatt errichtet, nachdem das Kultministerium mit Schreiben vom 1. Juli 1939 die Winterhaldenkirchengemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt hatte. Gleichzeitig wurde das bisherige IV. Stadtpfarramt der Lutherkirche in Stadtpfarramt der Winterhaldenkirchengemeinde umbenannt.