Mario Heil de Brentani (* 5. März 1908 in San Quirico, Italien; † 1982 in Kanada) war ein deutscher Schriftsteller und Sachbuchautor sowie ein deutsch-kanadischer Zeitschriftenherausgeber.

Leben Mario Heil de Brentani entstammte einer deutsch-italienischen Familie. Er studierte Germanistik sowie Maschinenbau und setzte sich von 1930 an für die NS-Bewegung ein. Er gehörte zur „Dichterkameradschaft“ des „Frontdichterheims Schloss Buderose“ bei Guben, einem Kreis von ungefähr 150 Autoren, darunter zahlreichen Mitgliedern des „Kulturkreises der SA“ sowie Dichtern der Hitlerjugend. Auch Edwin Erich Dwinger, Max Barthel, Rudolf G. Binding und Hans Friedrich Blunck zählten zu diesem Kreis. Heil de Brentani war kulturpolitisch im NS-Sinn tätig und schrieb zum Beispiel anlässlich der Rundfunkausstellung 1935 den Beitrag „Arbeitertum und soldatischer Geist. Ein Wort an Kulturberufe“.1941 verfasste er als Kriegsberichterstatter „Das Glücksschwein der 3. Kompanie“. 1942 und 1943 diente er dann als Sonderführer und führte das offizielle Kriegstagebuch für Erwin Rommel. Schließlich stieg er im weiteren Kriegsverlauf bis zum Nationalsozialistischen Führungsoffizier (NSFO) auf. Dies war nur möglich durch eine Ausnahmegenehmigung Hitlers von 1942, da de Brentanis Ehefrau nach den Nürnberger Rassegesetzen als „Mischling I. Grades“ galt, was eine Vorgesetztenstellung für ihn eigentlich ausschloss.John M. Steiner und Jobst Freiherr von Cornberg: Willkür in der Willkür. Befreiungen von den „Nürnberger Rassegesetzen“. in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (VfZ). Institut für Zeitgeschichte München, München 1998, Heft 2, S. 143 ff. (161).

Er verfasste zahlreiche Novellen und Erzählungen. Seine Bücher erlebten zumeist mehrere Auflagen. 1941 urteilte Franz Lennartz noch über ihn: „Ein junger, vielversprechender humorvoller Erzähler“.Zitiert aus: Franz Lennartz: Deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts im Spiegel der Kritik. Bd. 2. Stuttgart 1984, S. 698 Brentani schrieb auch einige Sachbücher, so über alte Frankfurter Familien.

Nach 1945 wanderte Mario Heil de Brentani nach Kanada aus. Er wechselte seine Gesinnung, änderte seinen Namen in „Mario von Brentani“ um und gründete zusammen mit seiner Frau Ruth die deutschsprachigen Montrealer Nachrichten, als deren Herausgeber er dann wirkte.Karin Gürttler im Abschnitt über Carl Weiselberger, Deutschsprachige Exilliteratur seit 1933, Bd. 2: New York Teil 1. Saur, 1989; wieder de Gruyter, 2018. Hrsg. von John M. Spalek, Joseph Strelka, S. 1213–1220 Mitarbeiter der Montrealer Nachrichten waren z. B. Paul Spiegel und der Kulturredakteur des Blattes, Klausbernd Vollmar.

Von Brentani galt als Kontaktperson zu Ostdeutschland. Die von ihm herausgegebene Zeitung wurde zeitweise von der DDR finanziell unterstützt.Josef Schmidt: Manuel Meune. Les Allemands du Québec. Parcours et discours d’une communauté méconnue. Méridien, Montréal 2003, ISBN 2-89415-293-0, S. 322 ff.Review: Peter Lust: The Two Germanies. Harvest House. Montreal 1966. In: Seminar: A Journal of Germanic Studies. University of Toronto Press (Print) (Online). Band 43, # 3, September 2007 Seine letzten beiden Bücher schrieb er über Kanada und Eskimokunst.

Werke Das Mäuschen Li und andere Erzählungen, Moewig u. Höffner, Berlin 1935 Villa Pappschachtel. Ein heiterer Roman um junge Menschen unserer Zeit, Berlin-Schöneberg 1935 Spiel unter Fahnen. Roman, Hamburg 1936 Atlanta und die Siebenhundert. Novelle um eine Urlauber-Fahrt nach Madeira, Leipzig 1936 Herrn Pastors Feuerkutsche. Eine Biedermeier-Novelle, Leipzig 1936 Lorle auf der Brücke. Erzählung, Limpert, Berlin 1936 (Nachauflage 1944 in der „Feldblusenbücherei der ‚Italienpost‘“ Nr. 15) Die Spieldose. Laute und leise Geschichten, Schneider, Reichenau 1938 Das Mädchen Bittersüß, Reichenau 1938 Das Glücksschwein der 3. Kompanie, Limpert, Berlin 1941 Die feuerrote Schlange, Bertelsmann, Gütersloh 1942 Das liebliche Fräulein Sani, Bong und Co., Leipzig 1943 (Auflage 1943 auch (nur?) in der „Feldblusenbücherei der ‚Italienpost‘“ Nr. 13) König Kasperle. Novelle, Bong, Berlin 1943 Alte Frankfurter Familien, Kramer, Frankfurt am Main 1950 Die hessische Truhe. Novellen, Altkönig, Oberursel 1951 Kanada. Das Land von übermorgen, Stauffacher, Zürich 1954 Maler der kanadischen Eskimo. (Unter dem Namen: „Mario von Brentani“). Union, Berlin 1975

Als Herausgeber: Das Flandernbuch. Geschrieben von deutschen Soldaten, Bong, Berlin 1943 Das Herz in der Hand. Dichter aller deutschen Stämme erzählen der Jugend, Thienemann, Stuttgart 1939

Literatur Jörg Plath: Haus der deutschen Frontdichter in Buderose bei Guben. In: Die dritte Front. Literatur in Brandenburg 1930-1950, hrsg. v. Peter Walther. Lukas, Berlin 2004. ISBN 3-936872-25-2 Franz Lennartz: Deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts im Spiegel der Kritik. Bd. 2. S. Kröner, Stuttgart 1984. ISBN 3-520-82101-X W Kosch, CL Lang, H Rupp: Deutsches Literaturlexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch. 7. Bd. Haab-Hogrebe. Francke, Bern u. a. 1979.

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