mini|Das Amt Torgau, Karte von Peter Schenk mini|Das Amt Mühlberg, Karte von Johann George Schreiber 1752
Das Amt Mühlberg war eine Verwaltungseinheit des 1806 in ein Königreich umgewandelten Kurfürstentums Sachsen und war dem Meißnischen Kreis angegliedert.
Bis zur Abtretung an Preußen 1815 bildete es als sächsisches Amt den räumlichen Bezugspunkt für die Einforderung landesherrlicher Abgaben und Frondienste, für Polizei, Rechtsprechung und Heeresfolge.
Geographische Lage Das Amt Mühlberg lag im Norden des Meißnischen Kreises. Zum größten Teil lag es östlich der Elbe. Das Territorium des Amts wies eine sehr zergliederte Struktur auf mit zahlreichen Exklaven und Ortsanteilen.
Angrenzende Verwaltungseinheiten
Geschichte Um die Stadt Mühlberg entstand früh eine Herrschaft, die von den Herren von Ilburg (Eilenburg) an die Markgrafen von Meißen gelangte. 1443 vertauschte Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die Herrschaft Mühlberg an Heinrich Berka von Dubá gegen die Herrschaft Hohnstein. Nach der Leipziger Teilung 1485 gehörte das Amt zur albertinischen Linie der Wettiner.
Als die Nachkommen von Heinrich Berka von Dubá im Jahr 1520 ausstarben, fiel die Herrschaft Mühlberg wieder an den Markgrafen von Meißen als Landesherrn zurück, der seither eigene Beamte zur Verwaltung einsetzte. Der Sitz des Amtmanns war in der Stadt Mühlberg. 1550 wurde das Dorf Fichtenberg vom Amt Hayn übernommen. Von 1559 bis 1570 wurde das Amtsgebiet an den letzten Bischof von Meißen Johann IX. im Tausch gegen dessen Amt Stolpen überlassen. 1570 wurde das Amt Mühlberg durch Tausch mit dem Amt Sornzig endgültig ein kursächsisches Amt und Teil des Meißnischen Kreises.Ämterverzeichnis im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis
1815 fiel das Amtsgebiet fast vollständig an Preußen und wurde 1816 zum größeren Teil dem Kreis Liebenwerda zugeordnet, die Orte links der Elbe, sowie einige Dörfer oberhalb von Torgau (und die Exklave Zeckeritz) kamen an den Kreis Torgau. Die Exklave Cavertitz und einige umliegende Orte kamen 1818 nach langem Bemühen der Bevölkerung wieder zum Königreich Sachsen und wurden dem Amt Oschatz angegliedert.
Bestandteile Städte
Mühlberg/Elbe
Dörfer Adelwitz Altenau Außig Batitz (nach 1564 wüst) Beiersdorf (Exklave) Beilrode (Zeckritz) Blumberg Boragk Borschütz Brottewitz Burxdorf Cavertitz (Exklave) Dröschkau Fichtenberg (Teilbesitz mit Amt Großenhain) Görzig Haida Jacobsthal (Cobenthal) Kauxdorf (Teilbesitz mit Amt Liebenwerda) Kaysa Kötten Köttlitz Koßdorf Korgitzsch (Teilbesitz mit Amt Liebenwerda) Kreinitz Laas Langenrieth Lausa Lehndorf Lichtensee Liebersee (Lüberosa) Lorenzkirch Martinskirchen Möglenz (Teilbesitz mit Amt Liebenwerda) Nauwalde (Exklave) „Neuesorg“ (nicht lokalisiert) Nichtewitz (Wichtewitz) (Teilbesitz mit Amt Liebenwerda) Oelzschau (Oltschau) Oschätzchen Packisch (Backwitz) „Pietsch“ (existiert nicht mehr) Prieschka Pülswerda (Exklave) Plotha (Blotha) Puschwitz Reichenhain Saxdorf Schirmenitz Schöna (Exklave) Schweditz (Gemeindeteil von Fichtenberg) Seydewitz Staritz Stehla Wendisch-Borschütz Wenzendorf Wohlau Würdenhain Zeckeritz (Teilbesitz mit Amt Torgau)
Amtsverwalter und Amtmänner 1564 Valtin Fuchs Augustin Gotthelf Irschhausen († 1794)
Literatur Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0. Karlheinz Blaschke (Hrsg.): Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen, Leipzig 2006, ISBN 3-937209-15-8.
Weblinks Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen – Ämterverzeichnis – Das Amt Mühlberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen , Hrsg. ISGV, Dresden 2021.
Einzelnachweise
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