Die Verrucariales sind eine Ordnung zumeist flechtenbildender Schlauchpilze.

Merkmale Die Form des Thallus ist sehr vielfältig. Sie reicht von blattförmig, krustenförmig bis granulös. Selten werden vegetative Brutkörper wie Isidien oder Soredien gebildet. Häufiger ist ungeschlechtliche Vermehrung durch Fragmentierung des Thallus. Wichtiger ist die geschlechtliche Fortpflanzung für die Vermehrung. Die Perithecien sind an der Oberfläche des Thallus oder auch völlig in diesen eingesenkt. Ein Hamathecium fehlt häufig, wenn vorhanden, besteht es aus gelatinösen Pseudoparaphysen. Die Öffnung des Peritheciums (Ostiolum) ist durch Periphysen verdeckt. Die Asci haben eine zweischichtige Wand (bitunicat) und öffnen sich fissitunicat bis schwindend.

Lebensweise Die meisten Arten bilden zusammen mit autotrophen Organismen Flechten. Dies sind meist Grünalgen, seltener Braunalgen (Phaeophyta), Gelbgrüne Algen (Xanthophyceae), oder Rotalgen.

Einige Arten parasitieren auf anderen Flechten. Manche davon haben noch einen eigenen Photobionten, beziehen aber zusätzlich Nährstoffe aus dem Thallus anderer Flechten, sie sind lichenicole Flechten.

Verbreitung und Standorte Die Ordnung ist weltweit verbreitet (kosmopolitisch). Die Arten wachsen meist auf Fels (saxicol), wobei das bewachsene Substrat von Kieseln bis zu ganzen Felshängen reicht. Auch künstliche Substrate wie Betonwände werden bewachsen. Besonders vielfältig sind sie auf kalkhaltigem Substrat. Hier wachsen sie epilithisch (an der Oberfläche) oder endolithisch (in der obersten Steinschicht). Etliche Arten wachsen auch auf anderen Substraten: Boden, Rinde, Holz, Moose oder andere Flechten.

Die Verrucariales umfassen auch die größte Gruppe maritimer Flechten, die an Felsküsten weltweit wachsen. Andere Arten wachsen auch in Süßwasser.

Systematik Äußere Systematik Die Verrucariales gehören zur Unterklasse der Chaetothyriomycetidae und sind eine natürliche Verwandtschaftsgruppe, ein monophyletisches Taxon. Das Kladogramm der Unterklasse sieht folgendermaßen aus:David M. Geiser et al.: Eurotiomycetes: Eurotiomycetidae and Chaetothyriomycetidae, 2006.

Innere Systematik Eriksson führt für die Ordnung zwei Familien auf:O. E. Eriksson (Hrsg.): Outline of Ascomycota - 2006 In: Myconet, Band 12, 2006, S. 1–82. (online html)

Adelococcaceae Adelococcus Sagediopsis

Verrucariaceae Agonimia Anthracocarpon Awasthiella Bagliettoa Bellemerella Bogoriella Catapyrenium Clauzadella Clavascidium Dermatocarpella Dermatocarpon Diederimyces Endocarpon Glomerilla Haleomyces Henrica Heterocarpon Heteroplacidium Involucropyrenium Lauderlindsaya Leucocarpia Merismatium Muellerella Mycophycias Neocatapyrenium Norrlinia Phaeospora Placidiopsis Placidium Placocarpus Placopyrenium Placothelium Plurisperma Polyblastia Psoroglaena Rhabdopsora Scleropyrenium Spheconisca Staurothele Telogalla Thelidiopsis Thelidium Trimmatothele Trimmatothelopsis Verrucaria Verrucariales incertae sedis Kalbiana

Einzelnachweise

Literatur David M. Geiser et al.: Eurotiomycetes: Eurotiomycetidae and Chaetothyriomycetidae. In: Mycologia, Band 98, 2006, S. 1053–1064. D. S. Hibbett et al.: A higher-level phylogenetic classification of the Fungi. In: Mycological research, Mai 2007; 111(5): 509–547. Epub 2007 13. März 2007. , (PDF; 1,3 MB)

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