Blevio ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der italienischen Provinz Como in der Region Lombardei.

Geographie Die Gemeinde liegt am Ostufer des Comer Sees, etwa 2 km nordöstlich von Como und 40 km nördlich von Mailand. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über die hügeligen Hänge des Berges Pizzo Tre Termini von etwa 200 m am Seeufer bis auf eine Höhe von . Blevio besteht traditionell aus sieben historischen Ortsteilen (den sogenannten „Sette Città“): Capovico, Cazzanore, Girola, Maggianico, Mezzovico, Sopravilla und Sorto.

Die Nachbargemeinden sind Brunate, Cernobbio, Como, Moltrasio und Torno.

Geschichte Die Etymologie des Namens wird auf das kelto-ligurische Biuelius (verwandt mit dem lateinischen vivo – lebendig) zurückgeführt.

Im Jahr 1497 belehnte Ludovico Sforza, der Herzog von Mailand, seine Geliebte Ludovica Crivelli mit der Herrschaft über Blevio. In den folgenden Jahrhunderten war der Ort eng mit der Stadt Como verbunden und kam schließlich in den Besitz der Patrizierfamilie Tanzi, die durch die Seidenindustrie zu Reichtum gelangt war. Graf Antonio von Tanzi Blevio ließ eine prächtige Villa auf den Felsen von Perlasca errichten. Nach der napoleonischen Ära wurde Blevio eine freie Gemeinde und schloss sich 1861 dem Königreich Italien an.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Blevio zu einem beliebten Rückzugsort der europäischen Elite. Die berühmte Ballerina Marie Taglioni erwarb die Villa Taglioni am Seeufer, während ihr Lebensgefährte, Fürst Alexander Trubetskoy, in der Nähe eine spektakuläre Villa errichten ließ.

Hydrogeologische Instabilität und Wiederaufbau Seit 2021 ist Blevio wiederholt von schwerer hydrogeologischer Instabilität betroffen. Im Juli 2021 lösten heftige Regenfälle massive Schlammlawinen und Erdrutsche aus, die Ortsteile isolierten und die Uferstraße Lariana blockierten. Ähnliche Sturzfluten ereigneten sich im August 2023. Im September 2025 führte eine weitere Unwetterkatastrophe zum Überlaufen des Comer Sees und zu erneuten Murenabgängen, die Infrastruktur und Wohnhäuser unter Schlamm begruben.

Diese Ereignisse haben die Gemeinde in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand hinterlassen. Zahlreiche Gebäude und öffentliche Einrichtungen weisen strukturelle Schäden auf. Das lokale Straßennetz ist durch tiefe Schlaglöcher und Risse gezeichnet. Mit Stand April 2026 befinden sich im gesamten Ort zahlreiche aktive Baustellen zur Hangsicherung und Instandsetzung; die vollständige Wiederherstellung wird voraussichtlich bis weit in das Jahr 2027 andauern.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche San GordianoPfarrkirche San Gordiano auf lombardiabeniculturali.it Kirche Immacolata (18. Jahrhundert)Kirche Immacolata Villa Belvedere, im Ortsteil CazzanoreVilla Belvedere Villa PastaVilla Pasta Villa RicordiVilla Ricordi Villa Roccabruna, im Ortsteil ColombaioVilla Roccabruna Villa Cramer, im Ortsteil MeggianicoVilla Cramer Die Pietra Nairola, ein markanter, freiliegender Granit-Findling (4,5 × 7,4 m).

Persönlichkeiten

Literatur Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 292. Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5.

Weblinks

Historische Entwicklung der Gemeinde Blevio und der Pfarrei Gordiano e Epimaco Blevio auf lombardiabeniculturali.it Blevio auf tuttitalia.it/lombardia

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Lombardei