Bakırköy ( für „Kupferdorf“; armenisch Բաքըրքյոյ) ist eine Stadtgemeinde (Belediye) im gleichnamigen Ilçe (Landkreis) der Provinz Istanbul in der türkischen Marmararegion und gleichzeitig ein Stadtbezirk der 1984 gebildeten Büyükşehir belediyesi İstanbul (Großstadtgemeinde/Metropolprovinz). Bakırköy ist seit der Gebietsreform ab 2013 an Fläche und Einwohnern identisch mit dem Landkreis.
Geografie Der Stadtbezirk liegt auf der europäischen Seite von Istanbul, an der Küste des Marmarameers. Im Norden wird er von Küçükçekmece und Bahçelievler, im Osten von Zeytinburnu begrenzt. Im Mahalle (Stadtviertel/Ortsteil) Yeşilköy liegt der ehemals größte Flughafen der Stadt, der Atatürk-Flughafen (Atatürk Havalimanı).
Verwaltung Der Kreis (bzw. Kaza als Vorgänger) bestand schon vor Gründung der Türkischen Republik (1923) im Vilâyet Istanbul (bzw. Stamboul, Volkszählung 1927) und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem der größten Kreise/Stadtbezirke der Großstadt Istanbul. Vor der Abtrennung dieser Kreise belegte er etwa 275 km² Fläche (VZ 1950: 232 km²). Abgetrennt und neugebildet wurden folgende Kreise (gleichzeitig auch Stadtbezirke) 1957 Zeytinburnu (Gesetz Nr. 7033) 1987 Küçükçekmece (Gesetz Nr. 3392) 1992 Bağcılar, Bahçelievler und Güngören (Gesetz Nr. 3806) 1993 Avcılar abgetrennt aus dem Kreis Küçükçekmece (Gesetz Nr. 3806), zudem er seit 1981 gehörte 1994 Esenler abgetrennt aus dem Kreis Güngören (Gesetz Nr. 3949) zudem er seit 1981 gehörte.
Letztendlich bestand der Landkreis/Stadtbezirk Bakırköy Ende 2012 lediglich aus einer einzigen Stadt: Bakırköy mit 15 Mahalle. Diese werden durchschnittlich von 15.082 Menschen bewohnt, die meisten wohnen im Kartaltepe Mah. (37.275).Mahallelere göre İstanbul Bakirköy nüfusu, abgerufen am 25. Juni 2021
Bevölkerung Dokumentierte Einwohnerzahlen der Volkszählungen im Oktober des jeweiligen JahresE-Books aus der Bücherei des Türkischen Statistikinstituts TÜIK, abrufbar nach Suchdateneingabe Jahr Insgesamt Anteil Anteil (%) Städtisch Ländlich urban rural 1927 23.732 13.419 10.313 56,54 43,46 1935 28.377 18.844 9.533 66,41 33,59 1940 33.532 22.406 11.126 66,82 33,18 1945 40.595 29.870 10.725 73,58 26,42 1950 42.596 30.090 12.506 70,64 29,36 1955 107.287 89.702 17.585 83,61 16,39 1960 102.617 61.459 41.158 59,89 40,11 1965 168.694 82.142 86.552 48,69 51,31 1970 341.743 148.312 193.431 43,40 56,60 1975 568.799 200.942 367.857 35,33 64,67 1980 882.505 234.226 648.279 26,54 73,46 1985 1.238.342 1.236.204 2.138 99,83 0,17 1990 1.328.276 1.328.276 keine Daten 2000 208.398 208.398
Ergebnis der Bevölkerungsfortschreibung (ADNKS) am JahresendeMEDAS - Merkezi Dağıtım Sistemi (2007-2020), abgerufen am 25. Juni 2021 Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Einwohner 214.821 214.810 218.352 219.145 220.663 221.336 220.974 221.594 223.248 222.437 222.370 222.668 229.239 226.229
Geschichte In antiker Zeit befand sich an Stelle des heutigen Bakırköy der Vorort Hebdomon der Stadt Konstantinopel. Spätere Namen waren Jeptimun, Makrohori und Makriköy (von Makrohori, „langes Dorf“). 1925 wurde der Ort in Bakırköy umbenannt.
Sehenswürdigkeiten Im Stadtteil Florya liegt die Seevilla von Mustafa Kemal Atatürk. Im 2013 eröffneten Botanikpark (9,6 ha) wird den Besuchern Wissen und Spaß vermittelt. Die beiden Spieltürme sind die höchsten im ganzen Land (11,50 m).
Verkehr Bakırköy hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke İstanbul Sirkeci–Swilengrad der durch die S-Bahn (türk. banliyö trenleri) von İstanbul Sirkeci nach Halkalı bedient wurde. Seit 2013 ist der Betrieb hier eingestellt und die Strecke wird saniert.
Sport Bakırköyspor ist der bekannteste und erfolgreichste Fußballverein des Ortes und war von 1984 bis 2007 im türkischen Profifußball tätig. Seine erfolgreichste Zeit hatte er Klub in den Jahren 1990–1993, in denen der Klub in der höchsten türkischen Spielklasse, der Süper Lig, tätig war. Besonders in seiner ersten Erstligasaison, der Saison 1990/91, beendete die Mannschaft die Liga auf dem 6. Tabellenplatz und avancierte zur Überraschungsmannschaft der Saison. Seit dem Sommer 2008 spielte der Verein in den Istanbuler Amateurligen.
Persönlichkeiten Nubar Terziyan (1909–1994), türkischer Schauspieler armenischer Abstammung Kenan Pars (1920–2008), türkischer Schauspieler armenischer Abstammung Rober Haddeciyan (1926–2025), türkischer Schriftsteller armenischer Abstammung Cem Karaca (1945–2004), türkischer Rockmusiker Ahmet Börtücene (1947–2016), türkischer Fußballspieler Peker Açıkalın (* 1963), türkischer Theater- und Filmschauspieler Rasim Vardar (* 1979), türkischer Fußballspieler Mustafa Sarp (* 1980), türkischer Fußballspieler Murat Akyüz (* 1981), türkischer Fußballspieler Emre Güngör (* 1984), türkischer Fußballspieler Fatih Kara (* 1987), türkischer Fußballspieler Mehmet Ali Kıran (* 1987), türkischer Fußballspieler Eray Birniçan (* 1988), türkischer Fußballtorhüter Özgür Özkaya (* 1988), türkischer Fußballspieler Ersin Aydın (* 1990), türkischer Fußballtorhüter Merve Aydın (* 1990), Mittelstreckenläuferin Emirhan Ergün (* 1990), türkischer Fußballtorhüter Aras Özbiliz (* 1990), armenisch-niederländischer Fußballspieler Çağatay Ulusoy (* 1990), türkisches Model und Schauspieler Ramazan Üstündağ (* 1990), türkischer Fußballtorhüter Necip Uysal (* 1991), türkischer Fußballspieler Erkut Şentürk (* 1994), türkischer Fußballspieler İbrahim Serdar Aydın (* 1996), türkischer Fußballspieler Batuhan Şen (* 1999), türkischer Fußballtorhüter Oğuzhan Kaya (* 2001), Sprinter Emirhan İlkhan (* 2004), türkischer Fußballspieler Yusuf Akçiçek (* 2006), türkischer Fußballspieler
Weblinks
Tarihçe – Stadtgeschichte Coğrafi Yapı – Geografische Struktur Der Botanikpark Bakırköy
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil (Istanbul) Kategorie:Landkreis in der Provinz Istanbul