Das Hand-Fuß-Syndrom (HFS oder palmar-plantare Erythrodysästhesie, PPE) ist eine mit schmerzhafter Schwellung und Rötung einhergehende erythematöse Hautveränderung an den Handflächen und Fußsohlen, die als Begleitreaktion einer antineoplastischen Chemotherapie, im Rahmen einer Sichelzellenanämie oder unter Einnahme von MEK-Inhibitoren auftreten kann. Auch sensorische Störungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl werden beobachtet. In schweren Fällen kann sich die Haut ablösen. Das Ausmaß variiert von einer schmerzlosen Schwellung oben genannter Lokalisation (Grad 1), bis hin zu stark schmerzenden Blasen und Hautablösungen mit entsprechenden Funktionseinschränkungen (Grad 3).
Die Pathogenese ist ungeklärt; die Behandlung beschränkt sich daher auf symptomatische Maßnahmen wie die Gabe von Schmerzmitteln, Kortikosteroiden, Vitamin B6E. Nagore, A. Insa, O. Sanmartín: Antineoplastic therapy-induced palmar plantar erythrodysesthesia ('hand-foot') syndrome. Incidence, recognition and management. In: American Journal of Clinical Dermatology 1(4). 2000, S. 225–234. (Review) oder 10 % uridinhaltigen Cremes. alt=Zwei rote, geschwollene Hände|mini|Hand-Fuß-Syndrom
Das Kühlen der Hautstellen soll dem Ausmaß und der Schwere der Symptomatik vorbeugen.K. L. Molpus, L. B. Anderson, C. L. Craig, J. G. Puleo: The effect of regional cooling on toxicity associated with intravenous infusion of pegylated liposomal doxorubicin in recurrent ovarian carcinoma. In: Gynecologic Oncology. 93(2), 2004, S. 513–516. Einer indischen Studie von 2024 zufolge eignet sich topisches Diclofenac (als Gel) dazu, den Problemen beim Hand-Fuß-Syndrom vorzubeugen. https://biermann-medizin.de/studie-zur-vorbeugung-des-capecitabin-assoziierten-hand-fuss-syndroms/ Studie zur Vorbeugung des Capecitabin-assoziierten Hand-Fuß-Syndroms (2024)
Zytostatische Arzneistoffe, die das Hand-Fuß-Syndrom hervorrufen können, sind beispielsweise Capecitabin, Cyclophosphamid, Cytarabin, Docetaxel, Doxorubicin, 5-FU, Oxaliplatin, Paclitaxel, Sorafenib, Regorafenib und Sunitinib.
MEK-Inhibitoren sind beispielsweise Binimetinib, Cobimetinib, Lenvatinib, Selumetinib und Trametinib.
Einzelnachweise
Weblinks Swiss Medical Weekly
Kategorie:Hautkrankheit Kategorie:Krankheitsbild in Hämatologie und Onkologie