Frankenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Biebertal im mittelhessischen Landkreis Gießen.
Geographie mini|Evangelische Kirche Frankenbach liegt im Gleiberger Land in den Ausläufern des Gladenbacher Berglandes im nördlichen Teil der Gemeinde. Durch den Ort führt die Landesstraße 3047.
Unmittelbar nordwestlich des Kernortes entspringt der Frankenbach, ein Nebenfluss des Salzböde-Zuflusses Vers, während der südöstlich entspringende Bieber-Quellfluss Dünsbergbach auf direkterem Wege zur Lahn gelangt.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Frankenbach erfolgte im Jahr 1285, im Urkundenbuch der Deutschordensballei Hessen. In erhaltenen Urkunden späterer Zeit wurde Frankenbach auch unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Frangenbach (1432) und Franckenbach (1548).
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Frankenbach:
Am 1. Januar 1977 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Frankenbach im Rahmen der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die 1970 neu gegründete Großgemeinde Biebertal eingemeindet. Für Frankenbach wurde wie für alle ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet. Der Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Rodheim-Bieber.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Frankenbach angehört(e):
vor 1357: Heiliges Römisches Reich, Grafen von Solms ab 1357: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen und Hohensolms gemeinschaftlich, Amt Königsberg ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg und Hohensolms gemeinschaftlich, Amt KönigsbergDie Zugehörigkeit des Amtes Königstberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, und Hohensolms gemeinschaftlich, Amt Königsberg ab 1629: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Königsberg 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Königsberg ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Ober-Hessen, Amt Königsberg ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Königsberg ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk GießenTrennung zwischen Justiz (Stadtgericht Gießen) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Gießen ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Gießen ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis) ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Wetzlar ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Biebertal ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Gemeinde Biebertal ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen, Gemeinde Biebertal
Gerichte seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Frankenbach das „Amt Königsberg“ zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übertragen. „Stadtgericht Gießen“ war daher von 1821 bis 1866 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht das für Frankenbach zuständig war.
Nach der Abtretung des nordwestlichen Teil des Landkreises Gießen und mit ihm Frankenbach an Preußen, infolge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen, wurde Frankenbach vom Stadtgericht Gießen abgetrennt.Art. 14 des Friedensvertrages zwischen dem Großherzogthum Hessen und dem Königreiche Preußen vom 3. September 1866 () Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung im vormaligen Herzogtum Nassau und den vormals zum Großherzogtum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim vom 26. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1094–1103) Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Landgerichts in Amtsgericht Gladenbach und die Zulegung Frankenbach zu diesem Gericht. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Dillenburg und das Appellationsgericht Wiesbaden.Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen, mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim, zu bildenden Gerichte () Aufgrund des Gerichtsverfassungsgesetzes 1877 kam es mit Wirkung zum 1. Oktober 1879 zum Wechsel des Amtsgerichts in den Bezirk des neu errichteten Landgerichts Marburg.Verordnung, betreffend die Errichtung der Amtsgerichte vom 26. Juli 1878 (PrGS 1878, S. 275–283) Mit dem Wechsel Frankenbach 1932 in den Kreis Wetzlar, wechselte es auch in den Bereich des Amtsgerichts Wetzlar. Am 1. August 1979 wechselte Frankenbach mit der Gemeinde Biebertal zum Bereich des Amtsgerichts Gießen.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Frankenbach 963 Einwohner. Darunter waren 23 (2,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 126 Einwohner unter 18 Jahren, 411 zwischen 18 und 49, 210 zwischen 50 und 64 und 216 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 438 Haushalten. Davon waren 132 Singlehaushalte, 132 Paare ohne Kinder und 117 Paare mit Kindern, sowie 51 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 99 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 282 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1577: 52 Haushaltungen (vermutlich nur landgräfliche) • 1588: 102 Haushaltungen • 1742: 65 Haushaltungen • 1791: 246 Einwohner • 1800: 259 Einwohner • 1806: 265 Einwohner, 59 Häuser • 1829: 330 Einwohner, 63 Häuser
Konfessionsstatistik • 1885: 433 evangelische, keine katholischem, 5 andere Christen • 1961: 736 evangelische (= 88,36 %), 47 katholische (= 5,64 %) Einwohner
Ortsvorsteher Nach der Kommunalwahl 2021 ist Rouven Brück (Parteilos) Ortsvorsteher.
Sehenswürdigkeiten Die Frankenbacher Kirche wurde in gotischer Zeit erbaut. Sie wurde mehrfach erneuert.
Verkehr Den öffentlichen Personennahverkehr stellt der RMV sicher.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Biebertal) Kategorie:Ort im Landkreis Gießen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Gießen) Kategorie:Ersterwähnung 1285 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977