Die Indianerdommel (Botaurus exilis, Synonym: Ixobrychus exilis) auch Amerikanische Zwergdommel ist eine Vogelart aus der Familie der Reiher.
Merkmale Die Indianerdommel ist ein sehr kleiner Reiher mit einer Körperlänge von nur ca. 33 cm. Somit ist sie noch kleiner als die europäische Zwergdommel. Sie ist hellbraun mit kastanienbrauner Oberseite. Es liegt ein leichter Geschlechtsdimorphismus vor, da das Männchen auf Schulter und Oberkopf schwarz ist, diese Bereiche sind bei den Weibchen braun. Die Jungvögel ähneln den Weibchen, sind aber insgesamt stärker gestreift.
Vorkommen mini|Verbreitungsgebiet der Indianerdommel Das Verbreitungsgebiet umfasst die Niederungen Amerikas von Kanada bis Nord-Argentinien. Im Norden ihres Verbreitungsgebietes ist sie ein Zugvogel. Die dort brütenden Vögel überwintern in Florida oder Südamerika. Verirrte Exemplare wurden jedoch auch schon in Europa gesichtet. Sie bewohnt, wie die meisten Dommeln, dichte Röhrichtbestände in Feuchtgebieten.
Verhalten Sie jagt im Röhricht kletternd nach kleinen Fischen und Insekten. Sie brütet in Schilfnestern, die gut im Röhricht versteckt sind. Dort legt das Weibchen vier bis fünf Eier. Die Jungvögel werden von den Eltern gemeinsam großgezogen. In günstigen Jahren kommt es gelegentlich zu zwei Bruten. Durch ihr verstecktes Leben im Schilf sind diese Vögel nur schwer zu beobachten. Fühlen sie sich bedroht, fliegen sie meist nicht davon, sondern klettern nur noch tiefer ins Dickicht.
Unterarten Es sind sechs Unterarten bekannt:IOC World Bird List Storks, ibis & herons B. e. exilis (, 1789)Johann Friedrich Gmelin (1789), S. 645–656. – Die Nominatform kommt im Osten Kanada, dem Südosten und Südwesten der USA vor. B. e. pullus , 1930Adriaan Joseph van Rossem (1930), S. 227. – Diese Unterart kommt im Nordwesten Mexikos vor. B. e. erythromelas (, 1817)Louis Pierre Vieillot (1817), S. 422. – Diese Unterart ist im Osten Panamas über den Norden Südamerikas bis in den Norden Boliviens und den Norden Argentiniens verbreitet. B. e. limoncochae , 1965David Wesley Norton (1965), S. 3. – Diese Subspezies kommt im Osten von Ecuador vor. B. e. bogotensis , 1914Frank Michler Chapman (1914), S. 171. – Diese Subspezies ist in Zentralkolumbien verbreitet. B. e. peruvianus , 1955James Bond (1955), S. 208. – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist das westliche zentrale Peru.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Indianerdommel erfolgte 1789 durch Johann Friedrich Gmelin unter dem wissenschaftlichen Namen Ardea exilis. Als Verbreitungsgebiet gab er Jamaika an. 1819 führte James Francis Stephens die neue Gattung Botaurus ein.James Francis Stephens (1819), S. 592. Der Name hat seinen Ursprung in .Botaurus The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Der Artname exilis leitet sich von und ab, ist besser als zu verstehen.exilis The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Bogotensis bezieht sich auf Bogota, peruvianus auf Peru und limoncochae auf Limoncocha. Pullus hat seinen Ursprung in .pullus The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Erythromelas ist ein Wortgebilde aus und .erythromelas The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Vieillot verwendete den Namen basierend auf Garza roxa y negraFélix de Azara (1805), S. 182–185. von Félix de Azara. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur sah er für fast alle Nachweise von B. e. erythromelas nur eine Referenz auf Azara. Einzig WaikthlatingmayalwaJohn Graham Kerr (1901), S. 232. durch John Graham Kerr erschien ihm eine Ausnahme.Alfred Laubmann (1939), S. 98.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Reiher